Goldman Sachs – der Auslöser der nächsten Krise?

Sind die neuesten Nachrichten und Betrugsvorwürfe bei Goldman Sachs der Auslöser der nächsten Krise? Diese und viele andere Fragen im Zusammenhang mit den Ermittlungen der SEC dürften sich am Wochenende viele Anleger gestellt haben. Wie weit werden die Ermittlungen gehen? Welche Banken werden noch betroffen sein? Und wie weit dürfte dies die internationalen Finanzsysteme jetzt wieder belasten? Fragen über Fragen…Goldman Sachs ist nicht wirklich das Problem. Ob an den Vorwürfen etwas dran ist bleibt erst einmal abzuwarten. Fest steht allerdings, dass die Betrugsvorwürfe den amtierenden Präsidenten Barack Obama, bei der Durchsetzung seines zweiten großen Vorhabens, der Reform des US Bankenwesens, deutlich unterstützen dürften. Es ist für mich auch nicht weiter verwunderlich das dieses Exempel nun ausgerechnet bei der größten und wichtigsten US Investmentbank statuiert wird. Hier soll ein Zeichen gesetzt werden, dass die Wallstreet Banken in Zukunft in die Pflicht genommen werden, und das ist gut so!

Es wird noch eine ganze Weile dauern bis sich aus den Vorwürfen dann eine sinnvolle Anklage entwickeln wird, und es wird dann weitere Monate oder gar Jahre dauern bis es zu Verurteilungen oder Strafzahlungen kommen wird. Die ganze Geschichte um die Goldman Affäre ist kein Thema das die Börsen noch viel weiter ernsthaft beschäftigen sollte. Es werden weiterhin Milliarden verdient und dicke Boni gezahlt. Sollte es dann irgendwann zu einer Verurteilung kommen so kann man dies aus der Portokasse bezahlen. Das eigentliche Problem von Goldman Sachs dürfte neben dem Imageverlust nun vorrangig die Herabstufung der Bonität sein. Gemessen an der Absicherungsprämie für Credit Default Swaps haben sich die Prämien bei GS nun um satte 50% verteuert, was zur Folge hat das die Kreditwürdigkeit des Unternehmens nun unter der von Russland, Kolumbien, Italien oder Thailand liegt!

Angst machen sollten also nicht die Nachrichten um die Banken an sich, sondern viel mehr die neu aufkeimenden sehr schlechten Nachrichten aus dem Immobiliensektor dieser Banken. So sind die neuesten Berichte darüber das das Investmenthaus den nahezu Totalverlust eines Ihrer Immobilienfonds hinnehmen musste eigentlich eher ein Zeichen dafür das die Krise wieder aufleben könnte. Als Ursache der Krise ist der Wertverfall bei den US Immobilien also immer noch nicht gestoppt worden, bzw. konnte sich gar erholen. Von den damals angelegten 1,8 Milliarden Dollar in dem Fond sind heute noch schlappe 30 Millionen übrig. Eine Kapitalvernichtung von über 98 Prozent! Zwangsläufig stellt man sich die Frage wie es da wohl bei den kleineren Emissionshäusern aussehen muss, die nicht die Möglichkeit haben erst einmal gewisse „Umbuchungen“ vorzunehmen.

Und die deutsche IKB Bank sitzt mal wieder mitten drin im Molloch der Geldvernichtung! Mit einem Verlust von 150 Millionen Dollar aus der Abacus-Fast-Pleite dürften die Deutschen man wieder einen ordentlichen Schluck aus der Pulle genommen haben. Insgesamt wird der Schaden auf ca. eine Milliarde Dollar beziffert. Der Spruch von „stupid german money“ bewahrheitet sich einmal mehr. Oder ist bei den Herren in deutschen Führungsetagen die Gier einfach besonders groß? Man weiß es nicht… Auch beschäftigt die Immobiliensparte der Deutschen Bank die Gemüter. Hier solle es massive Probleme geben. Der Immobilienfonds „RREEF America Reit III“ ist so katastrophal an Wert gefallen, dass kurzfristig mit Hilfe von Kreditgebern und Investoren ein Notfallplan erarbeitet werden musste. Was genau dies heißen mag, weiß wohl nicht mal die Deutsche Bank selber so genau..

Hintergrund für diese heftigen Kursverluste ist der am Boden liegende Markt für Gewerbeimmobilien in den USA aber auch Europa und der Rest der Welt. Die Mieteinnahmen fehlen, der Wert der Immobilien sinkt rapide, viele Büros, Läden und Fabrikhallen stehen seit Monaten leer. Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ hat der „Rreef America Reit III“ seinen Investoren einen Verlust von satten 65 Prozent oder auch mehr beschert. Die Deutsche Bank ist an diesem Fonds mit 10 Prozent beteiligt. US Pensionsfonds , die ebenfalls zu den Eignern gehören mussten sogar Verluste von bis zu 82 Prozent hinnehmen. Das Wallstreet-Journal schrieb in der heutigen Ausgabe, dass nun auch seitens der SEC gegen die Deutsche Bank ermittelt werden soll. Dies alles könnte sich natürlich auch hier bei uns zu einem erneuten Flächenbrand in der Finanzbranche ausweiten. Die klare Erkenntnis daraus ist, dass die Krise noch lange nicht vorbei ist, und dass erst wenn sich der Immobilienmarkt wieder erholt wirkliche Besserung in Sicht ist.

Einige kleinere Unternehmen, auch hierzulande die Ihr Geld mit Immobilienfonds verdienen werden auf der Strecke bleiben, da bin ich mir ganz sicher. Freunden und Bekannten rate ich immer noch von einer Investition in Betongold dringend ab. Zumindest in Form einer Beteiligung an einem offenen oder geschlossenen Immobilienfond. Zu undurchschaubar sind die Kostenstrukturen und die Provisionen meistens viel zu hoch.Die gesamte Branche kocht eben nur mit Wasser, und manche Initiatoren lassen sogar das noch anbrennen! Die Zeiten für Käufer von eigen genutzten Immobilien hingegen werden immer besser. Sollten Sie also planen sich demnächst ein Haus oder eine Wohnung zu kaufen, oder eine neue Stahlgarage anzubauen dann aber bitte nur mit einer Eigenkapitalquote von mindestens 40 bis 50 Prozent in diesen Zeiten…

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