8 zu 1 für Österreich!

Montagabend geht es für Österreich um alles – zumindest auf dem Rasen. Und das ausgerechnet gegen den Erzrivalen Deutschland. Doch auch wenn die Austria-Elf ausscheidet, kann der Alpenbewohner milde lächeln. Denn er weiß: „Österreich ist das bessere Deutschland.“ Fast täglich erscheinen Jubelarien in den Gazetten, die die Überlegenheit gegenüber dem großen Nachbarn belegen sollen – egal ob in der Wirtschaft oder im Bett.

Kein Wunder, dass der deutsche Arbeitnehmer längst seinen Marsch auf Wien begonnen hat. 71.261 Deutsche verdienen ihre Brötchen in Österreich – etwa 8000 mehr als noch im Vorjahr. Klaus und Günther haben Mustafa und Ali verdrängt. Die Deutschen sind mittlerweile die zweitstärkste Gastarbeitergruppe – noch vor den Türken. Rechtzeitig zum Match Montagabend haben das die österreichischen Sozialversicherungen bekannt gegeben.

Die Deutsche Gesellschaft für Qualität in Wien setzt noch eins drauf: Österreichische Firmenchefs führten im Vergleich zu ihren deutschen Kollegen ihre Mitarbeiter geschickter und hätten clevere Serviceideen. „Österreichische Unternehmer rücken den Menschen als Mitarbeiter und Kunden in den Mittelpunkt, während in Deutschland eher eine technikorientierte Ingenieurkultur vorherrscht“, erklärt Studienautor Benedikt Sommerhoff. Hinzu komme, dass Österreich ein größeres Wirtschaftswachstum, weniger Arbeitslose und geringere Schulden habe.

Jetzt hofft Austria auch noch im Fußball auf eine Neuauflage des „Wunders von Córdoba“ aus dem Jahr 1978. Damals unterlag die deutsche Mannschaft als amtierender Weltmeister mit 2:3 dem österreichischen Team und schied dadurch aus dem Turnier aus. Das Magazin „News“, dem eine DVD mit dem Córdoba-Spiel beilag, war binnen Stunden ausverkauft. Nationaltrainer Josef Hickersberger gibt sich vorsichtig optimistisch: „Wir wissen, dass es uns nur alle heiligen Zeiten gelingt, gegen Deutschland zu gewinnen. Jetzt bei der EM wäre wieder so eine historische Gelegenheit.“ Bleibt für die Deutschen zu hoffen, dass sich die Österreicher einen abgewandelten Slogan aus Baden-Württemberg auf die Fahnen schreiben: „Wir können alles – außer Fußball.“

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