Auch in der letzten Börsenwoche konnten sich die Indizes noch nicht zu einer längst überfälligen Korrektur oder zumindest einer Konsolidierung hinreißen lassen. Die möglichen Gründe für diese unnatürliche Stärke des Dax hatte ich Ihnen ja bereits > hier < genannt…und somit dürfte es auch nur noch eine Frage der Zeit sein wann der aktuelle Anstieg beendet oder zumindest vorübergehend unterbrochen wird. Grundsätzlich besteht nun aus rein charttechnischer Sicht noch leichtes Aufwärtspotenziel von ca. 1,5 Prozent im S&P 500 bis auf ca. 1.658 Punkte, ebenso wie im DAX bis in den Bereich um die 8.405 Punkte. Selbstverständlich sind diese Marken nicht in Stein gemeißelt, stellen aber aus meiner Sicht wichtige Wegmarken dar, die nur noch schwerlich überwunden werden sollten.
Die Berichtssaison nähert sich nun allmählich ihrem Ende ebenso wie die Berichterstattung zu wesentlichen Konjunkturdaten und so wird es spannend sein zu beobachten wieviel Kraft die Bullen tatsächlich noch in den Lenden haben. Denn ohne neue Impulse dürfte es – bei den weiterhin eher dünnen Umsätzen – schwer werden die Indizes noch weiter anzutreiben. Jüngsten Umfragen zufolge wird diese Hausse nämlich nicht etwa von den großen Adressen getragen sondern viel mehr von den Privatanlegern die sich aufgrund historisch niedriger Zinsen in anderen Anlageklassen nun in Aktien flüchten. Alleine dieser Umstand birgt aber aus meiner Sicht nicht unerhebliches Gefahrenpotenzial, denn genau diese Anleger fliehen nicht selten wieder panikartig aus dem Markt wenn es dann mal nicht mehr so selbstverständlich rund läuft wie in den letzten Wochen…
Auf Unternehmensebene präsentieren nun die letzten Unternehmen aus dem DAX ihre Zahlen für das letzte Quartal. Laut den meisten Analysteneinschätzungen dürfte der Salz- und Düngemittelhersteller K+S dabei ein solides aber nicht berauschendes Gewinnwachstum präsentieren. Große Kurssprünge erwarte ich hier allerdings nicht , denn insgesamt bleibt der Sektor wohl auch weiterhin eher schwächer als erwartet. Merck dürfte stark in das Jahr 2013 gestartet sein und sollte solide Zahlen abliefern, während die Quartalszahlen des Energieriesen RWE keine großen (positiven) Überraschungen bereit halten dürften, wird das Ergebnis von ThyssenKrupp weiter von der anhaltenden Konzernumstrukturierung und den Verhandlungsergebnissen beim Verkauf der zwei amerikanischen Stahlwerke beeinflusst sein. Man sollte sich also gerade bei Deutschlands größtem Stahlkonzern im Vorfeld der Veröffentlichung wohl noch etwas zurückhalten…! Grundsätzlich gehe ich aber davon aus, dass die Berichtssaison nun eher unspektakulär ihr Ende finden wird.
Der Aufreger der Woche kommt einmal mehr von Deutschlands zweitgrößtem Bankhaus: Die Commerzbank startet nach Informationen des Handelsblatts voraussichtlich Anfang dieser Woche ihre 2,5 Milliarden Euro schwere Kapitalerhöhung. Das Bankhaus zeigte sich im Vorfeld zuversichtlich dass alle Aktien auch Abnehmer finden werden. Denn die neuen Papiere sollen mit einem satten Abschlag von 35 Prozent auf den aktuellen Aktienkurs ausgegeben werden, was natürlich zu einer weiteren Verwässerung der Altanteile führen wird. Der Preis für die neuen Aktien könnte somit im Bereich um die 7,- Euro liegen. Um einen Erlös von 2,5 Milliarden Euro zu erzielen muss die CoBa dann also mindestens 350 Millionen neue Aktien ausgeben.
Für die Altaktionäre scheint all dies ein nie enden wollender Albtraum zu sein, denn damit fällt die Verwässerung ihrer Anteile noch deutlicher aus als ohnehin schon befürchtet. Stärkere Schwankungen des Aktienkurses sind hier somit wohl auch in dieser Woche einzukalkulieren. Möglicherweise wird nach der dann abgeschlossenen Transaktion nun endlich ein Boden bei der Aktie gefunden und ein Einstieg für langfristig orientierte Investoren irgendwann wieder interessant sein….Schaun wir mal! Die Commerzbank will durch die Kapitalerhöhung die stillen Einlagen des Staates und der Allianz ablösen und sich wieder unabhängiger machen. Für das Geschäftsjahr 2014 wurde von Martin Blessing deutliche Besserung in nahezu allen Bereichen versprochen.
Fazit: Es verspricht nicht nur für gebeutelte CoBa-Aktionäre eine spannende Woche zu werden…Ich gehe weiterhin davon aus dass der starke Anstieg der letzten Wochen und die damit deutlich überkaufte Situation im Dax bald korrigiert wird. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten, einen entsprechenden Kursrutsch oder aber die langsame Korrektur über eine Seitwärtsbewegung mit eher täglich leicht bröselnden Kursen. Die Zeit der deutlichen Kursausschläge nach oben dürfte nun aber allmählich zu Ende gehen und damit kurzfristig das Risiko überproportional zunehmen! …Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Woche und die richtigen Entscheidungen!
Die letzten Tage an der Börse hatten schon etwas faszinierendes…Nachdem gestern nun auch im DAX ein neues All-Time-High verbucht werden konnte, kannte auch die mediale Berichterstattung nahezu keine Grenzen der Euphorie mehr. Fast auf allen Kanälen gab es Sonderberichterstattungen in denen orakelt wurde warum die Börsen derzeit so stark sind. Selbstverständlich musste dabei in erster Linie die nie enden wollende Flut an frischer Liquidität durch die Notenbanken als Argument Nummer 1 herhalten. Aber auch deutliche Mittelzuflüssen von Pensionsfonds und große institutionellen Adressen wurden als Ursache für den jüngsten Anstieg des deutschen Leitindex immer wieder angeführt…Aktien sind alternativlos weil Anleihen und andere Anlageklassen keine Rendite mehr abwerfen war gestern mehrfach zu hören und zu lesen. Immer wenn an den Finanzmärkten Euphorie auszubrechen droht, sollte man grundsätzlich etwas vorsichtiger werden…
Die Fragen die man sich nun also aufmerksamere Beobachter stellen kann, sind somit aus meiner persönlichen Warte relativ naheliegend … Welchen Grund könnte es haben wenn die Notenbanken diesmal offensichtlich ohne einen triftigen Grund die Zinsen senken und sogar weitere Maßnahmen versprechen, die bis hin zum Negativzins gehen können? Könnte es sein, dass hier im Hintergrund schon wieder die nächste Krise schwelt, erneut große europäische Banken in Schieflage sind oder gar ganze Staaten? Wäre es möglich das diese Maßnahmen im Vorfeld der Bundestagswahlen in Deutschland ergriffen werden um bis dahin die heile Börsenwelt aufrecht zu erhalten? Oder, sind das lediglich klar erkennbare Auswüchse des internationalen Abwertungswettlaufes der namhaften Währungen dieser Welt?
Ich kann Ihnen keine der oben stehenden Fragen beantworten…dennoch ist der Kursanstieg des DAX alles andere als natürlich und sollte mit einer gewissen Skepsis betrachtet werden. Ich kann mich jedenfalls nicht entsinnen so etwas schon einmal zuvor gesehen zu haben während die Konjunktur-Inikatoren gleichzeitig in die entgegengesetzte Richtung weisen. Nun mag es ja sein dass sich hier wirklich große Adresse positionieren, was für mich allerdings alles andere als ein Kaufargument wäre. Genau diese Adressen waren es nämlich die die gesamte Rally zuvor größtenteils verschlafen haben und genau dieselben Adressen haben in den letzten beiden Abwärtsbewegungen einen Großteil ihrer Aktiendepots zu Tiefständen wieder aufgelöst. Über die Qualität dieser Engagements lässt sich also durchaus streiten.
Für meinen Geschmack fehlt jetzt noch die finale Phase in der wir auf dem Titelblatt der BILD Zeitung o.ä. zum Kaufen von Aktien aufgefordert werden, oder aber irrwitzige DAX Kursziele ausgerufen werden. Spätestens dann sollte man die Karten wieder vom Tisch nehmen und erst einmal abwarten ob diese Rally noch weitere Substanz hat. Im Moment ist der Markt – gerade in Deutschland – gnadenlos überkauft. Dieser ungesunde Zustand muss früher oder später abgebaut werden indem entweder die Aktienkurse wieder anfangen zu fallen, oder aber der Markt entsprechend lange seitwärst läuft, um diese Situation über die Zeitschiene zu korrigieren. Auf der anderen Seite enden Phasen wie diese nicht von heute auf morgen, und es braucht seine Zeit bis sich ein Richtungswechsel einstellt. Dieser kann dann aber letztlich auch sehr heftig ausfallen wenn den Bullen irgendwann die Kraft fehlen sollte den Index noch weiter anzutreiben.
Zu bedenken ist an dieser Stelle vielleicht auch, dass der DAX ein Performance-Index ist in dem die erzielten Dividenden einen großen Teil der Zugewinne ausmachen. Kürzlich habe ich dazu in einem Kommentar hier geschrieben: “Aktuell notiert der DAX bei rund 7.800 Punkten. Wenn man den DAX aufteilt, sind die Aktienkurse für 4.200 Punkte verantwortlich und die Dividenden für 3.600 Punkte. Da die 30 DAX-Unternehmen in diesem Jahr den Rekordwert von 27,6 Mrd. Euro ausschütten, sorgt das für einen deutlichen Kursanstieg. Selbst wenn die Aktienkurse der 30 DAX-Unternehmen stagnieren, würden die Dividenden dafür sorgen, dass der DAX spätestens 2014 ein neues Allzeithoch erreicht.”
Die Berichtssaison nähert sich nun aber bereits wieder ihrem Ende. Da die großen Dividenden-Stars fast alle schon über Ihre Geschäfte berichtet haben dürften somit von dieser Seite keine allzu großen Impulse mehr zu erwarten sein. Somit sollten auch die Dividenden nun allmählich entsprechend ihrer Höhe im DAX Kurs eingepreist sein. Sollte der DAX allerdings nach der Berichtssaison trotzdem weiter ansteigen, muss man dieses Signal wohl sehr ernst nehmen und mit engen Stopps erneut auf den fahrenden Zug aufspringen.
Seit heute gewinne ich nun aber eher den Eindruck, dass es das nun bald gewesen sein könnte, da auch die Kurstreiber der letzten Tage den heutigen Anstieg nicht mehr wirklich nachvollziehen. An der Wallstreet haben genau diese Aktien die teilweise kräftigen Kursgewinne des Vortages bereits wieder abgegeben! Andere Unternehmen wiederum, die schlechte Zahlen abgeliefert haben, fallen noch nicht entsprechend, was wohl eher dem starken Marktumfeld geschuldet ist und am ersten wirklich schlechten Börsentag in naher Zukunft wohl eingepreist werden dürfte. Die Risiken einer Korrektur nehmen also aus meiner Sicht wieder deutlich zu…
Aus charttechnischer Sicht wäre zumindest eine Abwärtsbewegung bis in den Bereich des alten Alltime-Highs bei DAX wünschenswert und gesund. Geht es dann noch einmal deutlich darunter, muss die Situation wohl völlig neu bewertet werden, denn dann würde mit dieser Kursbewegung auch der aktuelle Aufwärtstrend unterschritten..!
…mag sich so mancher Beobachter des Geschehens an den Finanzmärkten in diesen Tagen denken. Unermüdlich schieben die Indizes nach oben ohne auch nur das geringste Anzeichen von Schwäche oder auch technischen Zwischenkorrekturen. Für die Perma-Bullen dieser Welt ein geradezu paradiesischer Zustand. Man muss nur beharrlich genug sein und seine Investments einfach stur laufen lassen – den Rest erledigen dann die Notenbanken…!
Mal ehrlich liebe Leser – Phasen wie diese sind mir unheimlich. An einem Punkt an dem die Märkte ganz offensichtlich auf den nächsten großen Wurf der Notenbanken warten, und diesen bereits im Vorfeld kräftig einpreisen, möchte ich mich an Spekulationen dieser Art nicht mehr beteiligen. Zum einen halte ich die Bewegung der letzten beiden Handelswochen für geradezu ungesund, wenn man die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen betrachtet und sich die politischen Risiken verinnerlicht. Und zum anderen nähern wir uns mit großen Schritten der saisonal schwachen Jahreszeit, in der das Rückschlagspotenzial für die Märkte nun wieder deutlich steigt. Hinzu kommt noch dass die Notenbanken bereits den Großteil ihres Pulvers verschossen haben und es grundsätzlich nachdenklich stimmen sollte, wenn nun noch einmal eine Schippe drauf gelegt werde sollte…!
Selbstverständlich ist aber eine baldige Korrektur an den Märkten, nur aus diesen Gründen, nicht in Stein gemeißelt. Wenn Börse so einfach wäre, würden wir wahrscheinlich alle schon auf unserer Yacht durch die Karibik schippern. Dennoch würde ich in der aktuellen Situation sehr vorsichtig agieren und auch mal Gewinne mitnehmen.
Die heutigen Exzesse bei der Deutschen Bank Aktie zeigen mir einmal mehr dass wir aktuell ein sehr ungesundes Anlagerverhalten vorfinden. Die spontane Kapitalerhöhung zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt und Kurs zeigen dass der Druck auf die Banken immer noch entsprechend hoch sein muss. Dass die Deutsche Bank ihr Kernkapital aufstocken muss war hinlänglich bekannt, das dies nun aber noch schnell zum derzeitigen Aktienkurs geschieht heißt aus meiner Sicht nichts Gutes, hätte die Bank doch bis 2019 noch genügend Zeit dafür gehabt. Auch über den Ausgebekurs der neuen Aktien kann man sich durchaus wundern, ebenso wie über die leeren Versprechen von Fitschen und Jain die Erhöhung der Kernkapitalquote aus eigener Kraft schaffen zu wollen.
Den Aktionären ist all dies offenbar egal, denn de Aktie kann nach der heutigen Ankündigung um satte 7,7 Prozent zuzulegen, was nicht zuletzt wohl auf das solide Ergebnis des Berichtszeitraums zurück zu führen ist. Im ersten Quartal stieg der Gewinn der Bank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 20 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro. Der Vorsteuergewinn stieg um 28 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro. Insgesamt also ein durchaus respektables Ergebnis, hatte die Bank wegen hoher Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten im Vorquartal noch 2,5 Milliarden Euro Verlust geschrieben…Die Kapitalerhöhung dürfte nun aber für den einzelnen Aktionär einen Großteil dieser positiven Effekte bald aufzehren…
Die Rally der letzten Tage war schon beeindruckend! Aber mal ganz ehrlich….ich traue dem Braten nicht! Nicht nur das wir es in dieser Berichtssaison mit durchaus gemischten Daten aus den einzelnen Unternehmen zu tun haben, sondern auch Konjunkturdaten ebenso wie die politische Lage in Korea und Syrien geben Anlass zur ernsthaften Sorge. Dazu kommt noch die offensichtliche Schönfärberei der Wachstumsziele für unser Land und die weiterhin deutlich angespannte Situation in Europa, wonach Spanien rasant weiter abrutscht, Italien politisch gesehen erst einmal handlungsunfähig bleibt und auch Frankreich durch die “geballte Kompetenz” der Regierung Hollands nun langsam an der Schwelle zur “Rettung” steht. Die Börsen aber kümmert all dies offensichtlich im Moment wenig. Unbeirrt von den genannten Faktoren – die durchaus Anlass zur Sorge bieten sollten (!) – legt der DAX jeden Tag noch ein Schippchen drauf und gaukelt uns die heile Wirtschaftswelt vor.
Das Argument der Bullen bei der Betrachtung dieser Entwicklung ist immer dasselbe: “Never fight the FED” Sprich die Geldschwemme der Notenbanken wird weiterhin schon dafür sorgen dass die Aktienkurse stiegen. Das hohe Maß an überschüssiger Liquidität muss irgendwo hin. Nachdem der Anleihenmarkt mit seinen mickrigen Renditen und steigendem Risiko immer uninteressanter wird, der Immobilienmarkt schon deutliche Überhitzungserscheinungen zeigt und Rohstoffe, insbesondere auch Gold und Silber fallen, bleibt ja nicht mehr so viel wo man sein Geld investieren könnte. Diese Argumentation ist also durchaus richtig, aber aus meiner Sicht keinesfalls ein Freifahrtschein, wie so mancher Börsenguru uns glauben machen will. Denn der Erfolg es hängt nicht nur von der richtigen Auswahl der Aktien ab, sondern auch ganz wesentlich vom richtigen Timing.
Ich persönlich halte die aktuelle Situation für brandgefährlich. Sorglosigkeit und Gier scheinen nun vorübergehend die treibenden Kräfte zu sein, die die Kurse erneut in die Höhe treiben… Und das endet erfahrungsgemäß selten gut. Selbstverständlich kann dieser Zustand noch länger anhalten als man denkt und niemand weiß wo das Top sein wird. Man kann teilweise sogar sehr gut nachvollziehen welche psychologischen Kräfte hier gerade am Werke sind, wenn man an die vielen Anleger denkt , die die gesamte Rally seit dem Spätsommer letzten Jahres verpasst haben. Diese konnten nun endlich doch noch auf dem ermäßigten Niveau der letzte Woche einsteigen, und freuen sich nun über die ersten Kursgewinne seit Monaten… Hinzu kam auch dass es eine relativ hohe Wahrscheinlichkeit dafür gab dass der DAX bereits bei 7.450 Punkten – zumindest zu einer technischen Gegenreaktion – ansetzten würde. Eine Konstellation die auch mich zumindest zu einigen kurzfristigen Trades motiviert hat.
Aber, bei aller Freude über die nochmal gestiegenen Aktienkurse, sollte man nicht übersehen dass diese Bewegung nach wie vor unter eher dünnen Umsätzen stattfindet. Die Rohstoffmärkte sind in den letzten Wochen geradezu geschlachtet worden und konnten von der nun wieder starken Börsenphase nur in einem geringen Umfang profitieren. Der Ölpreis ist weiterhin unter Druck, was ebenfalls auf eine deutliche Abkühlung der Weltkonjunktur schließen lässt, etc. Es gibt vielfältige Zeichen dafür dass die Börsenwelt eben nicht so heil ist wie man uns im Moment vorgaukeln möchte. Werden Sie also nicht übermütig, denn auch dieser Traum könnte schneller platzen als man denkt. Mit kontrolliertem Risiko und reduziertem Einsatz kann man sicherlich noch den ein- oder anderen erfolgreichen Trade in diesen Tagen machen, mehr sollte es aber aus meiner Sicht nun nicht mehr sein!
Meine Beobachtungen in dieser Börsenphase gehen eher in die Richtung dass wir es hier nun höchstwahrscheinlich mit einer klassischen Distributionsphase zu tun haben, in der der Markt in schöner Regelmäßigkeit nach oben gezogen wird, um dann weitere Aktienpakete an den Mann/die Frau zu bringen. Das Verhalten der US Indizes in den letzten beiden Tagen, mit konstanten Zuwächsen über den Tag und einem Abverkauf in der letzten Handelsstunde ist typisch für eine solche Phase, die nicht selten unmittelbar vor einer deutliche Korrektur der Märkte stattfindet. Sollte der Markt beispielsweise heute an diese letzte Kursbewegung der WallStreet anschließen und tiefer tendieren muss man für die kommende Woche sehr vorsichtig werden!
Ein weiterer Faktor, der eher nachdenklich stimmen sollte, ist die offensichtliche Manipulation einiger Märkte, wie wir sie zuletzt beim Gold gesehen haben. Das Ganze funktioniert aber eben auch in die Gegenrichtung, und so erklimmen die Indizes, die zuvor eigentlich schon zum Abschuss freigegeben waren, nun plötzlich neue Höhen… Ich halte es also durchaus noch für möglich das beispielsweise der S&P 500 noch neue Hochstände ausbilden könnte, bevor der Markt dann schlagartig in die Gegenrichtung abtaucht. Eventuell haben wir aber auch gestern schon den vorerst letzten gescheiterten Versuch gesehen…wer weiß das schon? Wer sich in dieser Phase unsicher darüber ist wie es nun weiter geht sollte das weitere Vorgehen vielleicht besser auch beim Vermögensberater erkunden bevor vorschnelle Entscheidungen getroffen werden…
Mein Fazit bleibt das gleiche wie schon seit Wochen: Überlegen Sie sich ob es sinnvoll ist auch noch den letzten Euro aus diesem heiklen Markt herauspressen zu müssen und ob das erhöhte Risiko noch in einer gesunden Relation zu dem zu erwartenden Gewinn steht… Ich für meinen Teil schaue mir das Treiben nun erst einmal von der Seitenlinie an, bzw. habe gestern zu 7.844 Punkten meinen ersten ernsthaften Short auf den DAX aufgebaut…!
Heute melde ich mich aus gegebenem Anlass, und weil ich einige Emails besorgter Leser bekommen habe, mal wieder zu Wort, auch wenn ich grundsätzlich den nun endlich angekommenen Frühling genieße…Anfang diesen Monats habe ich Ihnen ja in der Investors Inside Newsletter Ausgabe und auch hier im Blog folgendes Fazit mit auf den Weg gegeben: “Die Frage ist nun also ob man noch versuchen sollte den letzten Euro aus der aktuellen Situation an den Märkten heraus zu pressen, oder aber lieber einen Schritt zurücktreten sollte? Denn die Risiken werden spätestens am Mitte des nun laufenden Monats aus saisonaler Betrachtung wieder zunehmen. Zudem startet nun die Berichtssaison für das erste Quartal des laufenden Jahres, die traditionell wieder etwas mehr Volatilität in die Märkte bringt….” An dieser grundsätzlichen Einschätzung hat sich auch nichts geändert, bzw. die strukturelle Schwäche bei den meisten Aktien bestätigt diese Theorie.
Inzwischen hat die von mir erwartete Korrektur bei einzelnen Aktien und ganzen Sektoren nun kräftig Fahrt aufgenommen. Die US Indizes und auch der Dax notieren aber immer noch auf gefährlich hohem Niveau, während einzelne Titel sogar neue Tiefstände ausgebildet haben. Rohstoffe bleiben weiterhin unter Druck, ebenso wie die Edelmetalle, aber auch der Stahlsektor scheint seinen Boden noch (lange) nicht gefunden zu haben. Insgesamt sehen konjunktursensitive Branchen gerade alles andere als gut aus. Das Motto an den Börsen heißt damit ganz eindeutig wieder “Risk Off”. Die deutlichen Warnzeichen sind seit Wochen eigentlich nicht zu übersehen, weswegen ich ja auch erst einmal an die Seitenlinie getreten bin und es hier im Blog momentan etwas ruhiger zugeht.
Die spannende Frage an dieser Stelle ist also ob die Aktien bereits teilweise das vorweg genommen haben was bei den Indizes demnächst zu erwarten ist, oder ob man davon ausgehen sollte dass die aktuelle Schwäche bald ihr Ende findet und auch die Aktien dann zu einer neuen Rally ansetzten werden. Ich persönlich halte die erste Variante für deutlich wahrscheinlicher! Und während ich das hier gerade schreibe rutscht der Dax in einem erneuten Schwächeanfall unter die Marke von 7.500 Punkten und damit unter die Nackenlinie einer möglichen SKS Formation mit einem rechnerischen Kursziel im DAX bei ca. 7175 Punkten.
Dieses erste Kursziel für den deutschen Leitindex macht in dreifacher Hinsicht Sinn, denn zum einem liegt um die 7.200 Punkte eine noch offene Kurslücke, die noch geschlossen werden sollte… und zum anderen verläuft knapp darunter der seit September 2011 bestehende Aufwärtstrend, der bei erfolgreichem Test eine solide Basis für einen weiteren Anstieg bieten könnte. Das Verlaufshoch aus dem Februar 2012 wäre eine weitere wichtige Marke die eine charttechnische Unterstützung bieten könnte. Ob der hier grün eingezeichnete Trend im weiteren Verlauf dieses Sommers allerdings gehalten werden kann bleibt allerdings noch abzuwarten. Darüber zu spekulieren was in eine paar Wochen passieren könnte ist in Zeiten wie diesen reine Kaffesatzleserei. Kurzfristig halte ich das oben geschilderte Szenario aber für durchaus wahrscheinlich, denn die Situation beim S&P 500 sieht nun ähnlich kritisch aus:
Das heißt, die Korrektur könnte gerade erst begonnen haben, auch wenn einzelne Aktien bereits wieder “ganz unten” sind. Eine weiterführende Korrektur in den USA, bzw. das Verlassen des aktuellen Aufwärtstrends beim S&P 500 nach unten, würde sicherlich auch die europäischen Indizes noch einmal kräftig rutschen lassen. Aktien die ohnehin schon wieder einen Großteil der Zuwächse in diesem Jahr abgeben mussten, könnten dann sogar noch einmal neue Tiefststände ausbilden. Es ist also weiterhin nicht die Zeit für Heldentaten indem man sich gegen den offensichtlich erschöpften Markt stellt. Bleiben Sie also auch weiterhin geduldig und warten Sie auf die richtige Gelegenheit!
Ich hoffe somit Sie sind meinem Rat von vor zwei Wochen gefolgt und haben Ihre Positionen entsprechend verkleinert, eng abgesichert oder gar ganz abgebaut. Natürlich hat meine Sichtweise auf die aktuelle Situation an den Börsen keinen Anspruch auf Unfehlbarkeit, wie immer geht es nur um das Spiel mit Wahrscheinlichkeiten. Sollte es aber demnächst zu einer echten Korrektur an den Märkten kommen halte ich persönlich noch einmal Dax Stände zwischen 6.200 und 6.000 Punkten im Sommer für möglich. In den USA könnte man dann wohl von einer Korrektur des S&P 500 bis auf ca. 1.400 Punkte ausgehen. In diesem Sinne, bleiben Sie gelassen und genießen Sie den endlich eingetroffenen Sommer bis sich wieder die richtigen Gelegenheiten ergeben. Ich halte Sie auf dem Laufenden…!
Die Bilanzsaison in den USA ist seit gestern Abend eröffnet, nachdem diese bei uns erst kürzlich zu Ende gegangen ist! Somit werden die Impulse aus den einzelnen Unternehmen wieder etwas mehr in den Vordergrund rutschen und es muss sich zeigen ob die konjunkturelle Belebung in den USA wirklich Bestand hat. Den Anfang machte – wie immer- der weltgrößte Aluminium Hersteller Alcoa, der durchaus positiv überraschen konnte. Em Ende zeigte sich der Markt aber doch etwas enttäuscht. Die Alcoa Aktie fiel nachbörslich leicht.
Alcoa hat im ersten Quartal einen Nettogewinn in Höhe von 149 Millionen Dollar ausgewiesen. Im Vorjahr stand hier lediglich ein Betrag in Höhe von 115 Millionen Dollar zu Buche. Firmenchef Klaus Kleinfeld bezeichnete das Ergebnis selber als “starkes Quartal” für Alcoa. Dennoch sollte wohl nicht vergessen werden, dass dieses offiziell um stolze 58 Prozent gesteigerte Ergebnis auch nur durch entsprechende Einsparungen und einer satten Steuergutschrift erreicht werden konnte. Der Umsatz hingegen gab um 3 Prozent auf 5,8 Milliarden Dollar ab. Zudem leidet der Konzern leidet unverändert unter dem starken Preisverfall bei Aluminium…
Ich gehe nicht davon aus dass der Markt von Alcoa größere Sprünge erwartet hatte, und somit dürfte das mögliche Enttäuschungspotenzial auch eher gering sein, auch wenn der Konzern als Gradmesser für den Zustand der amerikanischen Wirtschaft betrachtet wird. Spannender dürfte da schon die Zahlen der Großbanken werden, die wir diese Woche noch sehen werden. Denn eine weitere Gesundung dieses Sektoren dürfte in der aktuellen Lage grundsätzlich wohl eine etwas höhere Bedeutung zukommen als den Quartalsergebnissen eines Industrieunternehmens.
Die US-Großbanken JP Morgan Chase & Co sowie Wells Fargo machen den Anfang und legen ihre Geschäftszahlen gegen Ende diese Woche vor. Positive Ergebnisse dürften auch die Aktienkurse der deutschen Banken etwas unterstützen, die zuletzt wieder deutlich unter Druck geraten sind. Nicht minder spannend wird in der dann darauf folgenden Woche die Zahlenvorlage der Technologieschwergewichte Intel, Google und IBM. So richtig Fahrt nimmt die US Berichtssaisonaber erst in der zweiten Monatshälfte auf.
Wier immer wenn die Quartalsberichte der US Unternehmen veröffentlicht werden sollte aber in den kommenden Wochen mit einer erhöhten Volatilität an den Märkten gerechnet werden. Grundsätzlich bleibe ich, wie im Newsletter vor einer Woche bereits angekündigt, bei meiner eher defensiven Haltung, obwohl einige Sektoren bereits jetzt wieder sehr attraktiv aussehen. Sollte sich hier kurzfristig etwas an meiner Sichtweise auf die Dinge ändern, werde ich Sie auf dem Laufenden halten.
Nachdem auch ich mir mal ein paar Tage Auszeit über Ostern gegönnt habe möchte ich Ihnen dennoch heute noch kurz ein Update als Vorbereitung auf die kommenden Börsenwoche schicken… Nicht nur dass wir uns im Moment mit einem nie enden wollenden Winter rumschlagen müssen, auch an der Börse ist die Stimmung inzwischen wieder sehr frostig geworden. So kippten in Europa sämtliche Stimmungsindikatoren wieder in den eher pessimistischen Bereich, nachdem noch eine Woche zuvor die Euphorie keine Grenzen mehr zu haben schien. Wen verwundert das angesichts der neu aufkeimenden Euro Krise und des nach wie vor schon fast dilettantisch anmutenden Vorgehens so mancher Politiker? Europa hat eine neue Glaubens- und Vertrauenskrise, und die ist tiefer denn je…!
Die Ereignisse rund um die Rettung Zyperns habe ich ja in der letzten Woche im Blog schon ausführlich > hier < nach dem ersten Wurf der verunglückten Rettungsaktion, und noch einmal > hier < nach dem zweiten Anlauf kommentiert. Der angerichtete Schaden schlägt sich derzeit nicht nur in einem Verfall des EUR/USD Wechselkurses nieder, sondern leider auch in einigen Aktienkursen, die inzwischen deutlich nachgegeben haben. Dabei ist die Korrektur im DAX selber noch verhältnismäßig glimpflich ausgefallen. Realistisch betrachtet dürfte die letzte Woche aber in so manchem Depot bereits jetzt tiefe Spuren hinterlassen haben.
Da ist sie also nun – die langersehnte Korrektur an den Märkten, auf die viele Marktteilnehmer gewartet haben, um sich endlich auch positionieren zu können. Aber entgegen der Erwartung dass ein solcher Rücksetzer nun Freude verbreiten würde, regiert sofort wieder die Angst an den Märkten. Ausländische Investoren ziehen nach den Äusserungen Dijsselbloems ihr Kapital aus Europa ab, Anleiheauktionen europäischer Länder geraten erneut ins Stocken und nicht einmal Gold kann von dieser Entwicklung profitieren. Das ist insofern bemerkenswert weil Gold “normalerweise” bei einer Verschärfung der Euro Krise entsprechend nach oben reagiert. Diese Schwäche sollte also nicht unterschätzt werden! Das Schlimmste aber ist wohl die Erkenntnis dass selbst Bares auf den europäischen Konten nun nicht mehr sicher sein könnte. Es scheint also mal wieder kein Loch zu geben in dem man sich als Kapitalanleger in den kommenden Wochen und Monaten verkriechen kann!
Die Verunsicherung nach der Zwangsenteignung der Sparer in Zypern ist verständlicherweise groß, zumal auch die Nachrichten aus Frankreich, Italien und Nordkorea vom Wochenende nicht gerade zur Beruhigung der Gemüter beitragen. Natürlich dauerte es auch nicht lange bis Gerüchte die Runde machten, dass auch bei uns in Deutschland ein ähnliches Vorgehen zur Bewältigung der europäischen Schuldenkrise nun zumindest möglich, wenn nicht gar wahrscheinlicher oder sogar geplant ist. Ich persönlich gehe zwar nicht davon aus dass wir in naher Zukunft schon an diesen Punkt kommen werden, dennoch möchte ich eine Enteignung der Sparer auch in Deutschland jetzt grundsätzlich nicht mehr ausschließen. Spätestens wenn ein solcher Schritt erneut in einem der Peripherieländer auftauchen sollte, muss man die Konsequenzen daraus wohl umgehend ziehen!
Ungeachtet der Kurskapriolen in Europa schlagen sich die US Indizes weiterhin wacker. Erst am Freitag wurde mit dem endgültigen Überschreiten der Marke von 1566 Punkten im S&P 500 ein neues Kaufsignal generiert, was darauf hindeutet dass wir in dieser Woche einen starken Auftakt erleben könnten, der dann hoffentlich auch das Zeug dazu hat hierzulande neue Impulse zu setzen. Mit dem heute erwarteten “First of Month Jumper” wäre ein endgültiger Ausbruch des S&P 500 möglich und zugleich ein starkes Signal. Die Zypern Krise sollte dann kurzzeitig wieder etwas in den Hintergrund treten. Untermauert wird diese positive Entwicklung in den USA weiterhin von sich stetig verbessernden Konjnkturdaten. Insbesondere die deutliche Erholung im Immobiliensektor lassen hier die US-Anlegerherzen höher schlagen. Das mögliche Ziel aus der aktuellen Kursbewegung bei S&P 500liegt nun bei 1589 Punkten.
Wie man deutlich in dem oben stehenden Chart sehen kann befindet sich der S&P 500 immer noch in einer mustergültigen Aufwärtsbewegung die aus fünf Wellen besteht. Wo die fünfte Welle nun enden wird kann noch nicht gesagt werden, dass im Anschluss an die fünfte Welle eine stärkere Korrektur zu erwarten ist gilt aber als sehr wahrscheinlich! Der Markt ist klassisch überkauft, und auch wenn ein solcher Zustand länger anhalten kann als gedacht, wird sich sich die überkaufte Situation früher oder später in einem weiteren Kursrutsch entladen. Eine Eskalation in Nordkorea könnte beispielsweise der Auslöser einer solchen Korrektur sein.
Für den Moment aber macht die FED aber weiterhin brav ihren Job und flutet den Markt bis auf Weiteres mit frischem Geld. Ein Faktor den man nicht unterschätzen sollte, und der sich auch weiterhin stabilisierend auf die US Indizes auswirken wird. Wie bereits im März wird auch im April fast täglich eine POMO Buy Aktion der Notenbank stattfinden.Verkaufsauktionen sind im kommenden Monat nicht geplant. Mehr dazu finden Sie hier. Auch die saisonalen Faktoren sprechen eher dafür dass das Börsenumfeld im April eher noch freundlich bleiben dürfte.
Aber…die Bärenquote in den USA hat inzwischen aber geradezu dramatisch abgenommen, was wieder zur Vorsicht mahnen sollte. Denn das mögliche Überscheiten der Höchststände geht natürlich einher mit einer endgültigen Kapitulation der noch verbliebenen Short-Seller, die spätestens hier Ihre unter Wasser stehenden Positionen auflösen werden. Wie wir alle wissen, passiert an solchen Punkten nicht selten dann das womit keiner gerechnet hat… Mein bevorzugtes Szenario für die kommenden Tage ist somit: Der Markt simuliert einen Ausbruch nach oben, fischt alle Bären ab um dann kurze Zeit später in genau die entgegengesetzte Richtung abzutauschen. Das Bullenlager dass dieses neuen Kaufsignal zum Einstieg genutzt hat wäre dann am Ende auch ernsthaft in Bedrängnis. Das nachhaltige Überschreiten der alten Hochstände im ersten Anlauf würde mich also überraschen. Es gilt also in dieser Woche sehr genau zu beobachten wie sich die Indizes verhalten werden und entsprechende Rückschlüsse daraus zu ziehen.
Die Frage ist nun also ob man noch versuchen sollte den letzten Euro aus der aktuellen Situation an den Märkten heraus zu pressen oder aber mal einen Schritt zurücktreten sollte? Denn die Risiken werden spätestens am Mitte des nun laufenden Monats aus saisonaler Betrachtung wieder zunehmen. Zudem startet nun die Berichtssaison für das erste Quartal des laufenden Jahres, die traditionell wieder etwas mehr Volatilität in die Märkte bringt….Die grundsätzliche Überlegung in den kommenden Monaten lieber einen Teil des Kapitals im amerikanischen Sektor zu platzieren scheint mir dennoch durchaus sinnvoll zu sein, um zum einen das Euro-Risiko etwas raus zu nehmen und zum anderen an der möglichen und nachhaltigenTrendwende in den USA entsprechend zu partizipieren. Der nette Nebenaspekt dabei wäre natürlich dass in Aktien investiertes Geld generell nicht zur Tilgung europäischer Schulden herangezogen werden kann…!
Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Handelswoche!
Mit der Zypern Rettung kehrt auch die Schuldenkrise wieder in die Köpfe der Anleger zurück. Nicht dass mich das etwa verwundern würde, denn mal wieder wurde von politischer Seite alles daran gesetzt die Rettung dieses kleinen Staates mit medialer Unterstützung zum absoluten Supergau werden zu lassen. Es ist ja nicht so als hätte man sich nicht schon seit vielen Monaten auf den fast unvermeintlichen Showdown in Nikosia vorbereiten können… Auch sind die eigentlichen Probleme des Landes nicht neu, und schon seit längerem ist klar dass Zypern einen Neustart benötigt. Das dieser aber nun auf dem Rücken der Anleger ausgetragen wird ist schon neu und durchaus bedenkenswert – und bedenklich! Der Umstand dass nun im zweiten Wurf die Barvermögen unter 100.000,- Euro geschützt sein sollen, ist da aus meiner Sicht eher nur eine Randnotiz.
Die direkten Folgen dieses politischen Wirrwarrs konnte man dann leider in den letzten beiden Tagen auch wieder schön am EUR/USD Wechselkurs erkennen, der deutlich nachgab. Kurzum, das Vertrauen in unsere Währung wurde erneut verspielt, ausländisches Geld wird aus Europa abgezogen – die direkte Folge ist das der Euro fällt! Ebenso wie natürlich diverse Aktien, die verkauft wurden um das Kapital aus Europa rauszuziehen. Wer von diesen Umwälzungen profitieren will beschäftigt sich in den kommenden Tagen etwas intensiver mit dem Handel von Devisenpaaren.
Dabei sah noch am Montag zunächst alles so freundlich aus. Der DAX eröffnete nahe der 8.000er Marke und konnte zunächst deutlich bis auf 8.030 Punkte klettern. Doch dann kam es mal wieder anders als gedacht.Ausgerechnet der Eurogruppen Chef Dijsselbloem brachte die Märkte mit einer (vielleicht) unbedachten Äusserung zu Fall. Der niederländische Finanzminister hatte in einem Interview den Eindruck vermittelt, dass die im Falle Zyperns angewendete Beteiligung von Guthaben über 100.000,- Euro ein Beispiel für künftige Rettungsprogramme sein könnte. Am späten Abend legte er sogar noch einen drauf, indem er in einer TV Sendung verkündete das künftig auch Anteilseigner, Anleihenbesitzer und Kontoinhaber ihren Teil zur Rettung Europas leisten könnten. Ganz im Gegensatz zu den Aussagen unseres Finanzministers Wolfgang Schäuble scheint Jeroen Dijsselbloem die Enteignung von Privatpersonen also etwas entspannter zu sehen und auch künftig nicht auszuschließen, wenn es die Situation erfordert…!
Heute wurde versucht dieses Aussagen zu relativieren indem man Zypern als “Sonderfall” darstellt, aber mal wieder kamen diese Aussagen für den Markt zu spät und sind auch nicht mehr glaubwürdig. Ob Dijsselbloem schlicht ungeschickt agiert hat bleibt die eigentliche Frage, denn grundsätzlich darf man von einem Mann in der Position doch ein wenig mehr Fingerspitzengefühl erwarten. Vielleicht wurde aber auch nur ausgesprochen was schon seit längerem in so manchem Politikerkopf rumschwebt, oder gar schon besprochen wurde….?!
Die Ereignisse in Zypern könnten also eine Art Testballon sein, den man hier gestartet hat um zu sehen wie die Märkte einen solchen Schritt verkraften. Angesichts der wirtschaftlichen Größe und Bedeutung Zyperns ist es naheliegend ein solches Modell an der kleinsten Einheit der Währungsgemeinschaft auszuprobieren. Beim zweiten und dritten Mal wird sich die breite Öffentlichkeit dann wohl gar nicht mehr so aufregen…ein Gewöhnungseffekt setzt ein, wie immer! Möglicherweise kalkuliert die politische Führung hier ganz bewusst das normal übliche menschliche Verhalten mit ein, auf schlechte Nachrichten irgendwann nicht mehr zu reagieren?
Bisher bleibt die Zypern Rettung in der genannten Form also noch ein Experiment mit ungewissem Ausgang. Die Banken in Zypern, die gestern eigentlich wieder geöffnet sein sollten, bleiben nun noch bis Donnerstag geschlossen. Um einen sogenannten Bank-Run zu verhindern, wurden entsprechende Kapitalmarktregeln beschlossen. Die kommenden Tage werden also ganz sicher spannend bleiben. Denn, dieser letzte Tabubruch der Enteignung von Vermögen lastet schwer auf dem Vertrauen ausländischer Investoren in den Finanzplatz Europa. Und natürlich auch auf den Bankaktien, die heute erneut deutlich Federn lassen mussten – wen wunderts? Ob die Banken in Zypern tatsächlich morgen wieder geöffnet sein werden bleibt aber noch abzuwarten! Es bleibt mir nur zu hoffen dass wenigstens das morgen tatsächlich der Fall sein wird, denn so lange dieses Experiment nicht abgeschlossen wurde werden die Unsicherheiten an den Märkten wohl weiter anhalten.
Der Wirtschaftsweise Peter Bofinger hat das nahezu dilettantische Vorgehen bei der Zypern Rettung wie folgt kommentiert. “Die Signalwirkung für den Rest des Euroraums ist fatal. Das ist quasi ein Aufruf an die Anleger, ihr Geld abzuziehen, sobald sich auch nur die geringsten Probleme bei ihrer Bank zeigen” Und mal ehrlich – bei welcher Bank gibt es derzeit keine Probleme? Bofinger geht davon aus dass die Verunsicherung der Anleger wieder deutlich zunehmen wird, und bezeichnete die Äußerungen Dijsselbloems als “grob fahrlässig”.
Ab Morgen werden also aller Voraussicht nach wissen wie tief das Vertrauen der Anleger tatsächlich erschüttert wurde. Ein sogenannter Bank-Run in Zypern, vor dem der Markt heute offensichtlich Angst hat, ist aber eher unwahrscheinlich, weil die möglichen Abhebungen bereits im Vorfeld limitiert wurden. Dennoch kann man wohl davon ausgehen dass in den kommenden Wochen immer mehr Geld aus dem maroden Bankensystem Zyperns abgezogen wird.
Ich stelle mir also gerade die Frage wie lange es wohl dauern wird bis wir Zypern erneut retten müssen…!
Ich hatte bereits am Freitag damit begonnen einen Artikel mit dem schönen Titel: “Die Ruhe vor dem Sturm” zu verfassen, doch leider war es mir nicht möglich diesen noch fertig zu stellen, da zu viele unerledigte Dinge auf meinem Schreibtisch auf Bearbeitung gewartet haben. Hinzu kamen noch massive technische Probleme mit meinem Handelscomputer, den ich nun kurzerhand aus meinem Büro verbannt habe. Ein Neuer musste her und die Einrichtung hat mich fast das ganze Wochenende beschäftigt. Heute möchte ich mich aber dennoch kurz zu den denkwürdigen Ereignissen des Wochenendes melden. Denn, die europäische Finanzkrise ist zurück, und das in einer ganz neuen Qualität!
Die gute Nachricht zuerst – Zypern wurde gerettet. Die Eurogruppe hat in einer Nacht-und-Nebel-Aktion beschlossen die Sparer Zyperns durch eine Zwangsabgabe von 9,9 Prozent auf Guthaben von über 100.000,- Euro zu beteiligen. Sparer die weniger als 100.000,- Euro besitzen kommen mit einer Abgabe von 6,75 Prozent davon. Insgesamt sollen mit dieser ungewöhnlichen Maßnahme 5,8 Milliarden Euro zusammenkommen, die das Land vor dem Zusammenbruch bewahren sollen. Die Alternative dazu wäre ein Kollaps des Bankensystems gewesen der die Sparvermögen eventuell bis zum Totalverlust reduziert hätte und die Eurozone, insbesondere Griechenland , erneut ins Wanken gebracht hätte. Soviel sei zur Entschuldigung gesagt…grundsätzlich kann man diesen Schritt also durchaus nachvollziehen, weil die Alternative dazu noch viel schlimmer gewesen wäre.
Die Art und Weise wie hier vorgegangen wird darf dem aufmerksamen Beobachter aber dennoch Kopfzerbrechen bereiten. Auch wenn dieser Vorgang aus meiner Sicht schlichter Geldraub ist, versuchen die Verantwortlichen dem Ganzen nun verschämt einen etwas freundlich klingendernen Stempel aufzudrücken. Von einer “Solidaritätsgebühr” ist die Rede…ähnlich wie bei uns im Übrigen die “übergangsmäßige” Abgabe nach der Wiedervereinigung, die wir bis heute nicht mehr losgeworden sind (In diesem Punkt würde ich Rainer Brüderle also aktuell Recht geben!). Manche würden es auch als Schuldenschnitt oder Währungsreform bezeichnen, doch diese beiden Worte sind böse und dürfen aus verschiedenen politischen Gründen nicht benutzt werden.
Trotzdem dürfte dieser Vorgang immer mehr Bürgern die Augen dafür öffnen, auf welchem Weg sich die EU und die Eurozone inzwischen befinden. Wir haben eine neue Stufe der Krise erreicht, in der sogar die Ärmsten an den zuvor gemachten Fehlern, die wiederum Dritte verursacht haben, beteiligt werden. Soziale Gerechtigkeit sieht wohl anders aus! Letztlich hilft es aber nicht darüber zu lamentieren, weil man es eh nicht ändern kann. Was man allerdings machen kann ist nun den Blick wieder etwas zu schärfen für das was noch vor uns liegen könnte…
Die Enteignung zyprischer Sparer, die am Wochenende mittels einer Zwangsabgabe an der Rettung des maroden Bankensystems beteiligt worden sind, dürfte nicht ohne Folgen für alle anderen europäischen Sparer bleiben. Das ist aus meiner Sicht nicht nur ein Vertrauensbruch sondern dürfte eines ganz deutlich machen… Die systemische Absicherung für Bankgläubiger in ganz Europa ist künftig wohl eher begrenzt oder gar nicht mehr existent. Auch der sogenannte Einlagensicherungsfonds ist vielleicht das Papier nicht Wert auf dem er niedergeschrieben wurde, wenn es mal richtig eng wird. Die direkte Folge: Sachwerte sind seit heute attraktiver denn je!
Ich gehe davon aus dass sich dieses Bewusstsein nun allmählich auch in den Köpfen der Anleger durchsetzen wird, die bislang fest davon ausgegangen sind, dass sie von solchen Eskapaden verschont bleiben werden. Auch Großanleger werden sich nach den jüngsten Ereignissen sehr gut überlegen ob ihre Geld in Europa wirklich noch sicher ist. Entsprechende Mittelabflüsse, und damit wohl auch ein fallender Euro sind in den nächsten tagen zu erwarten. Wer davon profitieren will findet beispielsweise auf der Seite forextotal.de das nötige Handwerkszeug dazu. Denn, dieser Rechts- und Tabubruch, hat das Potential das Vertrauen in die Institutionen und Banken in der Eurozone weiter deutlich zu schwächen und ist aus meiner Sicht sehr kontraproduktiv…Die Alternative einen kleinen Staat wie Zypern tatsächlich mal pleite gehen zu lassen hätte am Ende vielleicht sogar einen kleineren Schaden angerichtet. Wer weiß das schon? Zudem wäre mal ein Exempel statuiert worden, dass endgültig klar gemacht hätte wo Europa steht und das korrupte Staaten in dieser Gemeinschaft nichts verloren haben. Diese Chance wurde aber leider erneut vertan.
Die Ereignisse vom Wochenende werden die Welt erneut verändern, vielleicht zunächst nur langsam und schleichend, aber der Schuldenschnitt in Zypern wird seine Spuren hinterlassen. Ab heute sind Anleger wieder vermehrt auf der Suche nach vermeintlicher Sicherheit, die es aber wohl nicht mehr geben wird. Dennoch, gibt es auch Profiteuere dieser Entwicklung… Gold könnte bald wieder glänzen und Aktien bleiben weiterhin alternativlos. Wohingegen Anleihen und Sparguthaben weiterhin die schlechteste aller Alternativen sind. Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass das frei verfügbare Geld in irgend einer Form angelegt werden muss, damit man es ihnen nicht wegnehmen kann! Denken Sie mal (rechtzeitig) darüber nach…
Die Unsicherheit dürfte auch in der kommenden Woche weiter anhalten… Nachdem der amerikanische Aktienmarkt das Inkrafttreten der automatischen Ausgabenkürzungen (Sequester) erstaunlich gelassen zur Kenntnis genommen hat, konnten sich die Aktienkurse im späten Handel wieder etwas erholen. Dennoch schweben nach wie vor die politischen Unsicherheiten aus Italien über den Märkten. Eine Regierungsbildung in der drittgrößten Wirtschaftsnation der Eurozone gestaltet sich weiterhin schwierig. Der heimliche Wahlsieger und ehemalige Komiker Beppe Grillo flirtet bereits öffentlich mit einem Austritt seines Landes aus der Eurozone und der Wiedereinführung der Lira. Kurz nachdem er einen Schuldenschnitt für sein Land verlangt hatte soll nun eine Volksabstimmung über den Verbleib Italiens in der Währungsunion entscheiden. Zudem prophezeit der Grillo bereits jetzt den Zusammenbruch des gesamten Systems. Seine Protestbewegung “Fünf Sterne” hatte bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus 25,5 Prozent der Stimmen errungen.
Nicht das wir nicht an markige Sprüche aus Italien gewöhnt wären, aber in dieser Form sind solche Aussagen doch zumindest geeignet dafür weitere Verwirrung und Verunsicherung unter den Anlegern zu sorgen. Es ist somit aus heutige Sicht schwer abschätzbar wie der Markt darauf am Montag oder den kommenden Tagen reagieren wird. Der italienische Leitindex MIB 40 steht zudem aus charttechnischer Sicht an einem sehr interessanten Punkt, an dem eine größere Kurbewegung in die ein- oder andere Richtung zu erwarten ist. Fällt der Index nun aus dem mittelfristigen Aufwärtstrend nach unten durch dürfte das nicht ohne Folgen für die anderen europäischen Indizes sein.
Zudem hat Barack Obama mit seiner Unterschrift unter den Sequester nun wohl einigen Anlegern, die bis zuletzt gehofft hatten dass es in letzter Sekunde doch noch eine Lösung geben könnte, den letzten Wind aus den Segeln genommen. Kurzum, die kommende Woche wird nicht weniger spannend als die letzte, und die Volatilität wird mit hoher Wahrscheinlichkeit weiterhin zunehmen. Das heißt aber nicht zwingend, dass man nun mit einem Absturz rechnen muss. Letztlich erfordert diese Situation aber unbedingt unsere erhöhte Aufmerksamkeit. Denn, das eigentlich faszinierende ist an dieser Stellen dass es unglaublich viele Aktien gibt die noch nahe ihren Tiefständen notieren, während die Indizes überwiegend bereits neue Hochs ausgebildet haben.
Man stellt sich also zwangsläufig die Frage ob diese schwachen Aktien nun bald bouncen werden oder aber die bislang starken Aktien bald auch deutlich nachgeben. Gefühlt befinden wir uns bei der Betrachtung einzelner Aktien bereits seit einigen Tagen in einer ausgedehnten Korrektur, sieht man sich beispielsweise den gesamten Rohstoff-Sektor an. Dennoch gibt es auch Anzeichen dafür das der ungebremste Strom an Liquidität einfach alles platt walzt was sich ihm in den Weg stellt. Die FED hat in dieser Woche noch einmal versichert “alles zu tun” um die gesteckten Ziele auch zu erreichen und weiterhin kräftig Geld in den Markt zu pumpen, falls notwendig. “Never fight the FED” heißt eine Börsenweisheit, die uns ermahnt diesen Faktor keinesfalls zu ignorieren.
Was macht man jetzt aus einer solchen Situation? Ich habe mein Depot bereits Anfang letzter Woche auf ein gesundes Maß zusammengestutzt und warte nun auf ein neues und vor allem klares Signal. In Phasen wie diesen ist es einfach nicht klug zu hoffen oder zu raten was passieren könnte, denn es ist schlicht nicht absehbar. Grundsätzlich gehe ich davon aus dass sich das italienische Schreckgespenst wieder verziehen wird, oder zumindest der übliche Gewöhnungseffekt irgendwann einsetzt. Politische Ereignisse haben erfahrungsgemäß eben nur eine bedingte Halbwertszeit. Andererseits ist eine Korrektur in absehbarer Zeit grundsätzlich zu erwarten und wäre auch gesund. Aber, wie wir alles wissen kann der Markt zuvor in eine Übertreibungsphase übergehen, bevor er seinen wahren Charakter zeigt. Die Kursverluste in einzelnen Sektoren sind in jedem Fall ein erstes Warnzeichen und sollten ernst genommen werden!
Die richtige Strategie kann also aus meiner Sicht nur lauten dass man sich momentan nur sehr kurzfristig engagiert und/oder die Risikokontrolle im Depot entsprechend sorgfältig plant und umsetzt. In jedem Falle muss man nun etwas vorsichtiger werden bis Mr Market sich entschieden hat wohin er tatsächlich laufen will. Sollten die Indizes nun weiter nach oben laufen, muss man entsprechend schnell reagieren. Denn dann könnte noch einiges drin sein, bevor wir die erste wirkliche Korrektur des Jahres zu sehen bekommen. Im umgekehrten Fall ist es ratsam schnell und konsequent wieder auszusteigen und auf ein besseres Setup zu warten. Ich kann Ihnen also in dieser Woche keinen wirklichen Rat geben, sondern Ihnen lediglich mitteilen wie ich mich verhalten werde. Zu einzelnen Aktien werde ich wie gewohnt ein paar interessante Artikel und neue Einschätzungen in den kommenden Tagen hier auf www.investorsinside.de veröffentlichen, die Sie interessieren dürften…Spätestens mit der nächsten Ausgabe unseres kostenlosen Börsenbriefes sollte die Sicht auf die kommenden Monate dann wieder etwas klarer werden.
Bis dahin wünsche ich Ihnen gute Entscheidungen und erfolgreiche Trades!
viele Grüße, Ihr
Lars Röhrig
Der Dax hat die Korrektur, die von so vielen Marktteilnehmern ersehnt wurde, nun endlich eingeleitet. In den letzten Handelstagen hat der Index etwas Luft abgelassen, um die zuvor überkaufte Lage zu korrigieren. Auslöser waren wieder einmal – wie könnte es anders sein – neue Sorgen über ein mögliches Wiederaufflammen der Euro Krise. Das ohnehin schon angeschlagene Spanien kämpft mit einem Swarzgeld-Skandal der Regierung Rajoy, und in Italien droht Silvio Berlusconi weiterhin mit seiner Rückkehr an die Spitze seines Landes. Keine guten Vorzeichen für die künftige Stabilität und Glaubwürdigkeit der Währungsunion, würde ich mal behaupten…!
Ohne aber weiter auf das politische Wirrwarr in Europa eingehen zu wollen, möchte ich mich heute eher darauf konzentrieren zu überlegen wo diese Bewegung des Deutschen Leitindex nun ihre Ende finden könnte. Denn, das dürfte dann wohl die ultimative Kaufgelegenheit für alle Nachzügler sein, die bislang noch nicht im Aktienmarkt engagiert waren. Zumindest kurzfristig sollte dann ein entsprechend deutlicher Kursanstieg folgen.
Die meisten Marktteilnehmer oder professionelle Investoren erwarten nun eine typische Pullback Bewegung, die sich in der Regel in 5 Akten abspielt. Vier davon haben wir auch schon (mindestens!) gesehen. Somit würde nur noch die fünfte Welle fehlen, die in der Regel auch die kräftigste der Bewegungen ist. Soweit zur Theorie, die in den überwiegenden Fällen auch Bestand hat. Diese gilt nach meinem Beobachtungen aber meistens eher in stark fallenden Märkten und nicht zwingend in haussierenden oder in einer Hausse konsolidierende Märkten! Die spannende Frage ist also wie immer…haben wir es mit einer Konsolidierung, oder eine echte Korrektur an den Märkten zu tun?
Selbstverständlich ist es nicht auszuschließen, dass genau dieses oben beschriebene Szenario so eintreten wird, denn es macht auch aus charttechnischer Sicht durchaus Sinn. Eine weiter Korrektur sollte dann bis in den Bereich um die 7,440 Punkte (das letzte Hoch aus Okt/Nov 2012) , oder zumindest noch unter die 7.500er Marke führen. Damit wäre eine mustergültige Korrektur sozusagen abgearbeitet, und die Kurse könnten wieder steigen. Bingo!
Aber so platt, einfach und berechenbar ist Börse eben meistens nicht, auch wenn ich persönlich der Charttechnik eine besondere Daseinsberechtigung attestieren würde. Zu bedenken ist meiner Meinung nach Folgendes: Die erste Abwärstbewegung im DAX war eher technisch bedingt, um das noch offene Gap, das zum Jahreswechsel gerissen wurde zu schließen (seihe oben). Das war also grundsätzlich ein positives Zeichen um ein solides Fundament für einen weiteren Anstieg zu legen!
Die zweite Welle nach unten war Herrn Berlusconi geschuldet, der offensichtlich wieder in der Lage ist das Volk für sich zu gewinnen, und in den aktuellen Umfragen nur noch 4 Prozent hinter seinem Kollegen liegt. Was ein Wahlsieg von BungaBunga für Europa bedeuten würde muss ich wohl nicht erläutern. In jedem Falle befürchtet der Markt nun eine ziemlich unruhige Zeit während der gesamten Wahlperiode in Italien – und das wohl zu recht.
Kurzum für mich waren dies zwei völlig voneinander unabhängige Ereignisse die zu dem Kursrutsch im DAX geführt haben. Aus meiner persönlichen Warte besteht hier somit auch (noch) kein Grund zur nachhaltigen Beunruhigung, zumal die Performance einzelner Aktien genau das Gegenteil von dem widerspiegelt, was wir im Index gesehen haben. Teilweise konnten Aktien sogar sehr stark steigende Kurse in dieser Marktphase verzeichnen!
Der gestrige Spike nach oben und der anschließende Rutsch zurück auf die Trendline könnten somit bereits die Bewegung 4 und 5 des Pullback dargestellt haben. Sieht man sich beispielsweise die beiden Indizes unserer Nachbarländer, den IBEX und CAC an, dann zeichnet sich dort ein ähnliches Bild ab. Alle fünf Wellen sind durch, auch wenn diese atypisch und verzerrt verlaufen. Nur im italienischen Index ticken die Uhren etwas anders- Hier sehen wir bereits sieben Wellen, was verdeutlicht wie unsicher die Anleger vor den Wahlen in Italien sind. Und das wird auch noch eine Weile so bleiben. Grundsätzlich könnten wir uns aber nun bereits wieder in der Aufwärtsbewegung beim DAX befinden, und keiner hat´s gemerkt!
Selbstverständlich ist mir völlig bewusst, dass ich mit dieser Sichtweise der Dinge momentan relativ alleine dastehe! Und natürlich haben diese Betrachtungen auch keinen Anspruch auf Unfehlbarkeit, aber ich halte es für möglich das dieses Mal eben doch alles anders ist. Der Tief des letzten Spike bei 7.563 Punkten ist nun die entscheidende Marke auf der Unterseite, der nicht mehr unterschritten werden sollte. Nach oben hin wäre ein Überschreiten des Höchstpunktes von Welle 4 bei 7.657 Punkten entsprechend bullish zu werten. Die Entscheidung dürfte unmittelbar bevorstehen!….Mein Rat an Sie ist an dieser Stelle ist also: Lassen Sie sich nicht von den Prognosen der Analysten und Börsengurus verunsichern, denn es ist eben nicht immer alles so klar und offensichtlich wie es scheint. Beobachten Sie genau und traden Sie das was Sie sehen!
Mit diesen Gedanken verabschiede ich mich für diese Woche von Ihnen und wünsche ich Ihnen ein ruhiges und erholsames Wochenende sowie stets die richtigen Entscheidungen.

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