Ausweitung des „naked short sellig“ Verbotes durch die SEC

Die Securities and Exchange Commission hat heute erklärt, ihr seit 21. Juli geltendes Verbot ungedeckter Leerverkäufe bis zum 12. August zu verlängern. Bis dahin will die Behörde neue Regeln formuliert haben, die Beschränkungen auch für den breiteren Markt beinhalten werden.

Die derzeitige Regelung betrifft die Aktien von 19 Finanzkonzernen, darunter die angeschlagenen Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac, die Investmentbanken Goldman Sachs, Merrill Lynch und Lehman Brothers sowie die in New York notierten Titel von Allianz und Deutscher Bank. Bei ungedeckten Leerverkäufen, auch „naked short selling“ genannt, verkaufen Marktteilnehmer Aktien, die sie zuvor gar nicht geliehen haben, wie dies bei regulären Leerverkäufen der Fall ist.

Das ist möglich, weil die Papiere in den USA erst drei Tage nach dem Geschäft tatsächlich geliefert werden müssen. Voraussetzung für den Leerverkauf ist aber, dass der Short Seller – etwa ein Hedge-Fonds – sichergestellt hat, dass die Aktie bei einem anderen Marktteilnehmer, in der Regel Makler oder Investmentbanken, zur Leihe bereit liegt. Kauft der Leerverkäufer die Aktie nicht selbst rechtzeitig am Markt zurück, könnte er also die Aktienleihe in Anspruch nehmen.

Der von der SEC unerwünschte Effekt dieser Praxis liegt darin, dass auf dieselben zur Leihe bereitstehenden Kontingente mehrfach Verkaufsaufträge gegeben werden können, womit ein massiver Verkaufsdruck aufgebaut werden kann. Die Finanzaufsicht sieht darin die Gefahr manipulativer Eingriffe. Dagegen hat die SEC nichts gegen reguläre, gedeckte Leerverkäufe, bei denen die Erfüllung des Wertpapiergeschäfts, also die tatsächliche Lieferung der verkauften Aktien, durch einen Leihvertrag sichergestellt ist.

Quelle: boerseARD

 

Kommentar verfassen

Top