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DAX – Wann ist die Party vorbei ?


Ich weiß ja nicht wie es Ihnen beim Lesen der Schlagzeilen in den letzten Tagen ging, aber mir wird so langsam etwas komisch zumute. Überall kann man nun von neuen tollen Kurszielen lesen, und dass sich ja nun die Börsenwelt wieder grundlegend geändert haben soll. Nicht dass ich mir das nicht auch wünschen würde, aber ich habe irgendwie einen anderen Blick auf die aktuelle Situation an den Kapitalmärkten. Im Einzelnen möchte ich hier nun gar nicht aufzählen was ich so komisch daran finde, es gibt aber neben den üblichen Verdächtigen wie Griechenland, Iran, Portugal, oder auch den jüngsten Frühindikatoren aus der Transportbranche erste Meldungen die mich heute mal wieder besonders nachdenklich gemacht haben.

Unter anderem war in der Presse kürzlich zu lesen, dass nun wieder verstärkt institutionelle Investoren, getrieben durch die verbesserten Konjunkturaussichten und die gestiegene Wertwahrnehmung, in den Markt drängen würden. Manche Medien riefen sogar schon wieder die “Lizenz zum Kaufen!” und Ähnliches aus. Unseriöse Börsenbriefe haben plötzlich die “ultimative Gelddruckmaschine” erfunden und so weiter. Soll heißen dass Anleger nun wieder verstärkt auf Aktien setzen sollten, oder? Der Investitionsgrad im Profilager habe sich inzwischen auf 73,5 Prozent erhöht, hieß es kürzlich in einer Sentix Analyse. Dieser nähere sich damit den Niveaus vom Sommer 2011 an, hieß es zur Begründung.  Hmmm, Sommer 2011, da war doch was…! Nebenbei gesagt deckt sich diese Aussage nicht unbedingt mit den tatsächlichen Börsenumsätzen der letzten Wochen.

Bemerkenswert dabei finde ich auch dass das berichtende Institut, als Urheber dieser Sentiment-Analyse, noch vor einer Woche darüber berichtet hatte dass sich insbesondere die Stimmung bei institutionellen Investoren weiter deutlich verschlechtert habe. Folgerichtig wurde auch auf eine Divergenz zwischen privaten und institutionellen Investoren hingewiesen, die durchaus das Potenzial für einen deutlichen Rücksetzer an den Börsen haben dürfte. Offensichtlich hat sich das Bild der erhobenen Sentiment-Analyse also in den letzten Tagen deutlich verändert. Was dazu geführt haben soll kann ich nicht abschließend beurteilen. Die jüngsten Maßnahmen der FED, weiterhin billiges Geld zur Verfügung zu stellen, wäre eine Erklärung. Für mich im Moment auch die einzige Erklärung für weiter steigende Kurse…

Meine persönlichen Beobachtungen gehen, unabhängig von ein paar Veränderungen im Sentiment, aber eher in eine andere Richtung. Die von uns genannten Kursziele für den DAX wurden erreicht, konnten aber nicht überschritten werden. Sowohl aus charttechnischer als auch psychologischer Sicht sehe ich auf dem aktuellen Niveau eher die Gefahr eines Rücksetzers, als die Chance auf einen weiteren deutlichen Anstieg. Ausstehende politische Ereignisse, ebenso wie eine bislang schwächer als erwartet verlaufende Berichtssaison dürften die Euphorie kurzfristig bremsen. In den einzelnen Charts der Aktien ist deutlich erkennbar dass der Wind bereits gedreht hat, oder bald kräftig drehen könnte. Denn die Charts vieler Blue Chips stehen sozusagen auf der Kippe. Theoretisch reicht inzwischen ein richtig schlechter Tag, um reihenweise Verkaufssignale zu generieren.

Es bleibt also abschließend immer noch die Frage offen ob es sich bei dem Anstieg der letzten Wochen doch nur um eine Bärenmarktrally gehandelt haben könnte? Dies kann wohl zum jetzigen Zeitpunkt niemand seriös ausschließen. In jedem Falle sollte man nun wohl deutlich vorsichtiger werden, und sich nicht medial locken lassen diesen Kursen noch, auf Teufel komm raus, hinterher zu rennen. Die Party könnte erst einmal vorbei sein, was natürlich nicht heißen soll das in diesem Jahr nicht noch einmal kräftig gefeiert wird. Wie in der letzten Ausgabe unseres Newsletters bereits erwähnt rechne ich spätestens im zweiten Quartal noch einmal mit einem deutlichen Rücksetzer, und anschließend mit einem starken Jahresausklang. Vorher kann es auch durchaus noch etwas nach oben gehen. Liquidität treibt eben Kurse!

In oben genannter Pressemeldung heißt es abschließend dann auch “Unter bestimmten Umständen kann ein zu hoher kurzfristiger Optimismus der Anleger ein Kontraindikator, ein Warnzeichen für eine bevorstehende Konsolidierung sein.” Und damit kommen wir wieder zum Kern der Sache. Die Stimmung ist für meinen Geschmack inzwischen wieder zu gut, um nicht bald schon in einer entsprechenden Kursbewegung zu enden. Nicht selten herrscht ein gewisses Maß an Euphorie bevor diese außerordentlich gute Stimmung dann ganz schnell wieder ins Gegenteil kippt. Das war übrigens auch im Sommer 2011 der Fall. Wir hatten den besten Januar seit 1999, was mich für das Gesamtjahr sehr positiv stimmt, kurzfristig aber ermahnt nicht zu viel zu erwarten.

Fazit: Spätestens wenn Sie wieder die ersten Schlagzeilen mit dem Tenor “Börsenrally” in der Boulevard-Presse lesen, sollten Sie gaaaaaanz vorsichtig werden! Für die zuletzt hier besprochenen Positionen hat sich das Bild inzwischen teilweise bereits deutlich verändert. Bleiben Sie also weiterhin vorsichtig und betrachten Sie die Schlagzeilen mit einer gesunden Skepsis.

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Morningcall: Weiter im Aufwärtstrend, Commerzbank im Fokus


Auch gestern konnten die Börsen, nach zwischenzeitlichen leichten Turbulenzen, wieder etwas zulegen. Die kurzzeitige Enttäuschung der Märkte über die Entscheidung von EZB Chef Mario Draghi, die Zinsen nicht weiter zu senken, wurde am Abend wieder gekauft.Deutlich positiv beeinflusst wurde das Marktgeschehen gestern von der sehr positiv verlaufenen Anleiheauktion Spaniens und Italiens. Beide Verkäufe von Staatsanleihen erfreuten sich überraschen hoher Beliebtheit bei den Anlegern. Die Nachfrage war fast doppelt so hoch wie erwartet, während sich die Zinsen für die Anleihen Italiens seit Dezember halbiert haben. Der befürchtete Supergau bei den Refinanzierungsbemühungen der Staaten ist also nicht nur ausgeblieben sondern hat wohl alle positiv überrascht. Am heutigen Freitag steht bereits die nächste Auktion an. Dann will sich Italien mit der Emission vorwiegend dreijähriger Bonds bis zu 4,75 Milliarden Euro besorgen.

Auch die US Indizes vermitteln weiterhin das Bild eines intakten Aufwärtstrends, auch wenn die Umsätze immer noch verhältnismäßig dünn sind, und zur Vorsicht mahnen. Aus den USA kam gestern auch die Meldung dass der Umsatz im Einzelhandel im Dezember nur enttäuschende 0,1% zulegen konnte. Analysten hatten hier bis zu 0,5% erwartet. Ohne die stark gestiegenen Autoverkäufe wäre der Umsatz sogar um 0,2% zurückgegangen. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe waren ebenfalls eine Enttäuschung. Diese ist in dieser Woche auf 399000 gestiegen und belastete die Märkte am Nachmittag auch in den USA. Dennoch gelang es den Indizes im positiven Terrain zu schließen, was wiederum als deutlich bullishes Zeichen gewertet werden kann.

Vorbörslich kann der Dax weiter zulegen. Gelingt es heute die 6.250 Punkte Marke zu überwinden stehen die Chancen auf einen weiteren Anstieg in Richtung 6.400 bis 6.500 Punkte nicht schlecht. Fällt der Index hingegen in Richtung 6.100 Punkte oder darunter ist äusserste Vorsicht geboten! Weiterhin im Fokus der Anleger dürfte die Commerzbank Aktie stehen. Neuen Berichten zufolge braucht das Bankhaus tatsächlich keine staatlichen Hilfen. Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Tag!

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Die DAX Schwäche geht weiter und das Jahr neigt sich – Zeit für etwas Muße


Man muss sich das einmal in Erinnerung rufen. Am 08.07.2011 – dem Höhepunkt des Marktes im Sommer – notierte der S&P500 bei 1360 und der DAX bei 7500. Heute der S&P500 bei 1240 und der DAX bei 5750.

Das ist beim S&P ein Minus von 8,8% und beim DAX von – halten Sie sich fest – 23,3 % ! Und dabei ist die Rechnung noch in Heimatwährung. Hätte man im Sommer von einem Eurokonto den S&P 500 gekauft, wäre die Differenz noch eklatanter, weil das Minus des S&P500 noch kleiner wäre.

Innerhalb von 5 Monaten hat der DAX also gegenüber dem S&P in Euro relativ ca. 20% oder absolut grob 1000 Punkte verloren ! Ehrlich gesagt, eine derartige Divergenz zwischen dem DAX und den US Indizes in so kurzer Zeit habe ich noch nicht erlebt. Und wer im DAX war, kann sich ja noch glücklich schätzen, im CAC und anderen europäischen Indizes sieht es ja noch schlimmer aus.

Und auch heute geht es gnadenlos so weiter, DAX im Minus, S&P500 im Plus. Alle Aktien in Deutschland, auch die Nebenwerte, fühlen sich wie ein nasser Sack an, ein Sack der zwar auch nicht mehr stark fallen kann weil er schon labbrig am Boden liegt, aber eben auch keinerlei Leben mehr in sich trägt.

Was wir gesehen haben und heute wieder sehen, sind die unmittelbaren Auswirkungen des Vertrauensverlustes von Europa an den Märkten. Was letzte Woche beschlossen wurde ist zwar langfristig richtig, löst aber kurzfristig wenig und bedeutet kurzfristig sogar weitere wirtschaftliche Bremsspuren bedingt durch die Sparmassnahmen.

Wir können uns also darauf einrichten, dass uns dieser nervige Markt ohne klare Richtung noch bis in 2012 begleitet. Und auch Anfang 2012 werden wir wohl wieder diese Spreizung haben – zwischen einem Amerika dessen Wirtschaftsdaten langsam wieder nach oben zeigen und einem Europa, dass in den Seilen hängt.

Heute Abend gegen 20.15 Uhr wird mit der FED der letzte für mich absehbare, grössere Katalysator vor dem Jahresende kommen. In meinen Augen hat der Markt damit die letzte Chance noch einen richtigen Sprung zu machen. Danach wird das Handelsvolumen langsam austrocknen. In der Woche vor Weihnachten wird es schon ruhig werden und über den Jahreswechsel passiert dann sowieso nichts mehr. Diese Ruhe, in der auch die Ratingagenturen mal Weihnachten feiern und keine Schlagzeilen mehr produzieren, birgt bei selektiven ausgebomten Titeln im DAX (ala Rheinmetall) durchaus die Chance, dass diese an den ruhigen Tagen ein paar Prozent hoch laufen, weil sie von privaten Schnäppchenjägern über den Jahreswechsel gekauft werden. Aber mehr sollte man in meinen Augen nicht mehr erwarten.

Denn wenn der Markt es diese Woche nicht mehr schafft zu einem Sprung anzusetzen, kann man das Jahr wohl abhaken. Mit einem Auge muss man trotzdem wachsam bleiben, denn das Thema Iran schwebt weiter über unseren Köpfen und Feiertage sind da aus militärtaktischen Gründen eher Risikotage, als Tage der Ruhe.

Auch für mich hatte 2011 eine sehr schwierige zweite Jahreshälfte. Gegenüber dem oben genannten 08.07.11 habe ich aktuell – über alle Depots hinweg – gerade einmal 1% verloren. Damit muss ich mich nicht verstecken, zumal wenn der Heimatmarkt um mehr als 20% abstürzt. Aber ein Verlust ist es trotzdem und letztlich hatte man im zweiten Halbjahr viel Arbeit, viel Energieaufwand und am Ende trotzdem kein Ergebnis. Es gab definitiv bessere Jahre. Hoffen wir, dass 2012 uns positiv überrascht. In Anbetracht des extrem negativen Konsens mit Blick auf 2012, ist das durchaus möglich.

Meine Beiträge werden hier nach dieser Woche nun auch spärlicher werden, denn wenn der Markt diese Woche nicht zum Sprung ansetzt, stelle ich die meisten meiner Positionen glatt und habe dann endlich mal wieder Zeit, mit meinem kleinen Sohn auch in der Woche am Nachmittag einen Ausflug zu machen. Er möchte gerne schwimmen und tauchen lernen, da hat Papa doch mal eine schöne Aufgabe.

Darauf freue ich mich ! Wenn der Markt einem keine Freude macht, sollte man sich diese woanders suchen. (HS)

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Wochenabschluss – Gedanken zum Markt


Hier wieder ein paar meiner losen Gedanken zum Abschluss dieser Woche. Geschrieben am Freitag gegen 15 Uhr. Die Uhrzeit muss man ja in diesem Markt immer dazu schreiben, denn schon 3 Stunden später kann diese verrückte Welt anders aussehen und ein Artikel aus der Zeit gefallen sein.

Es handelt sich nicht um grundlegende Analysen und nicht alles ist zu Ende gedankt, ich möchte Sie einfach daran Teil haben lassen, was mir zu den Märkten derzeit so durch den Kopf geht. Vielleicht hilft es Ihnen ja an der einen oder anderen Stelle.

Algos, Momentum und der Zeigefinger des nervigen Oberlehrers ;-)

Diese Woche konnten wir es wieder beobachten. Wenn der Markt einmal in eine Richtung in Bewegung geraten ist, dann ist er nicht mehr so schnell zu drehen. Erneut hat sich bewahrheitet, was ich hier letzte Woche mit Hinweis auf den 04.10. thematisiert hatte: wenn der Markt dreht, muss man schnell auf den Zug springen und sich dann eine Zeit lang mittreiben lassen.

Wer diese Woche noch den negativen Bias der Vorwochen hatte, weil er nicht so schnell umschalten konnte und wer die Rallys am Montag oder Mittwoch geshorted hatte, weil er mit negativem Bias glaubte das dreht schon wieder, der wurde vom Markt einfach platt gewalzt. Und nein, das ist kein Zufall oder Pech, sondern das ist in meinen Augen schlicht ein Fehler den man selber gemacht hat und hätte vermeiden können. Ich weiss, dass ist hart und nicht das was man dann hören möchte, viel leichter ist es derartige Fehleinschätzungen auf einen erratischen Markt abzuschieben und sich damit selber zu entlasten. Aber wer hat gesagt, das Erfolg an den Märkten einfach wäre ? Er ist es nicht und war es auch noch nie. Er erfordert vor allem brutale Offenheit gegenüber den eigenen Fehlern. Und das ist verflucht schwierig, denn mit der menschlichen Psychologie, voller Ego und Beharrungswillen, ist man sich am Markt selbst der grösste Feind.

Denn Grund für dieses wiederholte und durchaus berechenbare Verhalten des Marktes sind die Algos, die neue Trends verstärken und zeitlich ausdehnen. Das ist eine wirklich wichtige Regel die unbedingt jeder verinnerlichen sollte, der in diesem volatilen Markt Geld verdienen will: Vergesst Eure Meinung zur Marktrichtung und folgt demütig und zupackend dem Momentum ! Mr. Market interessiert sich überhaupt nicht dafür, was wir glauben. Er rennt einfach in eine Richtung und zwar immer länger als wir glauben. Und dann, wenn wir fehlbare und emotionsgetriebene Menschen endlich unsere Meinung ändern und uns an die vermeintlich neue Richtung adaptieren, dann dreht Mr. Market auf dem Fuss und lässt uns verblüfft und frustriert zurück. Denn Algos zögern nicht so lange wie wir Menschen, sie sehen das Momentum und agieren emotions- und gnadenlos. Bitte denken Sie also daran: im Markt des Jahres 2011 fängt nur der frühe Vogel den Wurm !

Die nächste Woche

Nach der laufenden Rally steigt nun das Risiko, das der Markt – je näher der 08./09.12. mit dem EU Gipfel kommt – wahrscheinlich wieder in Unsicherheit verfällt. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass der Markt deutlich nachgibt. Denn das Momentum dieser Woche war gewaltig und viele Institutionelle die am Montag oder Mittwoch an der Seitenlinie standen, sind wohl noch in Schockstarre – wie ein Reh das plötzlich auf der Landstrasse in helle Scheinwerfer schaut. Die werden jeden Dip nun eher kaufen als verkaufen. Aber es bedeutet das bis zum EU Gipfel der Hauptteil der Bewegung nach oben wahrscheinlich verfrühstückt ist. Die nächste Woche wird also eher von einer Seitwärtsbewegung oder einem langsamen Bröseln nach unten gekennzeichnet sein. Einen Sprung über 6300 im DAX vor dem EU Gipfel kann ich mir nur schwer vorstellen.

Diese Erwartung dürfte sich nur dann als falsch heraus stellen, wenn im Vorfeld schon Einigungsdetails heraus diffundieren sollten, die der Markt sehr positiv aufnimmt. Es ist aber völlig unklar ob das passiert und ob bzw wie eine Einigung überhaupt aussehen könnte. Ich bin da eher skeptisch. Denn die Gedanken zu einer stärkeren Integration eines Kerneuropas sind ja nett und werden ja nun auch von Sarkozy vertreten. Nur leider hat Sarkozy kommendes Frühjahr Präsidentschaftswahlen, bei denen es für ihn nicht gut aussieht.

Und die sozialistische Opposition macht schon kräftig Stimmung gegen die „teutonische Dominanz“ und versucht Sarkozy als Weichei darzustellen, dass sich gegen Merkel nicht durchsetzen kann. Wie dieser Mann, dessen Ruf in Frankreich sowieso abgewirtschaftet ist, gegen Panikmache vor teutonischer Dominanz die Wahl gewinnen will, bleibt mir ein Rätsel. Sarkozy versucht die Franzosen nun auf harte Zeiten, Sparen und eine Ende der fröhlichen Sozialpolitik mit der Giesskanne einzustimmen. Das ist ja sehr ehrenwert, aber werden es ihm die französischen Wähler danken, die immer noch glauben eine 35 Stunden Woche wäre die Basis für Erfolg an den Weltmärkten ? Wohl kaum, der Wähler wählt weltweit halt am Ende immer ganz opportunistisch, was ihm kurzfristig die Tasche füllt. Und die Schalmeiengesänge, dass das ganze Sparen ja alles nicht nötig sei werden verfangen und Sarkozy wird wohl abgewählt werden. Unser Problem und das des Euros ist aber, das die sozialistische Opposition noch stärker als Sarkozy vor allem eines will: die EZB Geld drucken lassen, damit man fröhlich weiter Geld verteilen kann, das man nicht hat. Ich kann mir persönlich also eine grundlegende Reform der EU nur schlecht vorstellen, die Wahlen in Frankreich machen da alle Wünsche wohl leider zur Makulatur. Und ohne Frankreich geht nichts in der EU. Keine guten Aussichten für die nächsten Monate.

Fazit: Wer die Rally bis heute Freitag verpasst hat, muss in meinen Augen jetzt nicht mehr sofort aufspringen. Ich würde dann erst den EU Gipfel abwarten. Sollte dort aber wider Erwarten ein überzeugendes Konzept aufgelegt werden, dann wird der Markt zum Jahresende noch einmal gewaltig Fahrt aufnehmen. Wer den Zug diese Woche verpasste, hat dann vielleicht noch ein Chance. Denn in so einem Szenario sind 7000 im DAX dieses Jahr noch drin. Und sollte der Gipfel scheitern, wird der Markt wohl richtig abstürzen. Besonders fies ist, dass sich diese Entwicklung dann wahrscheinlich erst über das kommende Wochenende abzeichnet, der übernächste Montag der 12.12.11 wird also so oder so “lustig”. Bis dahin kann ich mir aber vorstellen, dass der Markt bei ca. 6300 einen Deckel hat und daher sollte man nächste Woche wohl erst einmal abwarten und Tee trinken.

Iran

Hier gibt es nicht viel Neues zu sagen, ausser erneut auf diesen Artikel zu verweisen falls ihn jemand noch nicht gesehen hat. Das Thema ist eindeutig im Eskalationsmodus, alle Signale deuten darauf hin und die diplomatischen Schritte im Vorfeld sind ganz typisch für derartige Abläufe. Besonders gefährlich ist das Thema, weil es die Börsen noch überhaupt gar nicht auf dem Radar haben, alles wird von der Euro Thematik im Moment überdeckt. Da ist also noch viel Raum für negative Überraschung an den Börsen, selbst wenn es am Ende nicht zu einer militärischen Konfrontation kommen sollte.

Das Makrobild zum Jahreswechsel

Ich hatte ja schon verschiedentlich erwähnt, dass ich mit einem schwierigen 2012 rechne. Und ich hatte auch schon erwähnt, dass diese meine Sicht zunehmend Konsens wird und mich das irritiert. Jetzt hat auch Goldman Sachs seine Kunden vor 2012 gewarnt und das macht mir Angst. Siehe hier. Nicht weil Goldman diese Meinung vertritt, sondern weil man bei den Makro-Aussagen von Goldman für Otto-Normalverbraucher in der Vergangenheit oft gut gefahren ist, das genaue Gegenteil zu machen. Ist ja auch kein Wunder, wenn Grossbanken für den Eigenhandel oder die wirklich wichtigen Kunden kräftig einkaufen wollen, brauchen sie einen Markt der ihnen die Titel günstig verkauft. Ob das Zufall oder System ist, vermag ich nicht mit Gewissheit zu sagen und sollte jeder für sich selber entscheiden. Vielleicht ist es ja auch wirklich Zufall, weil die Vorhersagen schlicht Konsens sind und der Konsens an der Börse fast nie Recht hat. Offiziell kann es kein System sein, weil da gibt es ja eine total unüberwindbare „Chinese Wall“ in den Unternehmen …..

Summa Summarum ist das negative Bild von 2012 nun also derartig breiter Konsens geworden, dass es fast gar nicht mehr eintreten kann. Denn das der Konsens von 90% der Marktteilnehmer tatsächlich eintritt ist nahezu unmöglich. Versuche ich das Bild etwas differenzierter zu sehen, kann ich mir also für 2012 eine zweigeteilte Welt vorstellen, in der Europa zwar weiter rumwurschtelt und nicht richtig in die Pötte kommt, in Amerika aber 2012 die Konjunktur richtig loslegt. Die aktuellen Konjunktursignale aus den US bestätigen dieses Bild durchaus. Ich werde also die Lage am Jahresanfang 2012 genau beobachten und sollte sich die amerikanische Konjunktur weiter verfestigen, werde ich US Aktien noch mehr Raum geben als bisher schon angedacht.

Ich wünsche allen ein erholsames Wochenende und kommen Sie gestärkt und mit frischem Mut in die nächste Woche. Sie werden Kraft und Mut brauchen ….. (HS)

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Die chinesische Wasserfolter der Ratingagenturen – der Test der Rally ist da !


Nachdem die Märkte sich gestern sehr konstruktiv verhalten haben und den starken Anstieg von Montag halten konnten, ist heute morgen – wie hier dargestellt, der Test der Rally von Montag da.

S&P hat gestern Abend 37 US Banken herab gestuft und die Futures deuten als Folge auf einen schwachen Tagesbeginn. Zu den Ratingagenturen äussere ich mich lieber nicht mehr. Die Welt wäre besser dran, wenn man diese nur noch ignorieren würde. Denn Warnungen und Herabstufungen sind ja kein Problem, wohl aber die Art und Weise in der das tröpfchenweise geschieht – diese chinesische Wasserfolter die rein prozyklisch wirkt und eine selbsterfüllende Prophezeihung schafft.

Die Notenbanken haben ja gelernt, wie man die Märkte auf wichtige Aussagen und Bewertungen vorbereitet. Das schliesst ausdrücklich eine Ankündigung ein, wann man überhaupt neue Aussagen macht, damit die Märkte sich vorbereiten können. Bei diesen in meinen Augen nutzlosen und aufgeblähten Organisationen mit Namen “Ratingagenturen” aber, scheint es dagegen zum guten Ton zu gehören einfach fröhlich drauflos zu plappern. Es ist ein echter Treppenwitz, dass sich die Märkte und die Politik freiwillig von dem Urteil dieser privaten Organisationen abhängig gemacht haben und damit das Wohl von ganzen Gesellschaften an das Urteil von namenlosen “Experten” in Hinterzimmern binden.

Für den Markt ist das aber heute nun der entscheidende Test. Ich denke heute wird sich zeigen, ob der Anstieg vom Montag der Beginn einer richtigen Rally oder nur ein kurzes “One-Day-Wonder” war. Der DAX sollte heute idealerweise die 5700 halten können, zumindest aber zum Handelsschluss die 5650 halten. Und idealerweise sollte der Markt nach anfänglicher Schwäche im Laufe des Tages wieder Kaufinteresse zeigen.

Sollte der DAX signifikant unter 5650 schliessen, wäre das für mich das Signal diese Rally schon wieder abzuschreiben und erneut auf Defensive zu schalten. Sollte der Markt dagegen diese Herabstufungen einfach wegstecken und weiter hoch schieben, wäre das für mich das Signal dieser Rally länger zu trauen und mit Sicht auf das Jahresende auf höhere Kurse zu setzen.

Ich wünsche allen heute gute Entscheidungen ! (HS)

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DAX, S&P 500 und Co. – Ist das die Wende ?


Ist das heute die Wende und der Beginn einer kleinen Rally zum Jahresende, von der ich hier in diesem Post erst letzten Mittwoch geschrieben habe ? Erleben wir gerade die Wiederholung des 04.10.11, die ich in dem genannten Artikel skizziert habe ?

Kann sein, muss aber nicht. Vergessen Sie bitte nicht, dass viel wichtiger als die dynamische Bewegung des heutigen Tages die Bestätigung Morgen sein wird. Denn hier sind nun drei Dinge im Spiel. Auf der einen Seite eine extrem überverkaufte Markttechnik, die nach einem Bounce geradezu “gebettelt” hat, worauf ich ja in den letzten Tagen hingewiesen habe. Auch die beiden “Buying on Weekness” Tage im SPY hatte ich ja erwähnt und diese haben sich wiederum als guter Vorlauf-Indikator für solche Wendepunkte bewährt.

Auf der anderen Seite gibt es aber auch jede Menge positive Hoffnungen, die in die diversen politischen Gerüchte rund um die Euro-Zone hinein interpretiert werden und die Lars hier in diesem Post ja beschrieben hat. Und zu guter Letzt die guten Daten aus den Kaufhäusern, nicht nur in den USA, sondern durchaus auch in Deutschland, die das Bild einer unmittelbaren Rezession in Frage stellen.

Die überverkaufte Markttechnik wird aber spätestens Übermorgen verschwunden sein. Damit fällt die Unterstützung durch die Markttechnik dann weg. Und dann wird sich zeigen, ob hinter den Gerüchten um die EU Zone mehr als nur eine verzweifelte Hoffnung ist. Erst dann, Morgen, spätestens Übermorgen, wird diese Rally den wahren Test erfahren.

In dieser Lage und an diesem entscheidenden Wegpunkt, möchte ich daher noch einmal ein paar wichtige Gedanken in Erinnerung rufen. Vieles davon haben wir in den letzten Tagen schon verschiedentlich gesagt, hier aber noch einmal gebündelt:

1. Wenn man von diesen dynamischen Gegenbewegungen profitieren will, muss man sehr früh und massiv aufspringen. Wer heute Morgen bei DAX 5580 den Mut hatte, wurde Intraday immer noch mit 3% belohnt. Und kann seine Stops in die Komfortzone ziehen und das weitere Geschehen ohne grosses Risiko beobachten.

2. Typischerweise wird sich Morgen am Vormittag eine erneute Chance eröffnen, wenn es kleine Gewinnmitnahmen auf die Rally von Heute geben könnte. Mglw passiert das auch schon heute. Auch diese Chance kann man in meinen Augen mitnehmen, aber nur mit sehr, sehr engen Stops, denn der Test dieser Rally wird definitiv kommen und zwar spätesten Übermorgen.

3. Im Moment haben wir alle Signale eines V-Bottoms wie am 04.10.11. Der Markt hatte in den letzten Monaten einige solcher V-Rebounds, insofern ist das gar nicht mal unüblich. Das liegt auch an den immer mehr dominierenden Algos, die Bewegungen verstärken und verlängern. Was nach dem 04.10.11 passierte – eine wochenlange Rally – wissen wir ja. Auch heute neige ich in Anbetracht der Dynamik und des Momentums des Rebounds eher dazu, der Rally mehr als nur einen Tag zu geben. Ich vermute da “geht” noch was und halte es für wahrscheinlicher, dass das der Beginn einer umfangreicheren Bewegung ist, als das der Markt Morgen schon wieder wegbröselt. Trotzdem ist auch das “Bröseln” sehr gut möglich.

4. Sollte die Rally den Test Morgen oder Übermorgen bestehen und weiter hochschieben, wird der Performance-Druck der Institutionellen zum Jahresende extrem stark werden und immer wieder Geld in den Markt fliessen und damit die Rally befeuern. Um den Test zu bestehen, sollte der DAX die 5700er Zone Morgen im Wesentlichen halten können. Fallen wir deutlich und dauerhaft wieder unter 5650, würde ich den Test als verfehlt betrachten. Besteht der Markt aber den Test, dann ist die Jahresendrally da und ich vermute dann werden viele erstaunt über die Brutalität der Aufwärtsbewegung bis Weihnachten sein, denn wenn Geld so kurzfristig in “Torschlusspanik” in den Markt schiebt, dann gibt es massive Übertreibung nach oben. Dann sind die 6400 vom Oktober und etwas mehr wieder schnell in Reichweite.

5. Sollte die Rally kommen, sollte man diese definitiv mitnehmen, sich aber für 2012 davon nicht blenden lassen ! Gerade wenn es eine Art “Torschlusspanik” gibt, werde ich diese Stärke nutzen um zum Jahreswechsel neutral positioniert zu sein. Und dann warte ich erst einmal ab, wie sich die Grosswetterlage weiter entwickelt.

6. Bei aller Markttechnik, wir dürfen nie vergessen: Dominiert wird das alles aktuell durch die Politik und eine falsche Nachricht und alles fällt in sich zusammen ! Jeder der diese Rally spielt, sollte sich dieses Risikos bewusst sein.

Ich wünsche allen ein gutes Händchen. Wenn es noch eine Jahresendrally geben sollte, dann ist das hier *die* Chance. Nun ist also äusserste Aufmerksamkeit gefragt ! Zögerlichkeit wird hier nach meiner Ansicht nicht zum Erfolg führen ! Eher beherztes Zupacken, verbunden mit konsequenter Absicherung nahe am Einstiegspreis. (HS)

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Tagesupdate – Die Definition eines kaputten Marktes


Marktupdate 17:20 Uhr 22.11.11.

Wie definiert man einen kaputten Markt ?

- Wenn der DAX trotz extrem überverkaufter Markttechnik keinerlei Bounce hinbekommt.
- Wenn ein DAX Titel wie die Commerzbank um 17% abraucht.
- Wenn Blut auf den Strassen fliesst und alles tiefrot ist (bis auf Gold)

So ein Tag ist Heute am Tage des Herrn 22 November 2011. Wer jetzt noch aufrecht steht hat eindeutig Nehmer-Qualitäten.

Der Markt ist damit wieder an einem Punkt, wo er eigentlich nur noch zwei Möglichkeiten hat:

(a) Eine brutale Rally aus dem Nichts. Keiner wird wissen woher sie kam und es wird auch keinen sichtbaren Grund dafür geben. Sie passiert weil einfach die Verkäufer ausgehen.

(b) Ein totaler Zusammenbruch der uns bis 5000 und darunter bringt – und das in aller kürzester Zeit !

Wenn Sie mich fragen woran ich glaube ?
Mein Kopf und meine Erfahrung sagt (a)
Mein Bauch und das Preisverhalten des Marktes sagt (b)

Wem trauen Sie mehr, Kopf oder Bauch ? Ich halte in solchen Momenten die Füsse still. Ich bin immer noch 40% Long im Investment-Depot nun mit grossem Teil in Gold und Goldminen und ansonsten hoch kapitalisierten Qualitätsaktien. Und Short im Tradingdepot mit sehr engen Stops.

Und ich versuche diesem Moment mit Ruhe und klarem Kopf zu begegnen. Ich habe keinen Einfluss darauf was der Markt macht, dafür aber um so mehr wie ich damit umgehe.

Ich wünsche allen viel Glück und Erfolg ! Wer diesen Markt ohne allzu schlimme Verluste überlebt, kann schon alleine deshalb auf sich stolz sein. (HS)

PS: Ich habe gerade gemerkt, dass ich bei den Tags durch einen Typo “Commerzbankl” geschrieben hatte. Im Bayrischen eine Verniedlichungsform, die aber durchaus auf die Marktkapitalisierung der Commerzbank passt. Das nennt man wohl eine freudsche Fehlleistung :-)

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Marktupdate – das Superkomitee und der Supergau


Ein kurzes Marktupdate am Montag Morgen kurz nach Handelseröffnung. Eigentlich war ich für diese Woche ja noch ganz optimistisch, bis dann am Sonntag die Nachrichten über den Ticker kamen, dass sich das Superkomitee des Kongresses in keinster Weise einigen kann. Da war mir schon klar, was die Märkte am Montag machen würden. Die beiden politischen Lager in Amerika blockieren sich gegenseitig und damit auch die Regierung Obama.

Wenn nicht bis Mittwoch noch ein Wunder passiert, werden automatische Kürzungen mit dem Rasenmäher in Kraft treten, die ab 2013 wirken. Die Kürzungen selber sind für die Märkte gar nicht so problematisch. Richtig schlimm ist der nachhaltige Eindruck, dass die komplette westliche Welt nicht mehr in der Lage ist ihre finanziellen Probleme in den Griff zu bekommen. Dieser Wahrnehmung der Märkte haben wir wohl auch den Absturz heute Morgen zu verdanken. Es macht sich weltweit Ratlosigkeit breit und das ist Gift für die Märkte.

Wir haben nun im DAX nachhaltig die 5700 nach unten durchschlagen und ein GAP im Bereich 5650 von Anfang Oktober geschlossen. Nur ein überraschender Turnaround heute Intraday kann uns da nach meiner Ansicht noch retten. Dieser ist durchaus möglich, sollte er aber nicht kommen, richten sich die Augen wieder auf die Tiefststände. Ich habe meine Long Positionen im Investmentdepot mittlerweile bis auf 40% abgebaut. Im Tradingdepot bin ich kurzfristig Short.

Das Marktsentiment ist aber nun sehr negativ und in einem normalen Markt wäre das als Kontraindikator positiv zu werten. In Anbetracht der unberechenbaren politischen Risiken, hat aber das Sentiment auch nur begrenzte Aussagekraft. Ich habe den Markt aber noch immer nicht komplett abgeschrieben und weiss, dass er durchaus noch das Zeug hat uns diese Woche massiv nach oben zu überraschen. Aber die Luft ist nun verflucht dünn geworden und Vorsicht ist deshalb die erste Bürgerpflicht. Der einzige Bereich für den ich immer noch latent positiv bin ist Gold und Öl.

Was sich da politisch zusammen braut, hat auf jeden Fall alle Ingredienzien für einen perfekten Sturm. Eigentlich habe ich mit dieser Eskalation erst 2012 gerechnet und hatte bis Jahresende noch eine temporäre Beruhigung auf dem Radar. Aber möglicherweise muss ich dieses Drehbuch umschreiben. Ich denke Ende der Woche werden wir es wissen. Bis dahin macht eine Diskussion um Einzel-Aktien herzlich wenig Sinn. Wundern Sie sich also nicht, wenn es hier etwas ruhiger wird, im Moment interessiert nur der Markt als Ganzes. Und der verhält sich heute Morgen wie am Beginn eines Wasserfall-Absturzes. (HS)

PS: Lars geht es gesundheitlich nicht gut, daher ist von ihm im Moment nicht viel zu hören. Und das Marktverhalten trägt nicht gerade zur Genesung bei.

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DAX und S&P500 Tageskommentar – Wer versteht diesen Markt ?


Wer versteht diesen Markt noch ? Auch ich nur teilweise.

Da haben Italien und Griechenland endlich die gewünschten technokratischen Regierungen und Italien bekommt heute seine Anleihenemission durch. Zwar mit über 6% Zinsen, aber doch zu deutlich günstigeren Kursen als Ende letzter Woche noch aufgerufen wurden. Es gibt heute am Montag auch keine wesentlich neuen Nachrichten und trotzdem zeigt der Markt Schwäche.

Ich persönlich hatte heute Morgen im DAX durchaus mit einer “Sell the News” Reaktion gerechnet. Der “Gap Fill” bis 6040 war nicht überraschend und auch der Test der 6000 noch im Rahmen. Bis dahin habe ich den Markt verstanden. Die weitere Schwäche bis 5939 im Tagesverlauf hatte ich dann aber doch nicht mehr auf dem Radar und bisher auch keine Erklärung dafür. Solange es aber noch in diesem Rahmen bleibt, kann man das aber immer noch als normalen und gesunden “Sell the News” Trade werten.

Ich bleibe daher bei meiner zwar vorsichtigen, aber überwiegend positiven Erwartung auf die letzten Wochen des Jahres. Das Markt-Sentiment ist alles andere als optimistisch, der Markt ist von grosser Skepsis durchzogen – was ein positives Zeichen ist. Am gefährlichsten ist es immer, wenn alle nur noch eine rosige Zukunft erwarten und davon kann im Moment wahrlich keine Rede sein. Die deutschen Qualitätsaktien sind fair bepreist bis günstig und der Performance-Druck zum Jahresende wird in meinen Augen sein übriges tun. Viele stehen noch an der Seitenlinie und sind unterinvestiert und ein Markt der nach oben startet, würde diese Marktteilnehmer zwingen auf den fahrenden Zug zu springen. Das würde einer Rally sicher erhebliche Dynamik nach oben geben. Nach unten gesehen halten aber im Moment vor allem die “starken Hände” Aktien. Alle anderen wurden durch die Volten der letzten Wochen heraus gekegelt und stehen jetzt eher an der Seitenlinie. Diese “starken Hände” haben schon eine Menge ausgehalten und sind so schnell nicht mehr in Angst und Schrecken zu versetzen. Das gibt dem Markt nach unten Stabilität.

Technisch gesehen würde erst ein Bruch der Zone um 1230 im S&P500 oder ein Bruch der 5700er Zone im DAX ein ernsthaftes Verkaufssignal geben. Ein deutlicher Anstieg über die 1270er Zone im S&P500 und über die 6100er Zone im DAX wäre dagegen ein Ausbruchssignal nach oben.
Wie immer weiss ich nicht in welche Richtung der Markt ausschlagen wird, erwarte aber so oder so eine starke Ausbruchsbewegung, weil wir uns im S&P500 technisch in einem spitz zulaufenden Dreieck bewegen, dass für starke Ausbruchsbewegungen bekannt ist. Persönlich halte ich einen Ausbruch nach oben aber für etwas wahrscheinlicher als den negativen Fall.

Insofern halte ich die heutige Schwäche eher für eine Kaufgelegenheit und habe das auch genutzt um mein Long Exposure auf nun 70% zu erhöhen. Damit bin ich so stark bullish, wie nicht mehr seit dem Frühjahr nach Fukushima. Wer diese Marktsicht teilt, sollte in meinen Augen mit Stops operieren, die sich an den genannten Zonen 1230 und 5700 orientieren. Damit kann ein möglicher Verlust auf unter 5% begrenzt werden. Und wer diese Marktsicht teilt, sollte nun versuchen sich nicht von jeder Pirouette des Marktes verschrecken zu lassen, sondern seinen Long-Positionen jetzt mal auf Sicht zum Jahresende etwas Luft zum Atmen geben.

Fazit: Die Chancen auf ein paar gute Wochen zum Jahresende sind da. Ich denke es reicht dafür schon, dass keine neuen Hiobsbotschaften von der politischen Front mehr dazu kommmen. Da die neuen Regierungen in Italien und Griechenland jetzt erst einmal das Arbeiten beginnen, bestehen auch Chancen, dass erst einmal etwas Ruhe einkehrt. Hoffen wir nur, dass uns ein Israelischer Angriff auf den Iran keinen Strich durch die Rechnung macht. Wer sich darauf vorbereiten will, sollte ein paar Ölaktien im Depot haben und zwar keine Förderer oder Dienstleister die im Nahen Osten aktiv sind, sondern entweder den Ölpreis direkt oder Unternehmen die in politisch sicheren Regionen tätig sind. Einer meiner persönlichen Favoriten und schon in meinem Depot ist dabei die norwegische Statoil. (HS)

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Qiagen – eine “Buy and Hold” Aktie ?


Sind Sie es leid, dass Ihre gut ausgewählte Aktie mal eben 3% verliert, weil ein Politiker in einem sonnigen Land am Mittelmeer lieber feiert, als sich um das Wohl des Staates zu kümmern ?

Wollen Sie die Auswahl Ihrer Investments nicht mehr von der Hinterzimmer-Politik der Nachfahren Spartas abhängig machen ?

Hätten Sie gerne eine Aktie im Depot, deren Zukunftspotential nicht von den Segnungen diverser Rettungsschirme abhängt ?

Vielleicht habe ich eine Antwort für Sie. Schauen wir uns mal QIAGEN an.

Qiagen ist mit Erbgut-Tests gross geworden und ist eine der wenigen Firmen, die die Wirren des neuen Marktes überlebt haben. Mittlerweile ist Qiagen Weltmarktführer und mit einer Marktkapitalisierung von 2,5 Milliarden € zu einem Blue-Chip geworden. Diese Erfolgsstory ruht zu einem grossen Teil auf den Schultern von Peer Schatz, der Qiagen seit 2004 unprätentiös und daher auch erfolgreich führt und für ein stabiles Management und kontinuierliches, nachhaltiges Wachstum des Unternehmens steht.

In dem Masse wie Qiagen zu einem seriösen Bluechip geworden ist, hat aber auch das Interesse gewisser Publikationen nachgelassen, die gerne „heisse Aktien-Tips“ vermarkten. Um Qiagen ist es ruhig geworden und so richtig hat die niemand mehr auf dem Radar. Für uns sollte genau das aber Anlass sein, mal genauer hinzuschauen.

Wenn Sie sich fragen, was diese Erbgut-Tests denn genau machen, ist die Antwort ganz einfach: wenn irgendwo DNA-Tests durchgeführt werden, ist Qiagen nicht weit. Ob Bill Clintons Spuren auf einem Kleid oder die Frage ob ein Angeklagter die Tat wirklich begangen hat, das Ergebnis ist in der Regel „powered by Qiagen“.
Das sind aber nur nette Anekdoten um die Produkte von Qiagen erlebbar zu machen. Wirklich Geld verdient, wird im Bereich der “molekularen Diagnostik“, einem Bereich in dem Qiagen Weltmarktführer ist. Mit diesen Verfahren werden Krankheiten wie Aids oder Krebs nachgewiesen.

Damit wäre Qiagen ein Wegbereiter der personalisierten Medizin, einem der Megatrends der nächsten Jahrzehnte. Denn die Zeit der immer gleichen Pillen, die wir alle nach dem Rasenmäher-Prinzip schlucken, ganz egal wie es um unsere individuellen körperlichen Parameter bestellt ist – diese Zeit geht eindeutig vorbei.

In Zukunft werden Medikamente individueller auf den Patienten eingestellt werden und mit entsprechenden Test können Nebenwirkungen schon vorab identifiziert werden. Unternehmen wie Qiagen, die für die personalisierte Medizin die notwendigen Hilfsmittel, Tests und Analyseverfahren anbieten, werden zu den grossen Gewinnern eines gewaltigen Zukunftsmarktes gehören.


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Was die Finanzzahlen angeht, ist Qiagen nachhaltig profitabel, hatte aber in den letzten Monaten mit schwacher Nachfrage zu kämpfen, die nun in meinen Augen eine interessante Einstiegschance eröffnet. Im September hat der Kurs mit einer deutlichen „Fahne“ im Candlestick ein Umkehrsignal gegeben und vor kurzem hat der Vorstand einen positiven Ausblick auf 2012 gegeben. Und der MACD auf Wochenbasis hat gerade ein Kaufsignal generiert. Auch charttechnisch sieht Qiagen also im Moment sehr hoffnungsvoll aus, auch wenn die Umkehrformation noch nicht endgültig vollendet ist. In den letzten Tagen hat Qiagen aber grosse Stärke gezeigt und es scheint, als ob die Trendwende im Gange ist.

Ein derartig breit aufgestelltes Unternehmen wie Qiagen kann im Rahmen eines solchen Blog-Eintrages unmöglich tiefgehend besprochen werden. Bitte betrachten Sie diese Zeilen daher als Versuch Sie auf eine Idee zu bringen und lesen Sie sich selber in Tiefe in das Thema Qiagen ein, bevor Sie eine Entscheidung treffen.

Zusammenfassend will ich hier nur noch einmal darstellen, was Qiagen in meinen Augen unter dem Aspekt einer langfristigen Anlage alles bietet:

- Extrem hohe Eintrittsbarrieren für Mitbewerber.
- Profitables, breit aufgestelltes Geschäftsmodell.
- Internationales Geschäftsmodell in Partnerschaft mit einer Reihe grosser Pharmakonzerne.
- Stabiles, loyales und seriöses Management.
- In einem riesigen Wachstumsmarkt tätig.
- Aktie ist unentdeckt und unterschätzt.
- Keine direkte Korrelation zur Konjunktur oder der Finanzkrise.
- Aktie hat nicht das Patent-Risiko der klassischen Pharmabranche.

Und als Sahnehäubchen ist ein DAX Aufstieg in den nächsten Jahren durchaus möglich.

Für mich ist Qiagen daher eine der wenigen Aktien, die man im Sinne „Buy and Hold“ im Depot haben kann, ohne jeden Tag hektisch nach den neuesten politischen Nachrichten schielen zu müssen. Eine schnelle Verdopplung sollte man sich allerdings nicht erhoffen. Aber 20% pro Jahr sind durchaus drin und das bei geringem Risiko nach unten.

Ich halte nun eine signifikante Position in Qiagen und habe vor, das noch lange zu tun. Meine Stops habe ich etwas unter dem Tief von September bei 8,9. Denn wenn ich mit meiner Erwartung oben recht habe, sollten wir die 9€ nicht mehr sehen. Und wenn nicht, begrenzt der Stop die Verluste auf ca. 15%.

(HS)

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Berlusconi – und wer hier wirklich verrückt spielt


Soeben vor wenigen Minuten konnten wir es wieder beobachten:

DAX bei 6070. Dann die Meldung: Berlusconi erhält Mehrheit für Rechenschaftsbericht und tritt (noch) nicht zurück. Kurz danach: DAX bei 5990, über ein Prozent tiefer.

Sie finden der Markt spielt verrückt ? Ich bin nicht der Meinung, die Reaktion ist noch zahm und die Hoffnung hat weiter die Oberhand. In Anbetracht von aktuell 6,7% für italienische Staatsanleihen, am Freitag waren es noch 6,2% – mit denen Italiens Schulden schon heute defacto nicht mehr refinanzierbar sind – agiert der Markt ausserordentlich konstruktiv. Man sieht, dass der Markt einfach nur hoch will. Und er würde es auch machen, wenn man ihn mal endlich lassen würde. Dafür braucht es “einfach” nur berechenbare Politik und glaubwürdige, handelnde Personen. Aber Moment, das Wort “einfach” war in diesem Zusammenhang natürlich falsch.

Zum dem Thema wer hier eigentlich die Ursache des Übels ist, gibt es einen hervorragenden Leitartikel vom Chefredakteur des Handelsblatt Gabor Steingart. Ich kann Ihnen diesen Artikel zum Angriff auf die Marktwirtschaft nur wärmstens zum Lesen empfehlen ! In meinen Augen ein seltener journalistischer Höhepunkt, den man nicht verpassen sollte.

Wer spielt hier also wirklich verrückt wie ich in der Überschrift frage ? Der Markt ist es in meinen Augen nicht, der agiert im Moment ganz rational und sehr konstruktiv, entlang der politischen Nachrichten.

Ich bleibe in meinen Aktionen am Markt daher so passiv, wie schon seit Wochen. Ich bin 60% Long, kontrollierte Offensive sozusagen. Und ansonsten lege ich die Hände in den Schoss und warte. Geduld ist in diesem Markt eine Tugend ! (HS)

PS: Es gibt nur eine Anlageklasse, die sich von den Dingen oben nicht irritieren lässt und (gerade deswegen) fröhlich hoch schiebt: Gold. Nach dem überzeugenden Ausbruch über 1700 USD sieht das sehr gut aus und ich bin persönlich seit dem Ausbruch signifikant (bezogen auf mein Portfolio mit 20%) Long in Gold, Goldminen und einigen wenigen Silber- und Platinminen. Ich habe vor, das bis zum Jahresende zu bleiben, wenn nicht Überraschendes passiert.

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DAX 10000, Italien, Gold und Aixtron – lose Gedanken zum Sonntag


Über das Wochenende lese ich viel und mache mir auch Gedanken zu den Finanzmärkten.

An ein paar dieser Gedanken möchte ich die Leser heute teilhaben lassen. Ich betone, dass das weder Prognosen sind, noch vollständig durchdachte Analysen, es sind einfach lose Gedanken – die Ihnen aber vielleicht die eine oder andere Perspektive eröffnen.

DAX 10000 in 2012 ?

Mein Makrobild für 2012 sah schon seit Ende 2010 ziemlich düster aus. Ich erwartete eigentlich, dass 2012 ein sehr schwieriges Jahr wird, in dem wir neue Tiefststände ausloten würden. Nach einem ersten Absturz in 2011 – den wir gerade hinter uns haben – und einer Erholung zum Jahresende bis in den Januar 2012 hinein, rechnete ich damit, dass sich die Staatsschuldenkrise weiter verschärft und auch grössere Länder wie Italien oder selbst die US in 2012 auf den Radar der Märkte geraten. Denn strukturell ist weltweit nichts gelöst, sondern nur die Wunden mit weisser Salbe zugekleistert. An den Märkten würde das zu echter Panik führen, gegen die dieser August ein Kindergeburtstag war. Und der in meinen Augen unvermeidliche „Reset“ des Weltfinanzsystems würde näher rücken. Und China könnte in 2012 konjunkturell endgültig abknicken und es würde sich zeigen, dass die vermeintlich ach so tolle Staatswirtschaft dort im wesentlichen auch nur auf einem kreditfinanzierten Schneeballsystem beruht, bei dessen Platzen dann wieder Panzer zur „Beruhigung“ der Massen eingesetzt werden müssen. Zu guter Letzt verdichten sich sowieso die Signale, dass es mit der Ruhe um den Iran und mit Pakistan nicht mehr lange so weiter geht. Früher oder später hat Iran die Bombe und wird sie als Druckmittel einsetzen. Und vorher wird es sicher noch einen Angriff der Israelis mit amerikanischer Unterstützung geben. So weit mein düsteres Bauchgefühl für 2012, das ich schon das ganze Jahr 2011 mit mir herum trage. Ich betone, dass das nur ein Bauchgefühl ist und keinen Anspruch auf Wahrheit hat, ich kenne die Zukunft auch nicht. Unsichere Zeiten liegen aber wohl vor uns.

Nun finde ich dieses düstere Bild aber zunehmend in den Medien wieder. So schreibt die Wirtschaftswoche gerade, dass der DAX 2012 wohl bestenfalls im Bereich 5000-6500 schwanken wird und ein bekanntes Anlagemagazin für Otto-Normalverbraucher hat sogar den Crash 2012 auf dem Titelblatt.
Das macht mich skeptisch was das negative Szenario angeht, denn das was selbst Oma Büllerbeck erwartet, tritt selten ein, schon gar nicht an der Börse. Mr. Market hat dagegen die Fähigkeit genau das zu tun was keiner erwartet und damit den maximalen Schmerz zu verursachen. Und was erwartet absolut Niemand ? Genau: DAX 10.000 in 2012 !

Sie können sich das nicht vorstellen? Eben, das ist der Punkt. Denn wenn ich objektiv darüber nachdenke, ist die abstrakte Wahrscheinlichkeit einer derartigen Rally gar nicht so gering, wahrscheinlich im kleinen zweistelligen Prozentbereich. Die gefühlte Wahrscheinlichkeit ist aber aktuell 0%. Umgedreht ist das obige Katastrophenszenario für 2012 objektiv auch nicht viel wahrscheinlicher, gefühlt aber eher 50% und mehr – man könnte meinen es sei fast sicher.

Denken Sie mal darüber nach, was diese negative Erwartungshaltung der Marktteilnehmer für die Börse bedeutet.

Ruhe um Italien bis Februar 2012 ?

Ich habe gestern eine interessante Aufstellung gelesen, nach der Italien sich erst wieder ab Februar2012 bis April 2012 mit dann je rund 40 Milliarden € pro Monat signifikant am Kapitalmarkt refinanzieren muss. Umgekehrt bedeutet das, dass bis dahin relative Ruhe einkehren könnte. Hoffen und beten wir, dass Mr. Bunga Bunga bis dahin entweder ersetzt wurde oder das unvorstellbare Wunder geschieht und er vom Lichtstrahl des Verantwortungsbewusstseins getroffen wird.

Warum der 23. Januar für Gold ein wichtiges Datum ist.

Einer der Treiber für Gold ist der physische Bedarf aus den Schwellenländern in der zweiten Jahreshälfte. Indien ist hier schon länger bekannt. Aber nun wird China zunehmend zu einem gewaltigen Faktor auf dieser Rechnung. Der zunehmende Wohlstand einer neuen chinesischen Bürgerschicht steigert den Bedarf an Schmuck, aber in Anbetracht der gewaltigen Inflationsraten wird Gold auch als Wertaufbewahrungsmittel in China immer wichtiger. Gestern habe ich gelernt, dass Gold in China vor allem zum Neujahrfest erworben wird, dass in China heuer aber am 23. Januar 2012 ist ! Dieses Datum sollte man auf dem Radar haben !

Aixtron vor der Wende ?

Auslöser der überraschenden Rally von Aixtron am Freitag war wohl die Nachricht, dass auch China das Aus für die Glühlampe beschlossen hat. Dieser Prozess soll schon 2012 mit der 100 Watt Lampe losgehen. Auch von Subventionen der chinesischen Regierung war die Rede. Schon wird in diversen Publikationen das Ende des Absturzes der Aixtron Aktie ausgerufen. Das ist ja nicht ganz unlogisch, weil so das Durchsetzen der LEDs sicher beschleunigt wird. So weit so richtig. Aber wird Aixtron davon wirklich profitieren ?

Ich bin leicht skeptisch. Denn ein Mangel an potentiellem Marktvolumen war noch nie das Problem von Aixtron. Würde es danach gehen, hätte der Kurs nie abstürzen dürfen, denn auch ohne China ist das Marktpotential im LED Markt gewaltig. Grund für den Absturz waren Margenprobleme und vor allem schwächere Auftragslage. Und sollte China wirklich den LED Markt mit Subventionen pushen, ist es genau so gut möglich, dass damit erst eine subventionierte Konkurrenz für Aixtron heran gezüchtet wird, die die Marge endgültig zerstört. Das muss also keineswegs nur positiv sein. Bespiele in anderen Industrien gibt es ja zuhauf.

Ich tue mich daher schwer, das Thema China bei Aixtron richtig einzuordnen. Dieses Nachricht kann in Anbetracht der überverkauften Lage sicher noch ein paar Tage lang eine Hoffnungsrally auslösen. Ob das dann aber eine wirkliche Wende begründet, ist in meine Augen lange nicht so klar, wie es die Nachricht vermuten lässt.

Ich wünsche einen schönen Sonntag, geniessen Sie die Sonne ! (HS)

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