Ben Bernanke sucht nach Halt..

Der Chef der US-Notenbank hat gestern vor dem Kongress ein eher düsteres Bild der wirtschaftlichen Lage der USA gezeichnet. Die Verbraucherstimmung, der Arbeitsmarkt, die Inflation, alles könnte noch viel schlimmer werden. Allerdings glaubt er fest an eine Comeback der US-Konjunktur. Im Jahr 2010… Vielleicht….

Der Zeitpunkt der gestrigen Rede war denkbar schlecht gewählt an einem Tag an dem der Dollar ein neues Allzeittief gegenüber der europäischen Gemeinschaftswährung markierte. Deutlich konnte den Amerikanern diebrenzlige Lage wohl nicht dargestellt werden.

Die massiven Zinssenkungen und Steuergeschenke an US Bürger haben bisher nicht den gewünschten Erfolg gebracht, sondern ganz im Gegenteil könnten beide Maßnahmen die Inflation anheizen. Die Teuerung bei den Erzeugerpreisen ist inzwischen die höchste seit 26 Jahren! Hält dieser Trend an, würde es eventuell zur weltweit gefürchteten Stagflation kommen, eine Mischung aus wirtschaftlicher Stagnation und Inflation. In einem solchen Fall hätte die US- Notenbank kaum noch Mittel, dagegen zu steuern.

Beim Häusermarkt erwarte er, dass dieser auch in den nächsten Quartalen die wirtschaftliche Entwicklung belasten würde.“ Ebenso beim Arbeitsmarkt sei es möglich, dass dieser sich schlechter entwickele, als die FED derzeit erwarte. Kurzfristig gebe es jedoch Hoffnung. „Unsere jüngsten Projektionen gehen davon aus, dass bis 2010 das Produktionswachstum nahe oder ein wenig über den langjährigen Trend steigen könnte und die Arbeitslosenquote wieder sinkt.“

Am US-Aktienmarkt kamen die Aussagen trotzdem gut an. Der S&P 500 drehte nach anfänglichen Verlusten ins Plus. Händler begründeten das damit, dass Ben Bernanke die Hoffnung auf weitere Zinssenkungen geschürt habe mit dem Satz, die FED werde „falls nötig zeitnah handeln und eine adäquate Versicherung gegen Abwärtsrisiken zur Verfügung stellen“.

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