Alibaba plant Mega-Börsengang

Der Börsengang des chinesischen Internet-Giganten Alibaba soll das größte IPO aller Zeiten werden. Jack Ma, der Gründer und CEO von Alibaba plant sein Unternehmen in Kürze an der Wall Street zu platzieren und erhofft sich einen Unternehmenswert von knapp 150 Milliarden Dollar, bei einem Platzierungsvolumen von zunächst 15 Milliarden Dollar. Der ehemalige Englisch-Lehrer hat das Unternehmen, das heute mehr Waren über das Internet vertreibt als Amazon und Ebay zusammen, einst in seiner Ein-Zimmer-Wohnung gegründet. Soweit zu einer wirklich beindruckenden Lebensgeschichte eines einzelnen Mannes, dem es sicherlich vergönnt ist nun die Früchte seiner Arbeit zu ernten. Ob Alibaba allerdings wirklich den oben genannten Betrag wert ist, darf zumindest angezweifelt werden. Goldman Sachs taxierte den fairen Wert des Unternehmens kürzlichauf 153 Milliarden Dollar, die Schätzungen der Macquarie Group liegen gar bei 200 Milliarden Dollar…!

Grundsätzlich muss man sich auch die Frage stellen, warum der Internet-Riese gerade jetzt an die Börse strebt. Die knappe Antwort darauf könnte lauten: Weil das Umfeld für Internet Börsengänge gerade sehr günstig ist. Aber so ist es nicht, viel mehr liegt nahe, dass hier Altaktionäre nun Kasse machen wollen. Es gibt zudem durchaus auch Beispiele die bereits ab dem Börsengang zur Vorsicht mahnen. Seit Kurzem wird die Firma King Digital an der Börse gehandelt. Der Spieleentwickler des Spieles Candy Crush konnte zuletzt die Gewinne deutlich steigern, ist aber aus Anlegersicht dennoch etwas problembehaftet. Ebenso wie bei so manch anderem Branchenvertreter bestand im Vorfeld des Börsengangs die große Gefahr, dass nach der ersten Euphorie hier schnell Ernüchterung einkehrt, was sich nun auch entsprechend im Aktienkurs abgebildet hat.

Eine ähnlich schwierige Situation finden wir unter Umständen bei Alibaba wieder. Die Erwartungen könnten etwas zu hoch gesteckt sein. Zuletzt schien das chinesische Unternehmen, zum einen an seine Wachstumsgrenzen zu stoßen, und zum anderen unter der stärker werdenden Konkurrenz zu leiden. Der Marktanteil im Jahr 2013 war rückläufig, lag aber immer noch bei stolzen 45 Prozent. Dennoch, Konkurrent JD.com holt mit großen Schritten immer weiter auf, während sich Google, Yahoo, Ebay und Amazon nach wie vor schwer tun in dieser Region der Welt Fuß zu fassen. Die spannende Frage ist also, wie groß das Stück vom Kuchen dauerhaft für Alibaba sein wird? Ungeachtet dessen verspricht das IPO eines der spannendsten der letzten Jahre zu werden, und ich gehe davon aus, dass man hier in den ersten Tagen durchaus Geld verdienen kann.

Wer bereits im Vorfeld auf den Erfolg oder Misserfolg des Börsengangs setzen möchte, findet u.a. bei Anbieter für binäre Optionen, Anyoption die Möglichkeit darauf zu wetten, was das Unternehmen am Ende des ersten Handelstages wert sein wird. Man kann bis zum Börsengang Wetten zwischen 162 Milliarden Dollar und 200 Milliarden Dollar auf der Oberseite oder zwischen 108 und 60 Milliarden Dollar auf der Unterseite platzieren, wobei die Unterseite bei der zu erwartenden Anfangs-Euphorie etwas riskant erscheint. Dennoch, die besten Zeiten für Internet Unternehmen an der Börse könnten vorläufig vorbei zu sein, wenn man den jüngsten Kursverlauf diverser Highflyer betrachtet… In diesem Sinne wünsche ich allen interessierten ein glückliches Händchen beim „größten Börsengang aller Zeiten“!

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2 Comments

  1. Pingback: Kleine Presseschau vom 8. Mai 2014 | Die Börsenblogger

  2. Micha said:

    Super Analyse Lars, sehe ich nahezu 1:1 so. Hatte mir die Ergebnisse von Alibaba auch kürzlich näher betrachtet und war von der Entwicklung ziemlich enttäuscht. Hier zeigen sich wirklich eindeutige Anzeichen von ersten „Bremsspuren“ und man versucht jetzt zu einem recht günstigen Zeitpunkt noch ordentlich Kasse zu machen. Kurzfristige Trades in beide Richtungen könnten aber trotzdem super interessant sein, da es selten zuvor einen solchen „Hype“ um einen Börsengang gab und sicherlich viele Trader ein Auge auf das Geschehen haben werden.

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