Bernd Niquet..Die größte Hausse aller Zeiten

Börsianer sind wie Saisongemüse. Jede Jahreszeit wird durch eine eigene Spezies dominiert. Dann reckt die junge Pflanze ihr hirnloses Haupt in die Sonne und lässt sich leiten, gedeiht prächtig, doch nur so lange, bis die Erntemaschine kommt und sie mitsamt ihrer Wurzeln aus der Erde reißt. Sagt die Lauchzwiebel ade, ist der Meerrettich schon auf dem Weg. Und ganz genauso funktioniert auch die Börse.

An der Börse wechseln die Argumente wie Saisongemüse. Gibt es keine echten Sorgen, werden unechte zu echten gemacht. Gibt es hingegen echte Sorgen, verschwinden selbst positive Dinge aus dem Blickfeld. In der Hausse hat man an jedem Tag von Neuem lesen können, wieviel Geld in unseren Volkswirtschaften vorhanden wäre, welches früher oder später an die Märkte fließen würde. Heute jedoch, wo dieses Geld beinahe astronomische Größen erreicht hat, spricht niemand mehr davon.

Von Zahlen zu reden ist heutzutage ja fast unmöglich. Als wir noch in Millionen gedacht haben, ging das noch einigermaßen. Auch Milliarden waren beinahe noch vorstellbar. Doch seitdem wir den Sprung ins Billionen-Zeitalter absolviert haben, ist es mit jeglichem Verständnis vorbei.

Wie groß ist die Schreckenszahl der Abschreibungen, die auf „toxische“ Assets geleistet werden müssen? In den USA sollen es 1,6 Billionen Dollar sein. Was für eine schreckliche Zahl. Vom Untergangs Apologeten Roubini kursierte sogar die Zahl von 3,6 Billionen Gesamtverlusten des US-Finanzsektors.

Niemandem jedoch scheint die Summe des Gesamtstimulus der US-Notenbank, des US-Finanzministeriums sowie der US-Einlagensicherung zu schauen. Diese Summe liegt bei unfassbaren 11 Billionen Dollar. Doch das Saisongemüse ist gegenwärtig völlig auf die Kartoffeln konzentriert, schaut nach unten, wühlt in der Erde. Und währenddessen drohen die Zuckerschoten in der Sonne zu verdorren.

11 Billionen Dollar Konjunkturhilfe und Geldmengensteigerungen, das ist weit mehr als das US-BIP in einem Jahr. Die US-Volkswirtschaft wird vielleicht um 5 % sinken, doch diesen 5 % stehen 110 % Direkteinschuss entgegen.

Eigentlich müssten wir in den Jahren 2009 bis 2011 die größte Hausse aller Zeiten erleben. Eine Asset-Inflation gigantischen Ausmaßes, die aus zwei verschiedenen Ansatzpunkten her historisch völlig einmalige Dimensionen annehmen müsste. Erstens: So einen heftigen Stimulus wie gegenwärtig haben Volkswirtschaften noch niemals zuvor in der Geschichte erlebt. Und zweitens: Ein Überspringen der Asset-Inflation auf die Gütermärkte ist durch die enormen Angebotsüberschüsse dort nahezu ausgeschlossen. Ein Idealszenario also. Es müsste eine regelrechte Explosion der Assetpreise geben.

Ich schreibe hier bewusst stets „müsste“. Denn das, was ich schreibe, sind rein logisch-theoretische Überlegungen. Vorstellen kann man sich ein derartiges Szenario gegenwärtig ebenso wenig wie eine fünfte oder sechste Dimension, die ein Mathematiker jedoch problemlos beschreiben kann. Aber so ist es ja immer an der Börse: Wir sind eben alle nicht mehr als Saisongemüse.

Börsianer sind wie Saisongemüse. Jede Jahreszeit wird durch eine eigene Spezies dominiert. Dann reckt die junge Pflanze ihr hirnloses Haupt in die Sonne und lässt sich leiten, gedeiht prächtig, doch nur so lange, bis die Erntemaschine kommt und sie mitsamt ihrer Wurzeln aus der Erde reißt. Sagt die Lauchzwiebel ade, ist der Meerrettich schon auf dem Weg. Und ganz genauso funktioniert auch die Börse.

An der Börse wechseln die Argumente wie Saisongemüse. Gibt es keine echten Sorgen, werden unechte zu echten gemacht. Gibt es hingegen echte Sorgen, verschwinden selbst positive Dinge aus dem Blickfeld. In der Hausse hat man an jedem Tag von Neuem lesen können, wieviel Geld in unseren Volkswirtschaften vorhanden wäre, welches früher oder später an die Märkte fließen würde. Heute jedoch, wo dieses Geld beinahe astronomische Größen erreicht hat, spricht niemand mehr davon.

Von Zahlen zu reden ist heutzutage ja fast unmöglich. Als wir noch in Millionen gedacht haben, ging das noch einigermaßen. Auch Milliarden waren beinahe noch vorstellbar. Doch seitdem wir den Sprung ins Billionen-Zeitalter absolviert haben, ist es mit jeglichem Verständnis vorbei.

Wie groß ist die Schreckenszahl der Abschreibungen, die auf „toxische“ Assets geleistet werden müssen? In den USA sollen es 1,6 Billionen Dollar sein. Was für eine schreckliche Zahl. Vom Untergangs Apologeten Roubini kursierte sogar die Zahl von 3,6 Billionen Gesamtverlusten des US-Finanzsektors.

Niemandem jedoch scheint die Summe des Gesamtstimulus der US-Notenbank, des US-Finanzministeriums sowie der US-Einlagensicherung zu schauen. Diese Summe liegt bei unfassbaren 11 Billionen Dollar. Doch das Saisongemüse ist gegenwärtig völlig auf die Kartoffeln konzentriert, schaut nach unten, wühlt in der Erde. Und währenddessen drohen die Zuckerschoten in der Sonne zu verdorren.

11 Billionen Dollar Konjunkturhilfe und Geldmengensteigerungen, das ist weit mehr als das US-BIP in einem Jahr. Die US-Volkswirtschaft wird vielleicht um 5 % sinken, doch diesen 5 % stehen 110 % Direkteinschuss entgegen.

Eigentlich müssten wir in den Jahren 2009 bis 2011 die größte Hausse aller Zeiten erleben. Eine Asset-Inflation gigantischen Ausmaßes, die aus zwei verschiedenen Ansatzpunkten her historisch völlig einmalige Dimensionen annehmen müsste. Erstens: So einen heftigen Stimulus wie gegenwärtig haben Volkswirtschaften noch niemals zuvor in der Geschichte erlebt. Und zweitens: Ein Überspringen der Asset-Inflation auf die Gütermärkte ist durch die enormen Angebotsüberschüsse dort nahezu ausgeschlossen. Ein Idealszenario also. Es müsste eine regelrechte Explosion der Assetpreise geben.

Ich schreibe hier bewusst stets „müsste“. Denn das, was ich schreibe, sind rein logisch-theoretische Überlegungen. Vorstellen kann man sich ein derartiges Szenario gegenwärtig ebenso wenig wie eine fünfte oder sechste Dimension, die ein Mathematiker jedoch problemlos beschreiben kann. Aber so ist es ja immer an der Börse: Wir sind eben alle nicht mehr als Saisongemüse. Bernd Niquet

 


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  1. Pingback: Blick Log » Presseschau: Die Blicke in die Wirtschaft am 30. März 2009

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