Chrysler geht in die Insolvenz

Nun ist es amtlich: Der schwer angeschlagene US-Autobauer Chrysler ist insolvent. Das teilte das Weiße Haus am Donnerstag in Washington mit. Zuvor waren offenbar Verhandlungen mit den Gläubigern des Unternehmens über einen Schuldenerlass geplatzt. Damit sind aber noch längst nicht alle Fragen geklärt, auch im Hinblick auf Fiat. Chrysler geht in die Insolvenz. Das gab das Weiße Haus am Donnerstag laut US-Medien bekannt. Es werde ein Verfahren mit Gläubigerschutz nach Kapitel elf des US-Insolvenzrechts eröffnet, wurde ein Mitarbeiter des Weißen Hauses zitiert.

Einige Gläubiger hätten nach Angaben der Regierung eine Einigung zum Schuldenverzicht abgelehnt, berichtete die Wirtschaftsagentur Bloomberg. Das Insolvenzverfahren soll nach bisherigen Plänen den Weg für einen rettenden Einstieg des italienischen Autobauers Fiat ebnen. Zugleich gab es aus Italien widersprüchliche Angaben darüber, ob Fiat bereits eine Vereinbarung mit Chrysler unterzeichnet hat oder noch nicht. Die Regierung dürfte nun versuchen, Chrysler schnell durch die Insolvenz zu bringen und vom italienischen Fiat-Konzern übernehmen zu lassen. Die Gespräche über eine Rettung ohne Insolvenzverfahren seien daran gescheitert, dass Gläubiger nicht in dem Maße auf ihre Ansprüche verzichten wollten wie es Washington verlangte.

Die Regierung in Washington hat die Überweisung von weiteren sechs Mrd. Dollar in Aussicht gestellt für den Fall, dass Chrysler bis zum heutigen Abend einen tragfähigen Sanierungsplan vorlegt und den geplanten Einstieg von Fiat unter Dach und Fach bringt. Ohne frisches Kapital droht dem drittgrößten US-Hersteller, der derzeit wie der Rivale General Motors nur über staatliche Notkredite am Leben gehalten wird, womöglich die Liquidation. „Ich würde nichts ausschließen“, sagte ein Sprecher des Weißen Hauses. Handelsblatt

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