Die Mutter aller Carry-Trades, Euro/USD

Warum schwächelt der Euro derzeit so gegenüber dem US Dollar? Konnte man im Sommer noch stolze 1,60 Dollar je Greenback bekommen sind es nun nur noch 1,28 Dollar und das trotz der Finanzkrise und der extrem hohen Staatsverschuldung der USA. Viele werden sich die Frage stellen warum das so ist?

Der Dollar ist neben dem japanischen Yen der große Gewinner der Finanzkrise. Seit dem Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers am 15. September gewann er zum Euro 9,3 Prozent. Der bisherige Haupttreiber der Entwicklung: Das Bankensystem braucht dringend Greenback. Über Jahre refinanzierten sich viele europäische und japanische Finanzinstitute billig in der US-Währung. Nun fahren sie ihre Verschuldung zurück, verkürzen ihre Bilanz und müssen ihre Dollarverbindlichkeiten begleichen. Laut der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) beliefen sich diese zuletzt auf 10.000 Mrd. $. Deshalb fragen sie Dollar nach, was den Kurs der Valuta antreibt.

„Das ist die Mutter aller Carry-Trades, die hier aufgelöst wird“, sagte Hans Redeker, Devisenstratege bei BNP Paribas. Bei einem Carry-Trade verschulden sich die Investoren in einer Niedrigzinswährung und legen ihr Geld höher verzinst im Ausland an. Als Carry-Währungen gelten traditionell der japanische Yen und der Schweizer Franken.

Es ist also anzunehmen das der Dollar erstmal noch an Stärke gewinnen wird und erst nach einer Beruhigung der Situation an den Finanzmärktenhier die Wende eingeleitet wird. Wenn die Nachfrage nach dem Dollar wieder sinkt wird – wieder mit Blick auf die Realwirtschaft – der Euro erstaken. Dann wird die Frage ob die USA wirklich in der Lage ist schneller aus der Krise zu kommen als Europa wohl auch beantwortet werden. Ich glaube noch nicht so richtig daran!

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