First in First Out

Die ab Januar 2009 geltende Abgeltungssteuer rückt immer näher und diverse Fondsmanager machen sich Gedanke darum wie man diese Regelung am elegantesten umgehen könnte. Eine ganz einfach Methode, und dabei auch noch völlig legal und vom Staat anerkannt, ist das führen eines zweiten Depots. Diese kann sogar bei der selben Bank sein. Anhand eines Beispiels wird erklärt wie es funktioniert, und wo der Vorteil sein kann..

Das negative Szenario: Ein Anleger erwirbt sowohl im November 2008 als auch im Februar 2009 jeweils 100 Daimler-Aktien, die in seinem Depot bei seiner Hausbank verwahrt werden. Nach einer positiven Entwicklung der Aktie im Frühjahr 2009 veräußert er 100 Wertpapiere im Juni 2009. Aufgrund des Fifo-Verfahrens (first in first out) gelten die im November und damit zuerst angeschafften 100 Aktien als veräußert. Da die einjährige Haltefrist dieser Aktien zum Veräußerungszeitpunkt im Juni 2009 noch nicht abgelaufen ist, muss der Anleger die Hälfte des Gewinns nach dem bisher anwendbaren Halbeinkünfteverfahren mit seinem persönlichen Steuersatz versteuern.

Das positive Szenario: Günstiger wäre es gewesen, die 2009 erworbenen Aktien zu verkaufen – hier unterliegt der Veräußerungsgewinn in jedem Fall der Abgeltungsteuer – und die 2008 erworbenen Aktien länger zu halten. Denn letztere genießen Bestandschutz auch in Zeiten der Abgeltungsteuer. Nach Ablauf der einjährigen Haltefrist hätte der Anleger sie demnach steuerfrei veräußern können. Dies wäre jedoch nur möglich gewesen, wenn der Anleger eine Zweitdepotstrategie angewendet und die 2009 erworbenen Wertpapiere getrennt von den Bestandschutz genießenden Wertpapieren seines Erstdepots verwahrt hätte.

So kann der Anleger selbst entscheiden, welche Anteile er zuerst veräußert. Denn das Fifo-Verfahren bezieht sich nur auf das einzelne Depot, was auch das Bundesministerium der Finanzen erst kürzlich klargestellt hat. Die beiden getrennten Depots können sogar bei derselben Bank geführt werden. Dagegen reichen Unterdepots nicht aus. Der Anleger sollte auch darauf achten, dass für das zweite Depot nur geringe Verwaltungsgebühren anfallen und vor allem keine Mindestumsätze verlangt werden.

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