Tag Archive | "Europa"

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Lanxess rauf und Leoni runter?


Heute hat das Spezialchemie-Unternehmen Lanxess die Zahlen zum abgelaufenen Quartal vorgelegt, und die waren erwartungsgemäß schlecht. Im Jahresvergleich musste ein Rückgang des EBITDA von 26,4 Prozent auf nur noch 187 Millionen Euro verbucht werden. Der Umsatz war ebenfalls um zwei Prozent rückläufig und erreichte 2,05 Milliarden Euro. Unterm Strich blieben somit nur 11 Millionen Euro in der Kasse, was einem satten Rückgang um 88 Prozent entspricht. Lanxess Chef Axel Heilmann präzisierte die Prognose für das laufende Jahr und erwartet nun ein operatives Ergebnis zwischen 710 und 760 Millionen Euro, was immer noch in der zuvor angepeilten Spanne zwischen 700 und 800 Millionen Euro liegt.

Dennoch muss der Weltmarktführer für synthetisches Kautschuk weiterhin mit einer eher verhalten Nachfrage nach seinen Produkten im vierten Quartal rechnen. Insbesondere für die Auto- und Reifenbranche sei ein weiter schwieriges Umfeld zu erwarten, hieß es. Die Bauindustrie hingegen dürfte in Europa die Talsohle nahezu durchschritten haben und die Nachfrage nach Agrochemikalien bleibt weiterhin hoch. Die Aussichten für die kommenden Monate bleiben somit insgesamt robust. Von einer echten Trendwende wollte Heilmann aber noch nicht sprechen.

Bei dem Kabelspezialisten Leoni zeigen sich ebenfalls erste deutliche Bremsspuren in der Bilanz. In den letzten drei Monaten konnte der Umsatz nur noch minimal auf 958 Millionen Euro gesteigert werden, der Gewinn vor Steuern und Zinsen sackte um 30 Prozent ab. Nach Steuern fiel der Rückgang sogar noch etwas größer aus und betrug 40 Prozent. Um die Jahresprognose noch erfüllen zu können muss Leonie nun im letzten Quartals des Jahres einen Überschuss in Höhe von 55 Millionen Euro erwirtschaften. Die Jahresprognose wurde heute erneut bestätigt. Die Aktie ist in den vergangenen Monaten hervorragend gelaufen und könnte nun auch einmal zu einer mehrtägigen Verschnaufpause ansetzen, da die Erwartungen des Marktes den heute vorgelegten Zahlen wohl etwas vorausgelaufen sind.

Während also bei der Leoni Aktie auch aus charttechnischer Sicht der Anstieg nun erst einmal ausgereizt sein könnte, besteht bei der Lanxess Aktie heute mal wieder die Möglichkeit, dass die Vorlage der Zahlen einen Wendepunkt zum Besseren markiert. Die Zahlen waren nicht so doll, die Erwartungen des Marktes aber ebenfalls so gering, dass diese nun durchaus als positive Überraschung gewertet werden könnten. Das ist zwar nur bedingt logisch, war aber in den letzten Wochen bei vielen anderen Aktien ebenfalls zu beobachten. Ich bin selber sehr gespannt, wie der Markt hier reagieren wird… !

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Daimler vor erneuter Gewinnwarnung? – Kurzfristig mehr Risiken als Chancen


Die Daimler Aktie handelt heute im frühen Handel Ex Dividende in Höhe von 2,20 Euro und damit in etwa fünf Prozent tiefer als zum gestrigen Xetra Schlusskurs. Ungefähr um diesen Betrag konnte die Aktie gestern auch zulegen, und das nachdem Daimler Chef Dieter Zetsche die Anleger auf der Hauptversammlung in Berlin eher auf trübere Zeiten in naher Zukunft eingestimmt hatte. Die Absatzkrise in Europa hinterlässt auch bei Daimler deutliche Spuren…”Seit Jahresbeginn ist die Nachfrage in den europäischen Märkten stärker zurückgegangen als erwartet.” “Deshalb werden wir überprüfen, ob unsere bisherigen marktbezogenen Annahmen für 2013 noch Gültigkeit haben.” verkündete der Firmenchef.. Das sind keine besonders guten Vorzeichen für die kommenden Monate, würde ich mal vermuten!

Der Markt befürchtet nun eine weitere Gewinnwarnung des Konzerns, was angesichts der sich weiter eintrübenden Lage auf dem europäischen Automarkt wohl auch nicht ganz unbegründet ist. Obwohl man auch festhalten sollte, dass Daimler trotz rückläufiger Verkäufe in Europa beim Absatz insgesamt immer noch mit gut drei Prozent über dem Wert des letzten Jahres liegt. In den ersten drei Monaten des neuen Jahres wurden somit insgesamt 350.000 Fahrzeuge abgesetzt, wenn auch überwiegend die kleineren Modelle A- und B-Klasse, die deutlich weniger Marge abwerfen als beispielsweise die E- oder S- Klasse.

Daimler Aktie Chart 5 Jahre

In knapp zwei Wochen will sich Daimler Chef Zetsche nun konkret zur Jahresplanung für das Gesamtjahr 2013 äussern. Bislang ging man davon aus dass das Ergebnis der Autosparte in etwa auf dem Vorjahresniveau bei 4,4 Milliarden Euro liegen werde – eventuell etwas darunter. Weitere Rückgänge sollen hier auch durch das umfangreiche Sparprogramm bei Daimler aufgefangen werden. Der Blick in die  nahe Zukunft des Automobil-Konzerns bleibt somit weiterhin ungewiss. Ein Grund sich heute mal wieder den Chart der Daimler Aktie etwas genauer anzusehen:

Daimler Chart 6 Monate

 

Wie Sie im oberen 5-Jahres Chart sehen können, befindet sich die Aktie seit Jahren in einer Keilformation, aus der es auch zuletzt nicht gelungen ist nach oben auszubrechen. (Zum Vergrößern der Charts bitte 2 x klicken) Die hier eingezeichnete hellgrüne Linie markiert aus meiner Sicht nun das nächste wahrscheinliche Kursziel der Aktie, bevor dann ein weiterer Ausbruchsversuch nach oben folgen könnte. In der vergrößerten und kurzfristigen Darstellung unten ist zu erkennen, dass die Aktie gerade im Begriff ist zunächst den mittelfristigen Abwärtstrend wieder aufzunehmen. Selbstverständlich ist es auch denkbar dass die Aktie hier nun wieder nach oben abdreht. Hierzu darf aber keinesfalls das Kursniveau um die 39,85 Euro unterschritten werden. Denn dann wären eher Kurse um die 37,- Euro kurzfristig wieder in Reichweite.

Das Daimler Chartbild hat sich zuletzt wieder deutlich eingetrübt. Grundsätzlich würde ich hier lieber abwarten was Dieter Zetsche in knapp zwei Wochen zu verkünden hat. Die Risiken im Automobilsektor insgesamt haben in den letzten Tagen weiter zugenommen. Und ich gehe davon aus, dass erst die zweite Jahreshälfte wieder zeigen wird dass die deutschen Autobauer der Krise auch weiterhin trotzen können. Kurzfristig überwiegen aus meiner Sicht also über den Sommer hinweg die Risiken. Zudem bleibt Daimler wohl auch weiterhin die schwächste Aktie aller deutschen Automobilhersteller. Ein Rücksetzer auf ca. 37,- Euro bietet sich aber unter langfristigen Gesichtspunkten durchaus wieder zum Kauf einer ersten Position an.

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VW zieht Q3 Absatzzahlen vor, Bentley und Audi mit neuen Rekorden


Der Volkswagen Konzern hat seinen Absatz in den ersten drei Quartalen dieses Jahres noch einmal um stolze 10,6 Prozent gegenüber dem Rekordjahr 2011 steigern können. Von der Marke VW wurden über 4,2 Millionen Einheiten verkauft. Aber auch im Luxussegment konnte der Konzern wieder deutlich zulegen. Insbesondere bei der Marke Bentley dürfte der Anstieg gegenüber dem Vorjahr um satte 24,4 Prozent die Anleger positiv überraschen. Auch die VW Tochter Audi ist weiterhin auf Rekordjagd. Mit einer Steigerung der Absatzzahlen um 12,8 Prozent läuft es hier weiterhin sogar noch besser als beim Mutterkonzern. Erstmals in der Firmengeschichte hat der Audi Konzern schon nach 9 Monaten die Millionen Marke erreicht. Lesen Sie die aktuelle Pressemitteilung >hier<. Lediglich bei Seat musste ein Rückgang um knapp 10 Prozent auf Jahressicht verzeichnet werden, was aber angesichts der Situation in Spanien und anderen Südländern auch nicht weiter verwundert.

Konzernweit konnten 6,80 Millionen Autos in den ersten neun Monaten des Jahres 2012 ausgeliefert werden. Die Zahlen waren ursprünglich erst für den kommenden Freitag erwartet worden. Volkswagen hat sich aber bereits gestern Abend dazu entschieden die Absatzzahlen auf der VW Homepage zu veröffentlichen. Möglicherweise auch um weiteren Spekulationen über Gewinnwarnungen oder ähnlichem rechtzeitig entgegen zu wirken. Zuletzt wurden zur Automobilbranche immer mehr negative Pressemeldungen und Analystenkommentare veröffentlicht. Das heute präsentierte Zahlenwerk dürfte seine Wirkung nicht verfehlen und die Gemüter wieder beruhigen. Nach der leichten Korrektur der VW Aktie in den letzten Tagen sollte nun wieder ein neuer Angriff auf das letzte Hoch möglich sein.

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Alle Macht dem Volke…


Eigentlich wollte ich ja hier im Blog nicht mehr politisieren, die jüngsten Ereignisse in Europa kann man aber einfach nicht ignorieren, auch wenn ich persönlicher im Moment nichts lieber tun würde als das. Die Wahlen in Griechenland haben kurzzeitig tiefe Spuren in den Indizes hinterlassen, und das auch nicht ohne Grund. Eine handlungsfähige Regierung lässt sich offenbar nicht aufstellen, was dazu führt das neue Kräfte im Lande nun ihre große Chance sehen.

Insbesondere der Linksruck in Griechenland lässt kurzzeitig die erneute Sorgen aufkommen dass das Land nicht in der Lage sein könnte eine regierungsfähige Koalition auf die Beine zu stellen. Nach den heutigen Berichten ist dem wohl auch so. Baldige Neuwahlen werden damit immer wahrscheinlicher. Letztlich befürchtete die Finanzwelt auch, dass egal wie die neue Regierung aussehen wird, und wann diese einsatzbereit ist, die dann an der Macht stehenden Politiker sich nicht an die Vereinbarungen der letzten Monate mit der Troika halten könnte. Die Sparziele des Landes sind somit wieder in Frage gestellt. Die Rückzahlung der Gelder aus dem Rettungsfonds werde ebenfalls immer unwahrscheinlicher. Für mich persönlich war diese Rückzahlung sowieso immer unwahrscheinlich!

Der Vorsitzende der erstarkten Ultra Linke Partei Syriza, Alexis Tsipras wird nun mit der Regierungsbildung beauftragt, nachdem alle anderen Versuche bisher gescheitert sind. Das heißt schon etwas! Hier ist nun offensichtlich jemand am Drücker dem sein Über-Nacht-Erfolg bereits jetzt kräftig zu Kopfe gestiegen ist. Dennoch sollte auch den Linken im Lande klar sein dass Griechenland auf viele Jahre oder Jahrzehnte wohl isoliert in der Welt dastehen würden, wenn nun an bereits geschlossenen Verträgen rückwirkend ernsthaft gerüttelt wird, bzw. diese einfach ignoriert werden sollten. Niemand bei gesundem Verstand würde wohl mit Griechen, die sich nicht an solche Vereinbarungen halten, in Zukunft noch Geschäfte machen. Das käme dann wohl auch einem Todesstoß des Landes gleich, der damit einher gehen würde  dass man Griechenland in wenigen Jahren höchstwahrscheinlich zur Dritten Welt zählt.

Ein geordneter Austritt des Landes aus der Eurozone wäre freilich ein anders Szenario, und würde am Ende wohl nur Gewinner zurücklassen. So hart sich das nun anhören mag, aber ich persönlich finde dass die Entwicklungen in Griechenland aus dieser Perspektive nun endlich in die richtige Richtung gehen könnten. Europäische Politiker sprechen sich öffentlich für einen geordneten Austritt des Landes aus unserer Währungsunion aus. Ich denke dass die Gunst der Stunde nun auch genutzt werden sollte um diesen Plan umzusetzen. Wir Europäer würden wohl, aus gegebenem Anlass, auch international den größten Respekt dafür ernten, wenn wir diesen Schritt nun endlich zu gehen bereit sind.

Die Protestwähler in Griechenland haben das erreicht was sie erreichen wollten. Das Volk hat somit in gewisser Weise wieder die Macht übernommen, und die Wiege der Demokratie kehrt zu ihren Wurzeln zurück. Ob sie sich allerdings wirklich über die Tragweite ihres Handelns bewusst sind wage ich an dieser Stelle zu bezweifeln. Vielleicht dämmert dem ein oder anderen griechischen Wähler nun doch dass ein Linksruck in dem Land nicht unbedingt gewünscht sein kann. Eine Regierung die als erste Amtshandlung alle anderen Mitglieder eines Bündnisses enteignen will würde wohl auch nicht davor zurück schrecken dies in abgewandelter Form mit den eigenen Bürgern zu tun, wenn der Karren erste einmal richtig in den Dreck gefahren wurde.

Sollte es also in absehbarer Zeit in Griechenland doch noch zu Neuwahlen kommen, bevor der Geldhahn durch die Geberländer endgültig zugedreht und verplombt wird, besteht noch Hoffnung dass sich das griechische Volk noch einmal besinnt. Ob diese letzte Chance allerdings vom Rest der Welt noch gewünscht wird darf zumindest bezweifelt werden. Alleine der Schaden den die Aussagen von Alexis Tsipras, und die offensichtliche Regierungskrise des Landes, an den internationalen Finanzmärkten nach nur zwei Tagen hinterlassen hat, dürfte ein vielfaches von dem sein was die gesamten Rettung des Landes jemals gekostet hätte…und das nicht zum ersten Mal! Ich persönlich bleibe den Griechen tief verbunden, habe immer nur sehr nette Vertreter des Landes kennen gelernt und finde das Land wunderschön. Spätestens nach dem damaligen Spontan-Referendum von Papandreou, und den heutigen Aussagen von Alexis Tsipras muss man sich als Europäer aber wohl die Frage stellen ob das Land wirklich zu “uns” passt, oder jemals passen wird?

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VW, Daimler, BMW und Audi bleiben Weltspitze – wann zündet der Turbo?


Am 03.04.12  habe ich ja bereits auf die neuen Chancen in dem Sektor hingewiesen: “Heute werden nach mal wieder die Zahlen für den Gesamtfahrzeugabsatz in den USA bekannt gegeben. Nach den zuletzt eher nüchternen Prognosen der Profis, was den europäischen Markt anbelangt, könnten die Absatzzahlen des abgelaufenen Monats März in Amerika für neuen Schwung bei den Autoaktien sorgen. Ich gehe somit davon aus dass wir bei der Veröffentlichung der Daten keine negativen Überraschungen erleben werden. Die deutschen Premiumhersteller VW, Daimler, BMW und Porsche sollten auch im März weiterhin starke Zahlen geschrieben haben. Somit könnte es heute durchaus eine interessante Anlageidee sein die Titel der Autobauer bei Schwäche wieder kurzfristig ins Depot zu nehmen…”

Auch die Daten aus China, die heute veröffentlicht wurden, zeigen lediglich einen sehr moderaten Rückgang von 1,7 Prozent auf 3,77 Millionen PKW im ersten Quartal. Auch hier zeigte sich aber bereits im März wieder eine deutlich steigende Tendenz im Neuwagengeschäft. Insgesamt ging es im März schon wieder um 4,5 Prozent auf 1,4 Millionen nach oben, und somit darf mich die erneut skeptische Reaktion der Fachpresse doch zumindest verwundern… Hervorragend läuft es nach wie vor im Premiumsegment, und hier insbesondere bei den deutschen Automobilherstellern. Daimler konnte seine Absätze exemplarisch um 25 Prozent auf 54.720 verkaufte Autos steigern. Erfolgreich war hier vor allem das Flaggschiff S-Klasse, das 13.400 Mal aus den Autohäusern rollte.

Zum ersten Mal war China nicht nur für Audi, sondern auch für BMW der größte Absatzmarkt. Im ersten Quartal verkauften die Münchner rund 425.500 Autos der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce, und damit rund 11,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Rekorde vermeldete auch Volkswagen, Europas größter Autobauer: Von der Marke VW wurden im ersten Quartal 1,36 Millionen Fahrzeuge ausgeliefert, das sind 10,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Alleine im März wurden 536.000 Fahrzeuge verkauft. Dies ist zugleich das beste Absatzergebnis der Firmengeschichte. Ganz nebenbei ist VW damit bereits heute Weltspitze bezogen auf den Umsatz.

Allen Unkenrufen sogenannter Fachleute zum trotz entwickelt sich das Jahr 2012 offensichtlich zu einem noch besseren Geschäftsjahr für die Deutsche Automobilbranche als 2011. Während also der Umsatz in Europa weiterhin leicht schwächelt können die Absatzzahlen in Nordamerika und Asien diesen Umstand weiterhin locker kompensieren. Das dürfte auch noch eine ganze Weile so bleiben. Hinzu kommt aber noch erfreulicher Weise, dass auch die europäischen Märkte nun wieder erste Erholungstendenzen zeigen. Die Talsohle könnte mit den jüngsten Zahlen somit bereits durchschritten sein. Eine Steigerung der europäischen Absatzzahlen im nächsten Quartal wirkt dann wohl wie ein Turbo, auch auf die Aktienkurse.

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Kommt bald die große Krise bei VW, BMW, Daimler und Porsche?


Ich lese gerade dass laut einer neuen Studie des Zentrums für Automotive Research (CAR) an der Uni Duisburg-Essen der europäischen Automobilbranche die größte Krise seit 18 Jahren drohen soll, und bin doch einigermaßen verwirrt. In der Studie wird auf die schleppenden Neuwagenverkäufe in den ersten beiden Monaten diesen Jahres verwiesen über die wir ja hier auch berichtet hatten. Zudem haben die Autobauer Probleme ihre Produktionskapazitäten auf die schwankende Nachfrage nach Autos kurzfristig umzustellen, hieß es weiter. In den kommenden Monaten rechnet CAR-Direktor Ferdinand Dudenhöffer weiterhin mit schleppenden Absatzzahlen und geht davon aus das 2012 das schlechteste Jahr in Europa seit langem werden könnte.

Zur Erinnerung: Beim letzten mal, als sich Herr Dudenhöffer mit einer pessimistischen Prognose hervortat und er für das Jahr 2010 eine totale Absatzkatastrophe voraussagte, kam alles dann doch irgendwie ganz anders wie wir heute wissen! Zitat damals, “Ich rechne wegen dem Auslaufen der Abwrackprämie in Deutschland mit einem Krisenjahr 2010 für die Automobilhersteller und die Händler.” «Das Jahr 2010 wird grausam»…Der Branche drohten deshalb massive Absatzeinbrüche….” Zuletzt konnte man im August 2011 erneut die skeptischen Worte Dudenhöffers im Handelsblatt lesen.

Sollte man Herrn Dudenhöffer nun als Kontraindikation nehmen? Nicht zwangsläufig, denn grundsätzlich hat er ja im Bezug auf den europäischen Absatzmarkt auch Recht was den aktuellen Rückgang der Neuwagenzulassungen anbelangt. Aber man sollte nach meiner Meinung genau beobachten bei welchen Autobauern die Umsätze eingebrochen sind, und welche von dieser Entwicklung gar profitieren könnten. Letztlich bezieht sich die Studie auch nur auf Europa, und nicht auf die Wachstumsmärkte der nächsten Jahre wie USA und China. Das kommt bei der heutigen Berichterstattung auch nur etwas unklar zu Tage.

Ich halte solche Aussagen wie, “größte Krise seit…” in diesem Zusammenhang aber für sehr bedenklich, und auch nicht unbedingt zielführend, sofern dieser Wortlaut denn tatsächlich gefallen ist. Auch die Argumentation, dass sich die teilweise langen Wartezeiten der Kunden auf Ihren Neuwagen negativ auswirken könnten, weil Kunden dann alleine deswegen bereit sind die Marke zu wechseln, deutet nach meiner Auffassung eher darauf hin das die Erstellter dieser Studie doch sehr weit vom Kunden weg sein müssen. Der Autokunde ist im allgemeinen markentreu das ist ein wesentlicher Punkt bei den Erfolgsgeschichten der letzten Jahre von BMW, Porsche, VW und Daimler.

“Erst nach 2012 werde der Weltautomobilmarkt wieder auf einen neuen, niedrigeren Wachstumspfad einschwenken.” heißt das Fazit dieser Studie laut den Presseberichten. Wir werden sehen ob Dudenhöffer dieses Mal Recht behält…Natürlich kann das Wachstum der Branche nicht ewig so weiter gehen, aber für eine echte Trendwende scheint es noch ein wenig zu früh zu sein. Erst wenn in den Schwellenländern eine gewisse Marktsättigung eingetreten ist. Aber davon dürften wir noch weit entfernt sein! Selbst bei einem zwischenzeitlichen Rückgang der weltweiten Absatzzahlen um 20 Prozent wären VW, BMW, Daimler und Porsche immer noch sehr günstig bewertet.

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