Im Dezember 2009 hatten wir zuletzt über die SHB AG berichtet, die sich heute FIHM AG nennt. Damals ging es in dem Artikel darum, dass der Geschäftsführer der Fondsgesellschaft SHB Innovative Fondskonzepte AG & Co. Businesspark Stuttgart KG, Herr Markus Schottenhammel, auch gleichzeitig Prokurist des Initiators ist. Diese Doppelzuständigkeit lässt durchaus „Raum“ für einen Interessenkonflikt, was die Gesellschaft auf der Gesellschafterversammlung vom 17.07.2009 auch selbst eingeräumt hatte. Unser Bericht darüber ist dem Unternehmen, und speziell einigen Altgesellschaftern, offenbar sauer aufgestoßen, und seitdem sehen wir uns einer wahren Flut von Abmahnungen und Einstweiligen Verfügungen ausgesetzt. Ein Grund mehr, nun noch mal etwas genauer auf diese Themen einzugehen und zu recherchieren, weshalb es der früheren und jetzigen Unternehmensführung so extrem wichtig ist, uns ruhig zu stellen.
Bereits bei der ersten Abmahnung durch die SHB AG auf Grund unseres Artikels “SHB AG und die Ratingagenturen”, wurde die Bloggerszene und auch ein paar Redakteure namhafter Wirtschaftszeitungen auf dieses Thema aufmerksam. Die Firma SHB (jetzt FIHM) reagierte auch damals offensichtlich völlig überzogen auf einen Artikel, den wir mit freundlicher Genehmigung der Redaktion Finanztest/Stiftung Warentest zum Thema geschlossene Immobilienfonds, und die teilweise fragwürdigen Bewertungen der Produkte durch Ratingagenturen, veröffentlicht hatten. Bereits damals wurde klar, dass die Gesellschafter unbequeme und kritische Presse zu Ihrer Firma und deren Produkten offenbar nicht sehr schätzen und versuchten, durch entsprechendes, anwaltliches Vorgehen, unsere Meinungs- und Pressefreiheit zu unterbinden. Kürzlich hatte ich Kontakt mit einem der großen deutschen Dachverbände für Journalisten, auch hier interessiert man sich inzwischen sehr für diese gewagte Auslegung des Artikels 5 des Grundgesetzes.
Für unseren letzten Artikel zu diesem Thema “SHB AG räumt Interessenskonflikt in der Fondsgeschäftsführung ein”, den wir ebenfalls mit freundlicher Genehmigung des Urhebers hier veröffentlicht hatten, sollten wir insgesamt offenbar gleich fünf Abmahnungen erhalten – haltlose Versuche uns zum Schweigen zu bringen. Besonders der Altgesellschafter und Mitgründer der SHB Innovative Fondskonzepte AG , Florian Schuh, fühlt sich offensichtlich bei seinen Geschäftspraktiken gestört, bzw. möchte wohl nicht in direkten Zusammenhang mit der IVAG gebracht werden. Man versuchte, uns damals Abmahnungen der Herren Florian Schuh, seines Geschäftspartners Achim Hiller, und der durch deren AFD GmbH ins Leben gerufenen IVAG, Innovative Vertriebskonzepte AG zuzustellen, die jedoch zunächst einmal an falsche Adressaten gesandt wurden, jetzt aber dennoch Bestandteil eines Rechtsstreites vor dem Amtsgericht Starnberg waren. Nur zum Verständnis: Die AFD GmbH gehört den Herren Florian Schuh und Achim Hiller. Diese hat früher den Vertrieb der SHB Fonds maßgeblich organisiert. Heute werden über die IVAG u.a. die Fondprodukte der BVT Unternehmensgruppe vertrieben.
Die Bemühungen der SHB/FIHM-Altgesellschafter und des aktuellen Geschäftsführers, Achim Pfeffer, beschränkten sich aber nicht nur auf diesen Blog, sondern auch auf die renommierte Börsen-Community www.sharewise.com. Auch diese wurde abgemahnt und zur Löschung aller Artikel, die SHB AG (jetzt FIHM AG) betreffend, bewogen. Weitere Blogger berichteten in den letzten Wochen ebenfalls von juristischen Aktivitäten gegen sie und Löschungen Ihrer Beiträge z.B. auf wallstreet-online.de. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die gesamte Bloggerszene mundtot gemacht werden soll! Weil wir über Dinge berichtet haben, die im Zusammenhang mit den Produkten und Geschäftspraktiken der genannten Firmen zumindest hinterfragungswürdig sind. Die Reaktion des Unternehmens bestärkt uns darin, dass wir mit unseren Recherchen und der Berichterstattung offenbar ins Schwarze getroffen haben.
Am 15. Juni ließ mir Herr Florian Schuh telefonisch über eine dritte Person seine Zusage zukommen, dass man alle Rechtsmittel gegen mich fallen lassen würde, wenn ich den strittigen Artikel entfernen würde. Im Zuge einer Deeskalation bin ich dieser Bitte nachgekommen, Herr Schuh hingegen seiner Zusage nicht. Vielmehr verlangte er kurz darauf per Email nun von mir alle Artikel im Zusammenhang mit den genannten Personen, und Firmen zu entfernen und zu erklären, dass ich nie wieder etwas über diese schreiben werde. Natürlich bei entsprechend hoher Vertragsstrafe! Aus diesem Grund sehe ich mich nun veranlasst, die Ereignisse der letzten Wochen öffentlich zu machen. Es kann nicht sein, dass die Presse- und Meinungsfreiheit so mit Füßen getreten wird.
Im Falle der Einstweiligen Verfügung durch die FIHM AG berufen wir uns ebenfalls auf die Meinungs- und Pressefreiheit, und haben berechtigte Zweifel, ob das Verhalten der Beteiligten auf der Gegenseite im Sinne der deutschen Rechtsprechung ist. Denn auch hier ist der Inhalt der Anschuldigungen gegen uns höchst strittig, die ebenfalls kürzlich erhaltene Forderung auf Abgabe einer Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung der FIHM AG ist gar komplett haltlos. Weiterhin sind wir davon überzeugt, dass insbesondere das Verhalten von Herrn Florian Schuh aber in keinem Falle der Transparenz und der Förderung des Vertrauens bei den Anlegern dienlich ist. Um den derzeitigen Forderungen zur Einstellung der Berichterstattung Nachdruck zu verleihen, hat er mir bereits mehrfach mit einer Schadensersatzklage gedroht. Ich stelle mir zwangsläufig die Frage, ob die von Anlegern eingezahlten Gelder hier richtig verwendet werden…und damit meine ich nicht nur die sinnlosen Prozessführungen und Anwaltskosten, die die Anleger wohl letztendlich auch bezahlen müssen. Wahrscheinlich wäre dieses Geld in einer transparenteren Unternehmenskommunikation besser angelegt.
Bereits seit längerem befassen sich diverse Anlegerschutzportale und Anwälte mit der SHB AG (jetzt FIHM) und deren Fondsprodukten. Ebenso tauchen regelmäßig Meldungen unter der Rubrik “Grauer Kapitalmarkt” über die SHB AG (jetzt FIHM AG) in der Presse auf. Bislang ist die Firma seinen Anlegern eine umfassende Erklärung zu den seit Jahren bestehenden Vorwürfen schuldig geblieben. Es ist wohl auch nicht zu erwarten, dass diese in absehbarer Zeit erfolgen wird. Immer wieder beruft man sich öffentlich auf die guten Ratings der Ratingagenturen und geht mit diesem Gütesiegel hausieren. Die Transparenz solcher Ratings lässt aber oftmals zu wünschen übrig, und die getroffenen Aussagen sind teilweise schlichtweg nicht nachvollziehbar. Genau von dieser Problematik handelte auch unser erster Artikel über die SHB AG.
Insbesondere wäre in diesem Zusammenhang noch einmal zu prüfen, inwieweit die Zertifizierung “TÜV-geprüfte Fondsplausibilität” des TÜV Nord für den aktuellen Renditefonds 6, die sich bis zu meinem Telefonat mit dem TÜV Nord am 27.07.2010 noch immer auf der Homepage der SHB Innovative Fondskonzepte AG finden ließen, noch verwendet werden sollte, nachdem der TÜV Nord alle Ratingaktivitäten eingestellt hat, und dieses Zertifikat auch nur bis zum 17.03.2010 Gültigkeit hatte. Warum lesen Sie hier..! Vor wenigen Tagen wurden einige Verlinkungen auf der Homepage der SHB Innovative Fondskonzepte AG zu den Ratings der sechs Fonds entfernt. Nun lässt sich auf der Seite nun noch finden, dass die Produkte mal bewertet wurden, aber nicht mehr wie, nach welchen Kriterien, und vor allem zu welchem Zeitpunkt. Dem Vertrieb werden diese Ratings über die Homepage aber weiterhin zu werblichen Zwecken zur Verfügung gestellt. In meinen Augen ist auch das nicht unbedingt eine vertrauensbildende Maßnahme, Anleger sollten daher solche Zertifizierungen generell eher kritisch betrachten, und vielmehr vorrangig die Leistungsbilanzen eines Fonds in ihre Überlegungen mit einbeziehen.
Die nun gestartete Abmahnwelle ist wohl in der deutschen Bloggerszene als einzigartig zu bezeichnen. Die ersten drei Klagen gegen mich, von der IVAG sowie den Herren Hiller und Schuh, wurden vor Kurzem vom Gericht abgewiesen! Dies hat die Herren Florian Schuh und Joachim Hiller sowie die IVAG nicht davon abgehalten, mir weitere drei Abmahnungen, in neunfacher Ausfertigung, und mit ähnlichem Inhalt zukommen zu lassen. Die hier verfolgte Strategie dürfte somit klar sein, bleibt zu hoffen, dass dieser Schuss nicht nach hinten los geht!…Ich freue mich, wie bereits beim letzten Beitrag, auf angeregte Diskussionen mit unseren Lesern, allen Bloggern und der Wirtschaftspresse, und werde Sie natürlich weiter über die aktuellen Geschehnisse auf dem Laufenden halten…






