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Commerzbank: Griechenland ist nicht zu retten, lieber gleich Schluss machen!


Wie bereits gestern geschrieben werden die Stimmen gegen eine Rettung Griechenlands immer lauter. Das eigentlich erstaunliche dabei ist dass sich nun verstärkt die betroffenen Kreditinstitute dafür aussprechen den Mittelleerstaat aus der Währungsunion zu entlassen. So hat sich der Aufsichtsratschef der Commerzbank, Klaus-Peter Müller, nun offiziell für den Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone ausgesprochen, und auch von Deutsche Bank Chef Josef Ackermann sind zunehmend eher kritische Töne zur mittelfristigen Zukunft der Griechen in der Eurozone zu hören. “Ich bin der festen Überzeugung, dass Griechenland einer massiven Abwertung bedarf, die es innerhalb des Euros nicht vornehmen kann. Wir können das durch Ausgleichszahlungen auch nicht ausgleichen”, sagte Müller kürzlich im Deutschen Anleger Fernsehen. Griechenland sei innerhalb des Euros nicht zu retten.

Im weiteren Interview spricht mir Herr Müller offen aus was viele denken. Die betroffenen Banken sollten ihr Griechenland-Engagement nach Müllers Ansicht direkt abschreiben, und damit war wohl eine 100 prozentige Abschreibung gemeint um nun endlich einen finalen Schnitt zu machen. Das weitere Rumgeeiere um eine offensichtliche und naheliegende, aber schmerzhafte Lösung wird den gesamten Euroraum nicht weiter bringen. “Wenn sie bei 70 bis 80 Prozent sind, und wahrscheinlich nochmals nach schießen müssen, dann können sie auch fragen, ob sie nicht gleich Schluss machen, also komplett abschreiben”, so Müller.

Klaus-Peter Müller rechnet in der Folge dann eher positiven Reaktionen an den Märkten. Seitens der Commerzbank ist man sich offenbar sicher dass man dies Problem auch zu 100 Prozent schultern könnte, und es zu keinen weiteren Ansteckungseffekten kommt. Die Märkte werden den Austritt Griechenlands verstehen, und sich nicht gleich auf den nächsten schwächelnden Eurostaat konzentrieren prognostiziert Müller. Da bin ich mir allerdings nicht ganz so sicher. Wenn man sich die Renditen der Staatsanleihen Portugals ansieht so wurde bereits gestern neue Euro- Geschichte geschrieben….In diesem Sinne es wird mal wieder eine spannende Woche für Commerzbank Aktionäre.

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Commerzbank, Deutsche Bank – Trendwende in Sicht?


Fast schon sah es in der vergangenen Woche so aus, als ob das Schlimmste bei den beiden deutschen Großbanken, der Commerzbank und der Deutschen Bank, vorüber sein könnte. Beide Aktien konnten sich deutlich von den Tiefständen lösen und legten, getrieben durch positive Nachrichten, wieder zu. Grund für den Kursanstieg war, neben der deutlich überverkauften Situation bei den Bankentiteln weltweit, die Intervention der Notenbanken, die in einer gemeinschaftlichen Situation beschlossen hatten die europäischen Bankenhäuser mit Dollars in beliebiger Höhe zu versorgen. Bei der Deutschen Bank Aktie spielte zudem noch eine gehörige Portion Phantasie mit. Denn offenbar will sich Investmentlegende Warren Buffet an dem Deutschen Geldhaus beteiligen.

Diese positiven Effekte scheinen aber heute bereits wieder verpufft zu sein. Die Commerzbank meldete heute, neben der Komplettübernahme der Deutschen Schiffsbank, dass sich das Kreditgeschäft im Bereich Mittelstand deutlich verlangsamt habe. Unternehmen, insbesondere aus dem Maschinenbau und der Automobil-Zulieferindustrie wären nun deutlich vorsichtiger und würden reihenweise Investitionen zurückstellen, hieß es. Da ist sie nun, die selbst erfüllende Prophezeiung einer baldigen Rezession, und trifft natürlich auch das Geschäft der Banken massiv, die wiederum nun Probleme bekommen ihre gesteckten Ziele zu erreichen.

Das Mittelstandsgeschäft war in den letzten Quartalen für die Commerzbank der größte Gewinntreiber. Anleger befürchten nun offenbar dass sich die schleppende Kreditvergabe negativ auf die Gewinne der Bank auswirken könnten. Die Commerzbank Aktie verliert heute erneut über fünf Prozent, und dürfte den “geplanten” Anlauf auf die 2,- Euro Marke somit noch einmal auf unbestimmte Zeit verschieben. Dennoch befindet sich der Titel immer noch in einem kurzfristigen Aufwärtstrend, und einem intakten Kaufsignal. Gelingt es also, trotz dieser Nachrichten, den Widerstand bei 1,86 Euro dennoch zu überwinden, stehen die Chancen auf eine nachhaltige Trendwende bei der Commerzbank Aktie sehr gut.

Die Deutsche Bank Aktie muss heute ebenfalls wieder kräftig einstecken und gibt 5,3 Prozent ab. Konkrete Gründe lassen sich dafür nicht finden, außer der allgemeinen politischen Schieflage und der Spekulationen um eine mögliche Bankenrettung im Falle einer Pleite Griechenlands, aber das kennen wir ja schon! Beim Deutschen Branchenprimus häufen sich zudem die positiven Analystenkommentare die allesamt ein deutlich höheres Kursziel für die Deutsche Bank Aktie prognostizieren. Der Ausbruch über den Widerstand bei 26,- Euro ist hier am Freitag zwar nicht gelungen, dennoch macht die Aktie insgesamt den Eindruck dass der Boden nahezu erreicht sein könnte. Die Marke von 31,35 Euro bleibt der Widerstand den es zu überschreiten gilt, um die Bodenbildung abzuschließen.

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DAX im Rally Modus – so ein Tag, so wunderschön wie Heute ?


Von Hari Seldon

So einen Tag kann man ja einfach nicht ohne Kommentar vorbei gehen lassen, das wäre ja eine Sünde ;-)
Und deshalb heute die Markteinschätzung mal nicht als Kommentar, sondern als Blog-Eintrag.

Gestern sagte ich, wir brauchen eine Bestätigung um den gestrigen Tag bedeutsam werden zu lassen. Nun heute ist sie eindeutig da ! Diese Stärke ist wirklich beeindruckend. Da stellt sich die Frage, woran liegt das ?

Denn es hat sich ja eigentlich nichts geändert, Griechenland wird im Oktober, wenn der EFSF endlich aktiv ist, wahrscheinlich immer noch Pleite gehen, die europäische Politik ist immer noch ein Hühnerhaufen und Amerikas Wirtschaftsdaten sind nach wie vor richtig mies. Und ich vergaß, Berlusconi wird wohl in Italien weiter mit Bunga, Bunga in Verbindung gebracht werden, ich wäre auch verwundert wenn harte Fiskalpolitik plötzlich zu seinem Kernimage würde. Auch die Markttechnik alleine kann es nicht sein. Wir waren schon seit Wochen extrem nach unten überdehnt und sind trotzdem weiter gefallen.

Wenn man verstehen will warum ein Drogensüchtiger wie Mr. Market plötzlich mit glänzenden Augen über die Strasse hüpft, dann schaut der erfahrene Drogenarzt sofort nach, ob ein frischer Einstich in der Armbeuge zu finden ist. Und Voila, wir werden fündig ! Zunächst war es die Meldung, dass sich die Notenbanken zusammen tun um das europäische Finanzsystem mit Dollars zu fluten. Das alleine hat aber nicht gereicht, die schlechten Wirtschaftsdaten vom Philly Fed Index liessen den S&P500 wieder in Richtung 1190 laufen und den DAX unter 5500 …. ja und dann machten die Gerüchte die Runde, womit „Captain America to the rescue“ kommt, das war ja schon bekannt. Timothy F. Geithner fährt nach Europa um insbesondere diesen störrischen deutschen „Sparsäcken“ mal zu zeigen wie so ein richtiger, feiner Bailout gemacht wird. Ein amerikanischer Blogger hat es so schön auf den Punkt gebracht und erläutert was die Märkte nun konkret erwarten, dass ich das hier nicht vorenthalten kann: United States of Bailout. Dieser Schuss in die Armbeuge war für Mr. Market einfach zu schön, wenn das so kommt ist das schon wie ein QE3, da braucht es Ben Bernankes Bazooka gar nicht mehr.

Ernsthaft, an meinem Sarkasmus sieht man, was ich von diesen Aktionen inhaltlich halte. Nichts. Keines der wirklichen Probleme wird so gelöst. Zum Thema „Moral Hazard“ habe ich übrigens gerade heute eine Studie der Allianz gesehen, nach der das Pro-Kopf Vermögen in Italien und Irland höher liegt als in Deutschland. Das sind die Länder, die wir mit unserem Geld direkt (Irland) oder indirekt über die EZB (Italien) retten. Es scheint sich also zu lohnen wie Italien oder Griechenland kein funktionierendes Steuersystem zu haben. Die Gewinne werden privatisiert und die Verluste in Europa sozialisiert. Besser kann man einen Moral Hazard wohl nicht illustrieren. Wer die Studie finden will muss im Web nur nach „Allianz fordert Sanierungssteuer für Euro-Krisenländer“ suchen.

Aber selbst wenn wir das alles irrsinnig finden, für die Märkte und damit für unsere Depots ist das relevant. Denn auch letztes Jahr hat die Geldflut von QE2 ja dafür gesorgt, dass wir über ein halbes Jahr eine gewaltige Rally gesehen haben. Der Entzug wird dann um so schlimmer, aber was kümmert das einen Drogensüchtigen heute ? Nach diesem Bericht aus der Drogenanstalt nun ein paar Gedanken zu den konkreten Auswirkungen auf unsere Depots:

- Der DAX hat heute erneut relative Stärke gezeigt. Das ist wahrscheinlich das wichtigste Signal für uns überhaupt. Selbst wenn es doch weiter runter geht, die Zeit in der der DAX immer schwächer war als die anderen Indizes ist wohl vorbei !

- Wer jetzt noch nicht long ist, für den ist es nicht ratsam diesem ersten Anstieg nun hinterher zu laufen, voller Angst den Zug zu verpassen. Angst ist nie ein guter Ratgeber, weder im Absturz noch im Anstieg. Nach solchen Tagen werden wir auch wieder korrigieren, Mr.Market kann solche Rallys nie ununterbrochen durchhalten. Und wie tief wir korrigieren und wie der Markt sich verhält wenn das warme Gefühl der Droge verschwindet, das wird uns dann wirklich zeigen ob wir bei 5000 wirklich einen Boden drin haben oder nicht. Wenn 5000 zumindest temporär ein Boden ist, dann sollten wir nicht mehr unter 5200 fallen sondern vorher nach oben drehen.

- In den US Indizes ist immer noch nichts entscheidendes passiert, trotz all dieser Stärke. Wenn wir nun im S&P500 unterhalb 1230 wieder drehen, können wir problemlos wieder runter zum unteren Ende der Trading-Range bei ca. 1140 laufen und hätten sogar eine Kopf-Schulter Formation als bärisches Signal ausgebildet. Dann würden wir wohl beim dritten Versuch die 1100 durchschlagen und bis 1020-1050 marschieren. Wir hatten heute aber keinerlei Selling on Strenght. Es spricht also etwas dafür, dass wir die 1230 tatsächlich testen und noch einen sehr positiven Tag haben, bevor eine Gegenbewegung einsetzen kann. In dem Fall sind Morgen im DAX 5700 drin.

- Das Szenario des letzten Absturzes vor dem Sonnenaufgang, der den DAX bis 4500-4800 führt, ist also keineswegs vom Tisch ! Bärenmarktrallys fühlen sich immer so dynamisch an wie gerade. Mr. Market führt uns halt gerne an der Nase herum. Dieses Szenario ist etwas weniger wahrscheinlich geworden, aber keineswegs verschwunden. Und in einem Bärenmarkt sind wir immer noch !

- Eine Reihe von Aktien in den deutschen Indizes haben heute gewaltige Sprünge unter großem Volumen gemacht, es spricht einiges dafür, dass selektive Aktien ihren Boden schon gesehen haben.

Wer bei diesem gemischten Bild jetzt also unsicher ist und an der Seitenlinie steht, der könnte (nur als Idee, ob muss jeder selber wissen) nun die folgende Strategie verfolgen um deutsche Aktien zu kaufen :

  1. Aktien auswählen die extrem verprügelt wurden und unter Wert gehandelt werden.
  2. Für diese eine Positionsgrösse festlegen wie viel man am Ende haben will.
  3. Beim ersten kleinen Rücksetzer ein Drittel oder maximal die Hälfte der Position kaufen.
  4. Sich bewusst sein, dass die Aktien im Falle DAX 4500-4800 noch einmal 10-20% temporär verlieren könnten und sich sicher sein, dass dann aussitzen zu können.
  5. Bei jedem deutlichem Rücksetzer bis maximal zur Positionsgrösse nachkaufen. Auch nachkaufen, wenn der unwahrscheinliche Fall eintritt, dass die Märkte ein „all clear“ Signal geben.

Man nennt das einen „Zeh ins Wasser halten“. Und das ist oft die bessere Methode in unklaren Situationen, als immer die Entscheidung treffen zu müssen, ob man nun gleich mit dem ganzen Körper ins kalte Wasser springt.

Als Orientierung, ich bin in meinem Investmentdepot übrigens aktuell 50% Net Long. 65%Long 15% Short (als Hedge) und 20% Cash. Und ich habe seit gestern wieder verstärkt angefangen deutsche Aktien zu kaufen. Wer vor drei Tagen meinen Beitrag zum „Hahnenschrei in der Stille der Verzweiflung“ gesehen hat wird sich das schon gedacht haben. Ich habe meine Shorts zum Hedgen aber auch schneller als der Wind wieder auf 30%. Das oben ist also eine reine Momentaufnahme von Heute.

Zum Schluss noch ein Wort zu Gold. Gold hat heute genau das gemacht was der Chart angekündigt hat und ist unter 1800 aus dem Dreieck weggebrochen. Wenn wir jetzt einen normalen Markt hätten, würde ich mein beschriebenes Korrekturszenario mit hoher Wahrscheinlichkeit unterschreiben. Wir sind aber kein normaler Markt und Captain America fliegt gerade zur Rettung ein. Wenn sich die Sicht durchsetzt, dass die Geldschleusen wieder geöffnet werden, dann kann man diese Charttechnik vergessen. Dann geht Gold wie ein Messer durch Butter durch die 1900 hoch. Merke: Man sollte einen Bullen nie shorten, sondern nur zur Seite treten. Ganz besonders wenn Captain America in der Luft ist und auch die Bazooka schon in Stellung gebracht wurde.

In diesem Sinne wünsche ich allen eine gute Nacht und gehe nun ganz ohne Moral-Hazard ins Bett.

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Moody`s bringt Deutsche Bank und Commerzbank erneut unter Druck


Die Ratingagentur Moody’s hat, wie bereits gestern schon vom Markt befürchtet, die  französischen Großbanken Credit Agricole sowie Societe Generale heruntergestuft. Begründet hat die Ratingagentur die Herabstufung vor allem mit den starken Engagement französischer Geldinstitute in Griechenland. Bei der dritten französischen Großbank, der BNP Paribas, will Moody’s das Rating in Kürze ebenfalls überprüfen. Dies dürfte heute einmal mehr Druck auf die Aktienkurse europäischer Banken ausüben, und den Gesamtmarkt belasten. Insbesondere nach dem ersten deutlichen Erholungstag des Bankensektors gestern, mit Kursgewinnen von teilweise fast zehn Prozent, ist das aktuelle Rating von Moodys einmal mehr ärgerlich für Anleger, und kommt damit erneut zu einem völlig falschen Zeitpunkt.

Dementsprechend wird auch der DAX heute wieder um knapp ein Prozent tiefer  zur Eröffnung erwartet. Die Vorgaben aus Asien waren ebenfalls nicht sehr hoffnungsvoll. Belastet von den Sorgen um eine Abschwächung der chinesischen Wirtschaft, und den dort ebenfalls abgebenden Bankenwerten, notieren die asiatischen Börsen allesamt im Minus. Der deutliche Rebound der Deutschen Bank Aktie am gestrigen Handelstag dürfte damit vorerst wieder beendet sein, ebenso wie die Kurserholung bei der Commerzbank Aktie, die im vorbörslichem Handel bereits wieder in Richtung 1,50 Euro tendiert. Die Herabstufung der französischen Banken wurde von vielen Marktteilnehmern bereits erwartet, bleibt also abzuwarten ob die negative Stimmung für Bankentitel heute anhalten wird.

Zusätzlich belasten heute Gerüchte dass die Ratingagentur Fitch die Kreditwürdigkeit Spaniens, wegen verfehlter Sparziele, herabstufen könnte die Märkte. Derzeit wird Spanien von Fitch noch mit der Bewertung “AA+” und damit der zweitbesten Bewertung eingestuft. Trotz aller negativer Vorgaben für die Branche hat der gestrige Handelstag aber auch gezeigt wie hoch das Erholungspotenzial des Finanzsektors im Falle eines wieder drehenden Marktes sein könnte. Banken- und Versicherungswerte dürften, neben den zyklischen Werten, die nächste Erholung anführen, und den geduldigen Anlegern, die auf die richtige Gelegenheit zum Einstieg gewartet haben dann deutliche Gewinne bescheren. Noch ist es wohl nicht soweit, aber die beiden deutschen Banken sollten in den kommenden Tagen intensiv beobachtet werden…

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Microsoft, Vivendi, ABB, Nokia, Toshiba – Internationale Blue Chips für einen Rebound


Von Hari Seldon

Hier ein paar Ideen für internationale, hoch kapitalisierte Aktien außerhalb des Rohstoffsegments, die in der Korrektur auch massiv abgestraft wurden und für mich persönlich jetzt einen Blick wert sind. Ich analysiere die Werte hier nicht tiefer, sondern versuche mit dieser Liste, in Anbetracht der aktuellen DAX Schwäche,  den Blick über deutschen Aktien hinaus zu weiten. Der interessierte Leser möge diese Werte selber in Tiefe analysieren und sich seine eigene Meinung bilden, ob der Titel in sein Depot passt.
Über Kommentare freue ich mich.

Vivendi – FR0000127771 – Gespielt und Medien konsumiert wird immer. Zu Vivendi gehört zum Beispiel Activision Blizzard mit World of Warcraft. Aber auch Fernsehsender und Mobilfunkunternehmen gehören zur Firmengruppe. Vivendi wurde im Zuge der aktuellen Krise zusammen mit dem gesamten französischen Markt abverkauft, obwohl Vivendi von einer schwachen Konjunktur weniger betroffen wäre. Garniert mit 9% Dividendenrendite sieht das aktuell nach einem schmackhaften Happen aus.

Microsoft – US5949181045 – Auf den ersten Blick langweilig, auf den zweiten Blick profitierte Microsoft indirekt vom Google-Motorola Deal und bekommt damit wieder Phantasie in den Kurs. Denn Google droht mit der Motorola Übernahme seine unzähligen Android Kunden wie HTC  zu verschrecken, weil Google nun zum Konkurrenten als Hardware-Anbieter wird. Für Microsoft mit Windows-Mobile tut sich damit eine große Chance auf. Der Markt sieht das aktuell auch so, Microsoft zeigt in den letzten Tagen große relative Stärke. Abgesehen davon ist Microsoft mit seinem riesigen Cashbestand eine Bank, die jeden Sturm der nächsten Monate wohl schadlos überstehen kann.

Nokia – FI0009000681 – Wie immer man über Nokia denkt, das Argument von oben bei Microsoft gilt auch hier, da Nokia nun bei Microsoft der Nr. 1 Partner ist. Ob Nokia langfristig mit Windows Mobile zum Erfolg zurück findet wird sich zeigen und ist durchaus zweifelhaft. Mittelfristig ist der Chart aber von der Hoffnung auf die in wenigen Monaten anstehenden Windows Mobile Handys unterstützt und sieht für mich so aus, als ob  die Aktie nun in Kürze  zum Sprung auf 6€ ansetzen würde.

ABB – CH0012221716 – ABB ist das Basisinvestment im Bereich  Strom / Intelligente Netze. Das dieser Sektor mittel- und langfristig boomen wird, betrachte ich persönlich als höchst wahrscheinlich. Um diesen Megatrend zu spielen ist ABB dann das ideale Vehikel. Für mich hat ABB nun aktuell langfristig attraktive Einstiegskurse.

Toshiba – JP3592200004 – Ähnlich wie ABB ist Toshiba im Stromsektor sehr aktiv, darüber hinaus aber auch ein breit aufgestellter Industriekonzern des Kalibers Siemens oder GE und sogar als Chipproduzent oder Anbieter von Consumer-Geräten bekannt. Mit seiner hohen Substanz und attraktiven Geschäftsaussichten im asiatischen Raum hat Toshiba nun für mich langfristig attraktive Einstiegskurse.

Jeden der oben genannten Titel halte ich in der jetzigen Phase für mittelfristig interessant.

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Commerzbank, Deutsche Bank – deutliches Nachholpotenzial!


Die letzten Handelstage lassen hoffen, dass das Schlimmste für den DAX überstanden sein kann, dennoch bleibt weiterhin ein unangenehmer Beigeschmack…Anleger sollten sich nicht zu sicher fühlen und jederzeit mit einem erneut kräftigem Rücksetzer rechnen. Erst wenn die Marke von 1.250 Punkten im S&P 500 wieder deutlich überschritten wurde kann man den Markt als stabil bezeichnen. Die momentane Schwäche des DAX gegenüber anderen Indizes ist und bleibt hingegen nicht wirklich logisch zu erklären. Dennoch besteht im positiven Falle eines weiteren Anstiegs des deutschen Leitindex durchaus erhebliches Nachholpotenzial für einige Aktien die wir Ihnen hier in den nächsten Tagen vorstellen wollen. Allem voran dürften die zuletzt stark abgestraften Konjumkturzykliker weiterhin profitieren können, aber auch andere Branchen haben erhebliches Nachholpotenzial.

Nach wie vor schwer tun sich die Aktien der Banken in einem wieder deutlich positiverem Umfeld. Der gestrige Handelstag hat das Kaufsignal bei der Commerzbank dass zu Beginn der Woche erzeugt wurde nun erneut bestätigt, und bei der Deutschen Bank zu einem frischen Kaufsignal geführt. Damit kann man sich nun wieder etwas mehr dem positiven Szenario zuwenden, erste Positionen bei den Bankentiteln sind kurzfristig erfolgversprechend. Für die Aktie der Deutschen Bank bedeutet dies nun, dass heute die Widerstandslinie bei 28,50 Euro überwunden werden sollte um dann in Richtung 30,- Euro laufen zu können. Bleibt das Umfeld entsprechend freundlich, und kann in der Folge auch die 31,05 Euro Marke überwunden werden kann man wieder von einer charttechnischen Stabilisierung der Aktie sprechen.

Etwas mehr kurzfristiges Potenzial dürfte aber die Aktie der Commerzbank bieten, die in den letzte Monaten stark abgestraft wurde. Bereits gestern konnte sich der Titel wieder etwas von der Unterstützungszone um die zwei Euro absetzen und markierte bei 2,10 Euro das Tageshoch. Leider konnte diese Bewegung bis zum Abend, wegen der nachgebenden Wallstreet, nicht gehalten werden. Dennoch besteht die Chance auf ein baldiges Überwinden des Widerstands bei 2,12 Euro. Dies hätte dann höchstwahrscheinlich einen weiteren Anstieg in Richtung 2,35 Euro zur Folge. Das mittelfristige Kursziel bleibt die Marke bei 2,50 Euro. Heute Morgen dürfte es im DAX zunächst zu leichten Gewinnmitnahmen kommen, die dann wiederum ein guter Zeitpunkt sein dürften an dem man kurzfristige Trades auf die beiden Bankentitel eingehen kann.

Mittelfristig agierende Anleger bleiben bis zur Veröffentlichung des ISM Indes heute um 16:00 Uhr noch eher vorsichtig. Zumal morgen dann die Arbeitsmarktdaten in den USA erneut für starke Kursbewegungen sorgen könnten. Außerdem feiern die Amerikaner am Montag den Labour Day somit bleiben die Börsen dort geschlossen. “Echte” Impulse gibt es somit wohl erst wieder ab Dienstag Nachmittag. Es besteht also kein Grund zur Eile, dennoch gehören die beiden Werte unserer Meinung nach nun unbedingt auf die Watchlist.

An dieser Stelle möchte ich aber auch noch einmal darauf hinweisen, dass die Charts durch den vorangegangenen Absturz nur bedingt geeignet sind sich daran zu orientieren, das die meisten Bilder durch die starke Kursbewegung auch dementsprechend stark verzerrt worden sind. Somit ist eine Orientierung an den Indikatoren MACD und Slow Stochstics wohl für den Moment das Sinnvollste, Hat aber eben in einem solchen Marktumfeld auch nur eine begrenzte Aussagekraft.

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Gold, Uran, Öl & Gas, Metalle, Agrar – Interessante Rohstoffaktien als Krisenschutz


Von Hari Seldon

Da ich an verschiedenen Stellen ja schon erwähnt hatte, dass ich Rohstoff- und PM Aktien für einen unerlässlichen Teil eines langfristigen Investment-Depots halte, hier eine kleine und sehr subjektive, persönliche Auswahl einiger interessanter Titel. Betrachtet diese Liste bitte nicht als Vorlage zum direkten Kauf, zumal ich nicht jeden dieser Titel gerade heute am 29.08.11 kaufen würde, es gibt da auch Titel dabei die schon zu gut gelaufen sind und bei denen ich mich in Zukunft nur auf die Lauer legen würde um diese zu niedrigeren Kursen abzugreifen. Betrachtet diese Liste einfach als einen Versuch Euch auf Ideen zu bringen, bildet Euch eine eigene Meinung und macht Eure Hausaufgaben.

Precious Metals:

Barrick Gold – CA0679011084 - der Marktführer

Newmont Mining - US6516391066 – die Nr. 2 weltweit

Kinross Gold – CA4969024047 – extrem niedrige Produktionskosten durch Minen in Afrika (nicht Südafrika)

New Gold – CA6445351068 – Midsize Förderer mit sehr gutem Wachstumsprofil

Yamana Gold – CA98462Y1007 – Midsize Förderer mit sehr gutem Wachstumsprofil

Stillwater Mining – US86074Q1022 – Platin & Palladium. Extrem abgestraft wg Diversifizierung in Kupfer. Nun sehr billig.

Coeur dAlene – US1921085049 – Die mit Abstand günstigste Silbermine der Welt – nahe am Buchwert. Grund liegt in Minen in Südamerika.

Hecla Mining – US4227041062 – Auch sehr günstiger Silver-Miner mit gutem Wachstumsprofil

Silver Wheaton – CA8283361076 – Kein Miner, sondern kauft mit langfristigen Verträgen von Minen auf und verkauft weiter. Genau genommen ein Händler, aufgrund der Langfristverträge aber deFacto eine direkte Beziehung zum Silberpreis ohne das Risiko von Förderkosten.

Uran:

Cameco – CA13321L1085 – Weltmarktführer

Uranium Participation – CA9170171057 – Charmantes Modell ala Silver Wheaton

Diversifiziertes Portfolio:

Sprott Resources – CA85207D1033 – hoch interessant. Kaufen auch riesige Landflächen in Kanada.

Industriemetalle:

Rio Tinto, Anglo American (wg der Diamanten von DeBeers)  – muss ich wohl nicht näher erläutern

Freeport McMoran – US35671D8570 – der in meinen Augen attraktivste Kupfer-Miner

Öl & Gas:

Statoil, Repsol, Total – muss ich auch nicht näher erläutern

Tullow Oil – GB0001500809 – spannend wg Afrika Story

Chesapeake Energy – US1651671075 – günstiger Gas Förderer mit grossem Potential

Nexen – CA65334H1029 – Günstiger und breit aufgestellter Förderer und potentielles Übernahmeziel

Seltene Erden und Sonstiges:

Molycorp – US6087531090 – Heisse Aktie mit gewaltigem Momentum, weil der erste neue Seltene Erden Förderer der westlichen Welt ausserhalb Chinas.

Neo Material – CA64045Y1088 – Spezialist für ein paar ausgefallene seltene Metalle – Neodym schon mal gehört ? Braucht aber Vestas zum Beispiel  und Elektroautos auch.

Rockwood – US7744151033 – Der Marktführer der wenigen Lithium Förderer -> Batterien

Agrar:

Bunge – BMG169621056 – Die gesamte Wertschöpfungskette im Agrarsektor in einer Aktie

Archer Daniels Midland  – US0394831020 – Die gesamte Wertschöpfungskette im Agrarsektor in einer Aktie

Cresud – US2264061068 – Nur als ADR, Farmland und Rinder in Südamerika

Mosaic – US61945C1036 – Phosphat und Potash, derzeit stark von Hedgefonds gekauft

Holz:

Holmen – SE0000109290 – eigentlich eine Papierfabrik aber mit gewaltigen Ländereien (Wälder) in Schweden.

Kohle:

Arch Coal – US0393801008 – starker Produzent mit Wachstumspotential

 

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Dax Prognose – To Sell or not to Sell


Von Hari Seldon

Nachdem wir uns in den letzten Tagen und Wochen vor allem um kurzfristige Fragen gekümmert haben, finde ich es an der Zeit das Geschehen der letzten Wochen mal in einen grösseren Zusammenhang einzubetten und damit für einen Ausblick bis 2013 die Frage zu stellen: To Sell or not to Sell !

Wie mittlerweile bekannt sein sollte, halte ich herzlich wenig davon, mich am allgemeinen Wettraten zu beteiligen wie die Zukunft aussieht. Ich weiss es nicht und die anderen die es behaupten auch nicht. Ich halte aber viel davon, die grossen Treiber der Gegenwart anzuschauen und diese mit kaltem Herzen und klarem Verstand zu bewerten bzw fortzuschreiben. Also fangen wir mal an:

Die westliche Welt ist überschuldet. Punkt. Es gibt daraus nur drei Auswege. Weiter Schulden zu machen wird ja wohl hoffentlich niemand als Lösung vorschlagen, denn das endet im ultimativen, unkontrollierten Knall, selbst wenn der Knall noch ein paar Jahre dauert.

  • Sparen, sparen, sparen über Jahrzehnte. Das führt uns zwangsläufig in die Depression und wird die Aktienkurse massiv abstürzen lassen. Demokratien können das gar nicht durchhalten. Unrealistisch.
  • Ein brutaler Währungsschnitt und Neuanfang mit einem neuen weltweiten Währungssystem. Damit ein Abschreiben aller alten Forderungen. Das führt zu Krieg und Wahnsinn und ist politisch unrealistisch. Massiver Absturz an allen Märkten temporär garantiert.
  • Weiter durch die Notenbanken Geld drucken und so die Inflation am Ende anheizen. Über eine dauerhaft hohe Inflation langsam die Schulden abschmelzen.

Von allen Alternativen ist letzte die einzig realistische die nicht in einem Knall endet. Es wurde von den USA auch nach dem zweiten Weltkrieg genau so gemacht um die Kriegsschulden los zu werden. Es soll sich nur niemand einer Illusion hingeben, dass diese Alternative für Geldvermögen viel besser wäre als die davor – es dauert nur länger und deshalb ist der Schmerz subjektiv nicht so hoch. Für die Börsen heisst das aber auch schlechte Zeiten was den echten Firmenwert angeht, nominell werden die Index-Zahlen aber neue Höchststände erklimmen, nur das die Zahl nichts mehr wert ist. Deswegen ist es bei der Betrachtung der Indizes so wichtig die Inflation einzubeziehen, wie wir weiter unten sehen werden. Wichtig für die Börsen ist also, dass uns Staatsschuldenkrisen in jedem Fall begleiten werden, egal was passiert. Es gibt keinen Weg das Problem mit einem Fingerschnippen zu lösen. So gerne wie da auch mal ein Ende sehen würden.

Des Euros Problem ist auch kurzfristig nicht lösbar. Durch die politische Struktur, verbunden mit dem politische Willen den Laden zusammen zu halten, sind alle klaren und sauberen Schnitte nahezu ausgeschlossen, weil politisch nicht durchsetzbar. Nur Deutschland könnte das Spiel einfach mit einem Knall beenden. Die politischen Mehrheiten dafür sind aber weder heute noch zur nächsten Wahl sichtbar. Wir werden uns also von Jahr zu Jahr voran mogeln, so wie Europa das schon immer konnte. Aber Ende kann ich mir sogar vorstellen, dass der Euro irgendwie überleben wird und wir am Ende des Prozesses vielleicht in 10 Jahren in Europa wesentlich besser integriert sein werden. Aber der Prozess dahin wird quälend und schmerzhaft. Und wir werden bis dahin wahrscheinlich noch südländischer geworden sein und eher Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den Emerging Markets verlieren. Wer auf ein kurzfristiges Ende der Probleme im europäischen Finanzsystem hofft, der hofft nur. Natürlich wird es auch immer wieder Phasen geben, in denen die Probleme in den Hintergrund treten und man denken könnte alles sei in Ordnung. Aber sie werden wiederkommen, weil sie strukturell sind. Und die Börsen werden deswegen wild hin und her schwingen.

In den Emerging Markets bewegen sich 1-2 Milliarden Menschen von Armut in bürgerlichen Wohlstand mit allen Folgen. Dieser Treiber ist gewaltig und dieser Prozess wird die nächsten Jahrzehnte andauern. Es wird gewaltige Brüche geben, Revolutionen, Aufstände und Abstürze der Börsen und die EMs werden noch lange nicht die westliche Wirtschaftskraft ersetzen können und die Welt alleine tragen. Aber dieser Wohlstandsgewinn ist so gewaltig, dass er egal in welchem Szenario oben gespielt wird, den totalen Absturz der Welt in eine dauerhafte Depression verhindern wird.

Es wird weiterhin jedes Jahr mehrere Ereignisse geben die massive Umwälzungen bedeuten. Ereignisse die wir heute nicht kennen und uns auch nicht vorstellen können. Fukujima war da nur ein kleines Beispiel. Solche Überraschungen sorgen fast immer zunächst für Kursabstürze, zumindest in bestimmten Branchen.

Man könnte jeden dieser Punkte natürlich viel  tiefer analysieren und es gibt noch weitere Faktoren die ich nicht erwähne. Der Rahmen eines solchen Blogeintrages lässt nur ein oberflächliches Bild zu. Ich will auch nochmal betonen, dass ich hier nicht die Zukunft vorhersage, es kann ganz anders kommen ! Ich versuche uns nur mit kaltem Verstand in Erinnerung zu rufen, was uns die Gegenwart klar und deutlich sagt. Und das ist das Einzige was wir greifbar haben und deshalb sollten wir das bei unseren Anlageentscheidungen sehr ernst nehmen. Und das sagt:

Raues Wasser voraus ! Es wird in der nahen Zukunft mit höchster Wahrscheinlichkeit keine Zeit der „Ruhe“ geben, wo über Jahre Kurse einfach steigen wie sie das in 90ern – dem letzten grossen Bullenmarkt – getan haben. Alles was uns jetzt ängstigt, wird auch noch in einem Jahr da sein. Und deshalb ist die Chance dass die Kurse auch noch tiefer fallen sehr, sehr hoch ! Blinde Hoffnung ist kein Ratgeber an den Märkten.

Nachdem wir nun im ersten Teil die fundamentalen Treiber betrachtet haben, lassen wir doch mal einfach im zweiten Teil den Chart des DAX sprechen. Hier habe ich den DAX seit 1998 abgebildet. 1998 habe ich aus drei Gründen gewählt:

  1. Weil man irgendwann anfangen muss …
  2. Weil mit der Abschaffung des Trennbankensystem in den US 1999 durch Bill Clinton ein völlig neues Börsenumfeld geschaffen wurde, dass durch wesentlich höhere Volatilität geprägt ist und man deshalb die Zeit davor nur begrenzt vergleichen kann
  3. Weil mit einem DAX von ca. 4000 in 1998 der DAX auf ungefähr der Hälfte des Weges zwischen den späteren Höchstständen und Null lag, eine sinnvolle Startreferenz also.

Natürlich ist der Start willkürlich und man kann jedes andere Jahr nehmen, was die folgenden Ergebnisse leicht verändern wird. Auf dem Chart geht es auch nicht um exakte Werte, sondern um ein paar Kernaussagen die einem ins Auge springen. Insofern ist 1998 gut genug.

 

Die rote waagerecht Linie ist das heutige DAX Niveau. Die schwarze ansteigende Linie muss ich erklären. Da der DAX ein Performance Index ist, fliessen die ausgeschütteten Dividenden auch in sein Ergebnis ein. Wenn man den ganzen Zeitraum von 1998 bis heute theoretisch voll investiert war, spiegelt der DAX mit seiner Zahl dann ganz fair das Ergebnis wieder, dass den theoretischen Wert eines solchen DAX Depots ausmachen würde. Wenn man aber wie wir vergleichen will ob der Firmenwert der DAX Firmen wirklich gestiegen ist – sprich was man für DAX 5300 heute im Vergleich zum DAX 4000 1998 bekommt wenn man ihn kauft – dann muss man diese Dividenden diskontieren. Ebenso diskontieren muss man natürlich die Inflation. Denn wenn sich der Geldwert der hinter der DAX Zahl steht halbiert, dann müsste der  DAX nominell doppelt so hoch stehen, um letztlich den gleichen realen Firmenwert abzubilden.

Diese schwarze Linie nimmt diese Diskontierung vor ! Die schwarze Linie ist nichts weiter als eine jährliche Steigung von 3% seit 1998. 3% entstehen aus der mittleren Dividendenrendite von ca. 2 % plus der mittleren Inflationsrate von ca. 2%, abzüglich eines Sicherheitsabschlagen, damit das Ergebnis nicht so schrecklich aussieht – es ist so schon furchtbar genug. Also lassen wir die Steigung bei mässigen 3%.

Man sieht nun sofort, dass unsere 5300 von heute in Wirklichkeit weniger Wert sind, als die 4000 von 1998. Sprich wenn man heute den Firmenwert des DAX betrachtet, liegt er real unter dem von 1998. Auch hier bitte ich auf den Einwurf verzichten, dass ja auch dieser Vergleich eine unzulässige Vereinfachung ist, da sich der Zahlenwert des DAX ja nicht als einfache Addition der Kurse ergibt, sondern erstens unterschiedliche Gewichtungen einfliessen und zweitens Firmen ja auch ausgetauscht wurden – nicht immer zum bestmöglichen Zeitpunkt für den DAX. Dieser Einwurf stimmt völlig, es gibt defacto keinen 100% fairen Vergleichswert zwischen 1998 und 2011, ich versuche hier eine Annäherung, die aber in meinen Augen fair genug ist um einen wichtigen Punkt zu machen. In Wirklichkeit muss man um den DAX richtig zu betrachten also eigentlich den Kopf schief legen, damit die ansteigende Diskontierungslinie waagerecht wird.

Weiter unten sieht man das MACD Histogramm, dass auf Monatssicht immer saubere und profitable Ein- und Ausstiegssignale gegeben hat, genau dann wenn das Histogramm die Nulllinie schneidet. Schauen Sie auf das Ausstiegssignal Anfang 2008 oder das Einstiegssignal Mitte 2009. Dieser MACD hat gerade ein deutliches Ausstiegssignal gegeben, dem in der Vergangenheit auf Monate wenn nicht Jahre vertraut werden konnte.

Zu guter Letzt habe ich auf der rechten Seite einen möglichen Kursverlauf eingezeichnet. Ich sage damit keineswegs, dass ich weiss das das so kommt, ich habe einfach nur einen Kursverlauf eingezeichnet, der den Verläufen der letzten beiden Baisse Phasen mehr oder weniger entspricht und insofern alles andere als unwahrscheinlich ist.

Nach dieser ellenlangen Erklärung kann man nun sehr schnell einige sehr verstörende Fakten erkennen, die aber in meinen Augen schlicht nur die Akzeptanz der derzeitigen Realität sind, vor der man besser nicht die Augen verschliessen sollte.

  1. Wir sind seit 2000 in einem nun 10 Jahre andauernden säkularen Bärenmarkt. Die Rallies nach oben werden eher schwächer und erreichen 2007 und 2011 jeweils niedrigere Höchststände. Die reinen Zahlen gaukeln einen Wertgewinn vor, der so gar nicht vorhanden war. Selbst wenn man die Dividenden mitrechnet, was wie gesagt bei voller Investition über den gesamten Zeitraum fair ist, würde die reine Inflation von 2% letztlich die gleiche Aussage produzieren.
  2. Die unglaubliche Dynamik des jetzigen Absturzes – die stärkste und schnellste Bewegung aller bisherigen Baissen auf diesem Chart – impliziert nach historischen Mustern noch weit tiefere Kurs vor uns. Ein sofortiges V-förmiges Drehen von hier wäre ein „diesmal ist es anders“ Szenario. Und wir wissen hoffentlich alle wie gefährlich der Satz „diesmal ist es anders“ an der Börse ist.
  3. Der MACD hat auf Monatsbasis über den gesamten Zeitraum zuverlässige Signale gegeben, denen blind zu folgen ausserordentlich profitabel gewesen wäre. Und diesmal soll es bei dem frischen Sell-Signal anders sein ?
  4. Wenn man die vergangene Kursverläufe solcher Abstürze auf die heutige Situation überträgt bedeutet das, dass wir das Niveau von diesem Sommer nicht vor 2013 wieder erreichen können. Und diesmal ist alles anders ?

Soweit ein Kurzdurchlauf durch die harten Realitäten des Herbstes 2011. Wir haben also all die fundamentalen Faktoren betrachtet, die kurz- und mittelfristig nichts Gutes verheissen. Und der Chart des DAX spricht auf Monatssicht eine deutliche Sprache.

Was ist also das rationale Fazit für eine mittelfristige Perspektive:

TO SELL !

Kurzfristig sind natürlich mal eben 5% nach oben alles andere als unwahrscheinlich, hier betrachte ich aber das grössere Bild bis 2013.

Wie ich schon sagte, kann man in so einem Beitrag nur an der Oberfläche bleiben und man kann (und muss) vieles auch differenzierter sehen. Die Kernaussage ist aber denke ich deutlich. Jede Rally sollte wohl verkauft werden, weil noch tiefere Kurse vor uns liegen. Es kann wie immer alles anders werden, aber eine schnelle Erholung und grünes Land vor uns ist das deutlich unwahrscheinlichere Szenario, wenn man rational und mit kaltem Herzen nachdenkt. Hoffnung war an der Börse noch nie ein guter Ratgeber.

Nichts desto trotz wird man an den Rallys im Bärenmarkt auch gut verdienen können. Aber wir haben mit hoher Wahrscheinlichkeit einen neuen Abschnitt im säkularen Bärenmarkt der schon 10 Jahre andauert  !

Bevor Sie jetzt panisch alle Aktien verkaufen sei auch daran erinnert, dass wir ja die anderen Anlageklassen nicht betrachtet haben und irgendwo muss Ihr Geld ja hin. Denn bei realistischer Betrachtung ist im Herbst 2011 nichts mehr sicher, ausser Gold und Acker bzw Wald – aber das auch nur zu Preisen von vor ein paar Jahren. Bargeld ist schon gar nicht sicher. Insofern führt auch im Herbst 2011 und trotz der Analyse oben kein Weg an Cashflow starken Aktien mit stabilem Geschäftsmodell vorbei ! Ich will Sie mit diesem Beitrag auch deshalb nicht aus Aktien vertreiben, sondern nur klarmachen wo wir wirklich stehen. Eher an einer Klippe als im Boden eines Tales. Aber wenn ich die Alternative habe mit Papier in der Hand über die Klippe zu springen, oder mit einer Hand am Seil eines grossen Jumbos (Weltkonzerns), dann wähle ich das Seil. Am liebsten würde ich aber gar nicht springen, nur diese Möglichkeit ist uns wohl vom Schicksal nicht gegeben.

Tut mir wirklich leid, dass ich keine bessere Nachrichten habe. Ich wünschte mir auch eine bessere Welt.

Ich wünsche trotzdem einen schönen Sonntag.

PS: Und wer jetzt denkt derart negative Erwartungen seien ein Kontraindikator, der irrt. Denn die Meisten im Markt hoffen gerade, dass das Tal schon erreicht ist. Testen Sie sich selber, was hoffen Sie ?

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Der Abschiedsbrief, Steve Jobs gibt Apple Führung ab


To the Apple Board of Directors and the Apple Community:

I have always said if there ever came a day when I could no longer meet my duties and expectations as Apple”s CEO, I would be the first to let you know. Unfortunately, that day has come. I hereby resign as CEO of Apple. I would like to serve, if the Board sees fit, as Chairman of the Board, director and Apple employee. As far as my successor goes, I strongly recommend that we execute our succession plan and name Tim Cook as CEO of Apple. I believe Apple”s brightest and most innovative days are ahead of it. And I look forward to watching and contributing to its success in a new role.

I have made some of the best friends of my life at Apple, and I thank you all for the many years of being able to work alongside you.

Steve

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Deutsche Bank, Commerzbank – Angst vor den Zahlen!


Die Aktien der beiden großen deutschen Bankhäuser waren heute, nach einem kurzen Anflug von Erleichterung nach der sogenannten Griechenland Rettung, erneut unter Druck! Als Grund dafür dient den Fachleuten immer die Theorie das ja in den USA bis dato keinerlei Lösung für die Schuldenproblematik gefunden worden sei, und somit die Risiken insbesondere bei Bankenaktien weiterhin bestehen würden. So weit so richtig! Das politische Geschachere der US Politiker ist wohl auch alles andere als professionell, denn leider geht es, wie fast immer, mehr um den Machterhalt als um die Sache an sich! Bleibt zu hoffen das letztlich doch ein wenig Vernunft in den Köpfen der Verantwortlichen Einzug hält. Eigentlich sollte man ja auch meinen das die Wirtschaftsnation Nummer Eins aus den Fehlern der Lehman Pleite gelernt haben könnte, aber bei den Amerikanern weiß man ja nie…

Aber, ist das wirklich der wahre Grund für die schwächeren Kurse bei der Deutschen Bank und der Commerzbank heute im Vorfeld des Quartalsberichtes der DB? Oder hat der Markt schlicht und ergreifend Angst vor negativen Überraschungen? Die Nervosität ist weiterhin spürbar groß, sieht man sich die Umsätze bei den beiden Aktien an fällt aber auf das diese deutlich geringer waren als in den letzten Handelstagen üblich. Ich gehe also eher davon aus, das die kein groß angelegter Verkauf von institutionellen Investoren ist, warum auch? Viel mehr dürften hier einige Anleger schlicht und ergreifend kalte Füße bekommen haben.

Fakt ist, dass sowohl die Deutsche Bank als auch die Commerzbank von der griechischen Lösung deutlich profitiert haben dürften. Die griechischen Anleihen im Bestand der Banken dürften schon zu einem Großteil entsprechend wertberichtigt gewesen sein. Man muss davon ausgehen das diese vorher noch mit einem Abschlag von 50% in den Büchern standen, nun aber durch die “Beteiligung des Privatsektors” mit ca. 70 Prozent bewertet werden können. Neben dem zu erwartenden operativ guten Ergebnis bei der Deutschen Bank sollte also noch ein nettes Sümmchen obendrauf kommen. Ob sich diese positiven Effekte bereits in der Bilanz zum zweiten Quartal finden lassen werden wir morgen sehen. Relativ sicher bin ich mir aber das es spätestens mit dem nächsten Zahlenwerk einige positive Sondereffekte geben wird!

Beiden Bankentitel bleiben auf dem aktuellen Niveau für uns ein klarer Kauf. Zwar gibt es wie oben beschrieben noch ein paar Unwägbarkeiten, diese sollten sich aber in den kommenden Tagen ebenfalls im positiven Sinne auflösen. Die Messlatte für die Deutsche Bank hängt dieses Mal ordentlich hoch. Die US Geldhäuser konnten (fast) alle positiv überraschen. Ich gehe davon aus das die DB aber im internationalen Vergleich nicht nur gut mithalten sondern vielleicht sogar noch eins draufsetzen kann. Wenn dann noch die lästigen Diskussionen um die  Nachfolgeregelung für Josef Ackermann final verabschiedet werden steht einem kräftigen Kursanstieg wohl nichts mehr im Wege. Die Commerzbank Aktie sollte dann folgen…

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Trading Update ThyssenKrupp verkauft Aktien, Klöckner & Co mit Übernahmegerüchten


Es tut sich etwas in der deutschen Stahlbranche! Gestern konnten die Aktien des Stahlhändlers Klöckner & Co. gegen den allgemeinen Trend weiter deutlich zulegen und notierten am Abend um zwei Prozent höher. Nachbörslich setzte sich dieser Trend noch weiter fort. Mit ein Grund für die starke Performance waren Übernahmegerüchte um eine mögliche Übernahme durch den US-Konzern Reliance Steel. Letztlich konnte ich aber nichts wirklich fundiertes finden was diese Annahme wirklich stützen würde. Eine Übernahme würde eigentlich auch nach der kürzlich durchgeführten Kapitalerhöhung wenig Sinn machen, ist Klöckner doch selber strategisch eher so ausgerichtet zu übernehmen als übernommen zu werden. Alleine aufgrund der Marktkapitalisierung von Klöckner & Co. dürfte eine Übernahme für einen ähnlich großen Player wie Reliance kaum zu stemmen sein. Neben der Übernahmephantasie sollte man sich also lieber weiter auf die fundamentalen Daten des Konzerns verlassen. Und diese sind weiterhin hervorragend. Neben einer prall gefüllten Kriegskasse überzeugt uns das Unternehmen nicht zuletzt durch operative Erfolge sowie der Tatsache, das sich die positiven Effekte aus den letzten Übernahmen demnächst in der Bilanz niederschlagen dürften. Unser Kursziel bleibt zunächst bei 28,- Euro.

ThyssenKrupp macht heute durch einen größeren Verkauf eigener Aktien von sich Reden. Der deutsche Branchenprimus der Stahlbranche braucht dringend Geld um die Schuldensituation etwas zu entspannen. Nachdem der Verkauf der Schiffswerft Blohm + Voss kürzlich nun überraschend doch noch gescheitert ist nutzt man nun das derzeitig günstige Umfeld für Aktien um sich anderweitig Geld zu verschaffen. ThyssenKrupp hat allein kurzfristige Verbindlichkeiten in Höhe von 17,6 Milliarden Euro angehäuft. Der Industriekonzern schiebt zudem langfristige Schulden von rund 16 Milliarden Euro vor sich her. Die Nettoschulden sind seit dem 30. September um 2,7 Milliarden auf 6,5 hoch geschnellt, und genau diesen Posten möchte man nun reduzieren. Mit dem Verkauf von 49,5 Millionen eigenen Aktien an institutionelle Investoren sollen insgesamt 9,6 Prozent des Grundkapitals an der Gesellschaft veräußert werden. Händler taxieren den Verkaufskurs für das Aktienpaket zwischen 32,95 und 33,95 Euro. In dieser Range wird der Kurs wohl erst einmal verharren bis die Transaktion abgeschlossen ist. Die Unterstützung liegt momentan bei 33,30 Euro.

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Trading Update Dialog Semiconductor


Die Dialog Semiconductor Aktie hat sich erwartungsgemäß wieder deutlich erholt und notiert nun an dem von uns zuletzt genanntem ersten Kursziel. Damals schrieben wir ” Nach einem kurzzeitigen Abtauchen bis auf 10,65 Euro hat sich die Aktie nun inzwischen über der 11,- Euro Marke stabilisiert. Hier scheint sich ein Boden gebildet zu haben. Der Slow Stochastik Indikator signalisiert bereits wieder ein baldiges Kaufsignal und auch der MACD ist unmittelbar davor einen neuen Impuls für Käufer zu geben.

Nachdem wir davon ausgehen, dass die Griechenland Problematik sehr bald schon etwas in den Hintergrund treten könnte, und auch die Belastungsfaktoren durch Research in Motion lange nicht so deutlich ausfallen wie vom Markt befürchtet, sehen wir aktuell keinen Grund warum man die Aktie eines Unternehmens mit einem jährlichen Wachstum von 40% und einem 2012er KGV von 11 zu diesen Kursen nicht kaufen sollte. Die Aktie könnte also in den nächsten Stunden die Marke von 11.40 Euro wieder zurückerobern, dann wäre der Weg nach oben wieder frei in Richtung 12,20 und 13,- Euro! Unbedingt beobachten!”

Die genannte Marke von 13,- Euro sollte nun ein solides Fundament für den weiteren Anstieg der Dialog Aktie bieten. Aus charttechnischer Sicht wartet nun erst bei 14,50 Euro wieder eine Hürde die es zu überwinden gilt. Unsere Einschätzung zu Dialog ist unverändert positiv, das Kursziel bleibt bei 17 bis 18,- Euro bis zum Jahresende. Zuletzt verkündete  das Unternehmen eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit Gigaset. Dialog Semiconductor steigt somit in den Markt für Voice over IP Endgeräte ein. Zusätzlich zu den schon bestehenden Kooperationen eröffnet sich damit weiteres Potenzial für die Aktie.

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