Yahoo – Was bleibt nach dem Spin Off?

Ganz anders als bei Apple lief es bei dem Internetkonzern Yahoo in den vergangenen drei Monaten. Operativ betrachtet befindet sich der US Konzern immer noch in  -sagen wir einmal “einer schwierigen Phase”. Dennoch feierten die Anleger die Aktie gestern nachbörslich mit einem Kursaufschlag von 3,5 Prozent. Der Grund: Man will nun den verbliebenen Alibaba-Anteil mittels eines Spin Off in eine neue Gesellschaft überführen und stellt den Gewinn aus dieser Beteiligung somit steuerfrei für die bisherigen Aktionäre. Die neue Firma mit dem Namen SpinCo werde Yahoo´s 384 Millionen Alibaba-Aktien übernehmen, und bis spätestens zum Jahresende eine eigene Börsennotierung erhalten, teilte der Suchmaschinenbetreiber gestern mit.

Das kam natürlich erst einmal gut an! Vor allem dürfte das Wörtchen steuerfrei hier Auslöser für die spontane Begeisterung gewesen sein. Dennoch, mal ganz abgesehen von der geplanten Finanzakrobatik, lief es bei Yahoo aus operativer Sich nach wie vor eher durchschnittlich. Die ohnehin schon nicht allzu großen Erwartungen wurden mit einem Gewinn je Aktie von 0,30 Dollar lediglich um einen Cent übertroffen. Das Nettoergebnis brach auf 166 Millionen Dollar von 348 Millionen Dollar im gleichen Vorjahreszeitraum ein.

Welchen Sinn ein sogenannte SpinnOff dauerhaft für die Aktionäre haben sollte, bleibt für mich abgesehen von dem einmaligen Steuereffekt im Verborgenen. Yahoo verliert damit langfristig die Möglichkeit sich über diesen Anteil stärker zu präsentieren wenn es im eigenen Geschäft mal nicht so läuft. Die eigene Aktie wird dadurch wohl deutlich unattraktiver, oder anfälliger für schlechte Nachrichten. Alibaba Aktien im direkten Erwerb unter dem Kürzel BABA dürften somit  ebenfalls ein besseres Investment sein, um sich am Erfolg des chinesischen Internet-Giganten zu beteiligen, als sich an einer Holding für Firmenanteile Dritter zu beteiligen.

Mein Fazit: Mit einem Yahoo Börsenwert von derzeit 45,46 Milliarden Dollar und einem geplanten SpinOff des Haupt-Asset im Wert von knapp 40 Milliarden Dollar an Alibaba Aktien darf und muss man sich wohl die Frage stellen, was danach langfristig  von Yahoo noch übrig bleiben wird. Zwar ist das Unternehmen dann immer noch im Besitz dieses Anteils, die Aussenwahrnehmung des Yahoo Konzerns könnte sich durch diesen Schritt aber deutlich verändern. Es bleibt somit noch abzuwarten wie sich die Yahoo Aktie nach der ersten Euphorie in den kommenden Wochen entwickeln wird…

Apple setzt neue Maßstäbe – Vor dem nächsten Kursschub…

Was ist naheliegender als heute hier ein paar Worte zu den unglaublichen Absatzzahlen von Apple zu verlieren… Der US Konzern hat alleine 74,5 Millionen iPhones in einem Quartal abgesetzt Die neue Generation des iPhone 6 verkaufte sich dabei insbesondere in China und den anderen asiatischen Märkten hervorragend. Ich hatte ja bereits im Vorfeld hier über die Absatzzahlen in Korea und Japan berichtet. Nicht nur die chinesischen Käufer lieben offenbar Handys mit übergroßen Displays und hievten damit die Nachfrage nach Apple Produkten auf eine neues Allzeit-Hoch.

Auch der Umsatz des Konzerns erreichte ein neues Allzeithoch. Und damit nicht nur den größten Gewinn für das Unternehmen aus Cupertino, sondern mit den den größten Gewinn den je ein US Unternehmens in einem Quartal erzielen konnte. 74,6 Milliarden US Dollar wurden umgesetzt, woraus ein Gewinn von 18 Milliarden Dollar generiert werden konnte. Die Umsatzsteigerung lag damit bei satten 30 Prozent und der Gewinn konnte um noch sattere 38 Prozent gesteigert werden.

Die ohnehin schon sehr hoch gesteckten Ziele der Analysten wurden mit diesem Quartalsbericht geradezu atomisiert. Schade ist nur dass die Aktie nach diesen Ergebnissen nur 5 Prozent nachbörslich zulegen konnte. Wie Sie wissen hatte ich mir hier im Falle solcher Zahlen noch einiges mehr erwartet. Letztlich ist aber nicht unbedingt der nachbörsliche Handel nun maßgebend dafür was heute an den Börsen noch passieren könnte…!

Das Fazit für die Apple Aktie als eines der solidesten Investments das man überhaupt im Depot haben kann, bleibt somit unverändert. Die Aktie ist für das was “unten raus” kommt immer noch viel zu billig. Der Ausblick auf das kommende Quartal war solide und sollte auch dann wieder deutlich übertroffen werden, wenn die asiatischen Käufer mitspielen, wovon ich ausgehe, denn offensichtlich hat Apple mit dem Markteintritt in China einen echten Coup gelandet. Die Marktanteile von Apple in den Schlüsselmärkten sind in nahezu allen asiatischen Märkten regelrecht explodiert und ebenen so den künftigen Ansatz aller Apple Produkte, wie auch der Apple Watch die im April auf den Markt kommen soll. Mein Kursziel für die Apple Aktie bleibt unverändert bestehen!

SMA Solar – Weiterhin nicht viel zu lachen

Irgendwie gar nicht gut schein es weiterhin beim Wechseltrichter-Hersteller SMA Solar zu laufen. Auch im abgelaufenen Geschäftsjahr liefen die Geschäfte eher schleppend und auch für das laufende Geschäftsjahr rechnet das Unternehmen mit weiterhin rückläufigen Umsätzen. Für das Jahr 2014 bestätigte der Vorstand nun den Verlust in Höhe von 115 Millionen Euro. SMA Chef Pierre Urbon will am kommenden Freitag etwas genauere Informationen zu den Geschäftserwartungen vorlegen, gab aber vorab bereits bekannt, dass man insbesondere aus Deutschland aber auch im restlichen Europa mit einem starken Nachfragerückgang rechnet.

Zunächst sind nun weitere Stellenstreichungen angekündigt worden um dem steigenden Preisdruck und der schwächelnden Nachfrage in der Branche gerecht zu werden. Insgesamt 1.600 Arbeitsplätze sollen nun bis zum 30 Juni diesen Jahres wegfallen, was natürlich tragisch für die betroffenen Familien ist und das Unternehmen auch erst einmal Geld kosten wird! Betriebsbedingte Kündigungen sein nicht ausgeschlossen, hieß es in der gestrigen Meldung die allein rund 1.300 Vollzeit-Arbeitsplätze in Deutschland betrifft.

Für mich persönlich stellt sich hier nun auch die dringende Frage danach, wie die SMA Solar Zahlen wohl aussehen würden, wenn wir uns nicht in einer Niedrig-Euro-Phase befinden würden… Positive Währungseffekte sollten in den kommenden Monaten wohl etwas helfen, lösen aber nicht die eigentlichen Probleme des Konzerns Insgesamt bleibt damit erst einmal nur ein trauriger Ausblick auf den Weltmarktführer bei Photovoltaik-Wechselrichtern und ein wenig hoffnungsvoller Aktienchart. Dennoch interessierte Anleger sollte wohl zunächst ein paar Monate warten bevor sie sich hier neu engagieren. Heute ist die Aktie vorbörslich fast acht Prozent im Minus…

Microsoft nach Zahlen unter Druck – was tun?

Wie kürzlich hier auf Investors Inside schon berichtet, haben u.a. auch die aktuellen Währungsturbulenzen einen deutlichen Einfluss auf die Aktienkurse – in beide Richtungen. So auch beim weltgrößten Softwarehaus Microsoft, das vergangenen Nacht seine Daten zum abgelaufenen Quartal präsentiert hat. Der US IT-Riese hat dennoch mit einem Gewinn in Höhe von 0,71 Dollar und einem Umsatz von 26,47 Milliarden Dollar die Erwartungen des Marktes ganz klar getroffen, aber..

Der Konzernumbau immer mehr weg vom reinen Softwareentwickler und -Vertrieb hin zum Smartphone etc. und Cloud Geschäft trägt erste Früchte und ist angesichts der deutlich rückläufigen Zahlen von Windows Nutzern wohl auch dringend angeraten. Insgesamt war das Geschäft mit dem Microsoft Betriebssystemen im Berichtszeitraum um satte 13 Prozent rückläufig. Auch das Xbox Konsolengeschäft im Weihnachtsquartal war um ca 11 Prozent rückläufig. Hier hatten sich Anleger ebenfalls deutlich mehr erwartet, auch wenn die grundsätzlichen Zahlenvorgaben getroffen wurden.

Die Bilanz hätte ohne diverse Sonderfaktoren, wie bspw. erste Kosten für den Stellenabbau von weltweit 18.000 Arbeitsplätzen nach der Nokia-Übernahme und auch ein paar zusätzlichen Belastungen durch den extrem starken Dollar, eigentlich sehr gut aussehen können. Es wird beim Lesen der Bilanz klar, dass die eingeschlagene Richtung stimmt und sich die Bemühungen in ein paar Quartalen deutlich auszahlen sollten. Wobei hier aus meiner Sicht der “Rückschritt” zu Windows 10 noch die unsicherste Komponente bleibt, da wohl niemand heute schon beurteilen kann, ob dieses Semi-Kachel-Modell jetzt besser beim Kunden ankommen wird als die vollgekachelte Variante…?

Anleger zeigten sich gestern im späten US Handel von den vorgelegten Eckdaten enttäuscht und schickten die Microsoft Aktie nachbörslich fast fünf Prozent in den Keller. Mit Kursen um die 45,- Dollar könnte man die charttechnische Lage der Aktie nun als durchaus angespannt bezeichnen. Hier liegt die letzte nennenswerte Unterstützung, die nicht wesentlich unterschritten werden sollte, was wiederum eigentlich ein gutes Kaufniveau für längerfristig orientierte Anleger sein könnte, wenn der Aktienkurs hier wieder nach oben dreht. Nächster Unterstützungsbereich ist dann die Region um die 42,- Dollar.

Der heutige Handelstag sollte wohl noch abgewartet werden, bevor man diese Entscheidung trifft. Grundsätzlich sehe ich das Niveau um die 45,- Dollar als interessanten Bereich für eine Erstposition, mit dem Risiko von ca 3,- Dollar, bzw. entsprechendem Stopp-Loss. Der Markt hat aber in dieser Woche eine wahre Datenflut zu verdauen, die gerade im Tech-Sektor für extreme Bewegungen sorgen kann. Vorsicht bleibt somit zunächst angeraten…!

YY mit dem finalen Shakeout vor dem Ausbruch?

Die YY Aktie haben wir ja hier vor einigen Tagen zuletzt nur beiläufig im Kommentar-Bereich erwähnt. Die aktuellen Kursbewegungen machen nun aber eine etwas intensivere Betrachtung notwendig. Nicht nur dass ich persönlich absolut davon überzeugt bin dass das Unternehmen bei den angestrebten Wachstumsraten viel zu günstig sein dürfte, sondern nicht zuletzt die charttechnische Ausgangslage hat mich vor ein paar Tagen veranlasst in die Aktie einzusteigen. Ausgelöst durch eine inverse SKS Formation befindet sich die Aktie nun wieder in einem gesunden Aufwärtstrend mit der Tendenz diesen demnächst nach oben zu verlassen.

YY könnte demnächst nach oben ausbrechen

Die YY Aktie vor möglichem Ausbruch

Der heutige Shakeout ist dabei geradezu ein mustergültiges Zeichen dafür, dass dieser Trend demnächst nach oben gebrochen werden könnte. Clevere Anleger wissen, dass eine starke Abwärstbewegung wie heute und an einer so wichtigen Chartmarke, die dann wieder vollständig gekauft wird, meistens nur eins bedeuten kann. Vor dem eigentlichen Ausbruch sollen die schwachen Hände noch einmal rausgeekelt werden… Die sogenannten starken Hände nehmen die Stücke dann gerne in Empfang! Ob es nun so kommt kann man dennoch natürlich nicht mit 100 prozentiger Sicherheit sagen!

Entscheidend dabei ist nun, ob die beiden hier eingezeichneten grünen Linien demnächst überwunden werden. Die zweite grüne Linie von oben links nach unten rechts stellt den mittelfristigen Abwärtstrend dar, den es unbedingt zu überwinden gilt. Dieser Kreuzwiderstand ist zunächst natürlich noch ein entsprechend großes Hindernis und sicherlich benötigen wir für einen Ausbruch mehr Volumen. Mancher Anleger betrachtet YY als überdimensionierte Karaoke-Bude, wer die asiatische Mentalität allerdings ein wenig kennt weiß welches Potenzial hier noch schlummert. Die Price-Action spricht hier nun eine deutliche Sprache. Auf die Watchlist!

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