Die 10 Gebote für eine neue und sichere Finanzwelt

Die Kreditkrise hat die Zentralbanken wachgerüttelt und erfordert ein Umdenken und neue Maßnahmenpläne für die Zukunft um künftige Krisen früher zu erkenne und rechtzeitig gegensteuern zu können. Hier nun die Auflisteung der aktuellen Pläne diverser Organisationen im Überblick:

1. Der Aufkauf illiquider Wertpapiere durch den Staat, um zu verhindern, dass die Banken Unternehmen und Verbrauchern keine Kredite mehr geben. Der Internationale Währungsfonds (IWF) deutete zuletzt an, dass er einen solchen umstrittenen Schritt mit Steuergeldern für eine Option hält, um die Gefahr einer Systemkrise zu mildern.

2. Notfallpläne vorzubereiten, wie die Notenbanken mit großen Beständen gestörter Vermögenswerte umgehen, falls Abschreibungen zu einer zerstörerischen Dynamik und erheblich negativen Folgen für die Weltwirtschaft führen. Damit soll eine weltweite Rezession vermieden werden.

3. Die US-Notenbank Fed mehr Zugriffsmöglichkeiten auf Investmentbanken erhalten und direkt bei den Instituten eingreifen dürfen, wenn die Stabilität des Finanzsystems gefährdet ist. In Europa soll die EZB drei Kontrollsäulen Expertengruppen bilden, die sich ausschließlich um die Stabilität grenzüberschreitend tätiger Banken kümmern und im Falle einer Krise oder einer Bankenpleite EU-weite Lösungen erleichtern sollen.

4. Schaffung von sogenannte Stabilitätsgruppen auch für Finanzkonglomerate, Versicherungen und Investmentfirmen. Das Modell beruht bis jetzt aber noch auf Freiwilligkeit und schafft keine verbindlichen Rechte und Pflichten für die Aufseher.

5. Der internationale Lobbyverband der Banken, das Institute of International Finance (IIF) plant einen Verhaltenskodex, dessen Einhaltung die Branche selbst überwachen will. Einmal im Jahr soll über die Umsetzung der Vorgaben berichtet werden. Das IIF will auch eine hochrangige Überwachungsgruppe einrichten

6. Der IIF schlägt vor, in schwierigen Marktsituationen einen Wechsel zu „modifizierten Bewertungstechniken“ zu ermöglichen. Alternativ könne eine Art „Schutzschalter“ in den Bewertungsprozess eingesetzt werden.

7. Drei einflussreiche Bilanzexperten, die der Beratergruppe EFRAG der Kommission für Rechnungslegungsstandards (EFRAG) angehören, wollen für die Bewertung von Krediten nicht mehr den Marktpreis zu einem festgelegten Bilanzierungsstichtag – beispielsweise das Quartalsende – heranziehen. Stattdessen könnte ein Durchschnittspreis über sechs oder zwölf Monate gebildet werden, um die Höhe der Abschreibungen zu mildern und die Abwärtsspirale zu brechen.

8. Grundsätzlich wird auf allen regulatorischen Ebenen daran gearbeitet, dass Banken Risiken nicht mehr außerhalb der Bilanz ausweisen können. Auch denken die Regierungen in der EU und den G7 darüber nach, die Regeln für die Eigenkapitalunterlegung bei hochriskanten Kreditgeschäften zu verschärfen.

9. Eine der neuen Ideen des IIF sieht vor, dass Boni für Banker und Händler erst dann ausbezahlt werden, wenn die gesamten Auswirkungen der Strategie eines Bankers klar sind. Dies soll verhindern, dass riskante Wetten belohnt werden, die später Verlust bringen.
10. Während das Gros der Finanzwirtschaft gegen eine staatliche Kontrolle der Ratingagenturen ist, hält ein Teil eine schärfere Aufsicht durchaus für angebracht. Entsprechend unterstützt eine Mehrheit die Verschärfung des freiwilligen Verhaltenskodex der Organisation Internationaler Wertpapieraufsehe.

Kommentar verfassen

Top